Letizia Savino ist Assyriologin mit den Schwerpunkten Philologie und Kulturgeschichte des Alten Orients. Derzeit ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz tätig, wo sie akkadisch Sprache und Literatur unterrichtet. Ihre Forschung konzentriert sich auf akkadische gelehrte und literarische Traditionen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf Medizin, Heilpraktiken und der Weitergabe von Fachwissen im Alten Orient liegt.

Ihre Arbeit befasst sich mit akkadischen medizinischen Texten aus Ḫattuša, mesopotamischen Heil- und Ritualtraditionen, der Mobilität von Experten und Fachwissen im zweiten Jahrtausend v. Chr. sowie der Wechselwirkung zwischen mesopotamischen und anatolischen Gelehrtraditionen. Darüber hinaus interessiert sie sich für die Geschichte der Keilschriftgelehrsamkeit, die Textüberlieferung sowie den Austausch von Wissen, Menschen und Praktiken über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg.

In ihrer Forschung verbindet sie eingehende philologische Analysen mit umfassenderen historischen Perspektiven, um zu untersuchen, wie Keilschrifttexte Aufschluss über Prozesse der Wissensproduktion, des kulturellen Austauschs und der Geistesgeschichte im Alten Orient geben.

04/2021–12/2025
Promotion im Fach Altorientalistik. Das Dissertationsprojekt (Titel: Medicine Across Borders. Circulation of Medical Experts and Expertise in the Second Millennium BCE in the Ancient Near East) untersuchte die Mobilität von Spezialisten im medizinischen (asûtu) und rituell-medizinischen (āšipūtu) Bereich im Alten Orient des zweiten Jahrtausends v. Chr., insbesondere auf der Grundlage hethitischer Briefe und medizinischer Texte; die Betreuung erfolgte durch Prof. Dr. Doris Prechel (seit 2021), Prof. Dr. Alexander Pruß (2022–2023) und Dr. habil. Ulrike Steinert (seit 2023). Die Dissertation wurde am 13.04.2026 verteidigt und mit dem Prädikat summa cum laude bewertet.
11/2018–11/2020
Master-Abschluss in Archäologie und Alter Geschichte mit der Bestnote 110/110 summa cum laude; die Abschlussarbeit trug den Titel Un rituale accadico contro la febbre di montagna (CTH 811) („Ein akkadisches Ritual gegen das Bergfieber (CTH 811)“) und wurde von Prof. Dr. Elena Devecchi betreut. Die Arbeit wurde lobend hervorgehoben und als publikationswürdig eingestuft. Zudem wurde sie für die Silbermedaille für die beste Abschlussarbeit des Instituts für Altertumswissenschaften im akademischen Jahr 2019/2020 nominiert.
10/2019–03/2020
Erasmus-Stipendium an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Abgeschlossen mit einem Exzellenzzertifikat (ECTS-Note A).
09/2014–10/2018
Bachelor-Abschluss im Fach Beni culturali (Kulturgüter) mit Schwerpunkt Archäologie an der Università degli Studi di Torino (Turin), Italien. Der Titel der Bachelorarbeit lautete Forme di performance nel Vicino Oriente antico: musica, danza e sport in Mesopotamia e Anatolia („Performative Künste im Alten Orient: Musik, Tanz und Sport in Mesopotamien und Anatolien“); Betreuerin war Prof. Dr. Elena Devecchi.

Seit 11/2025

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fach Altorientalistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (11/2025–03/2026: 50 %; ab 04/2026: 80 %). Die Stelle umfasst Forschungs- und Lehrtätigkeiten im Bereich Altorientalistik, darunter die Studeinberatung in B.A.- und M.A.-Studiengängen, die Erstellung von Lehrmaterialien und Prüfungsunterlagen, die Betreuung von Studierenden, die Koordination des Erasmus+-Programms für Studierende der Altorientalistik sowie die Mitwirkung an akademischen und organisatorischen Aufgaben des Instituts. Zudem werden eigenständige Forschung, wissenschaftliches Publizieren sowie die Anwendung philologischer und digitaler Forschungsmethoden erwartet.

11/2023-10/2025

Wissenschaftliche Hilfskraft (50 %) für das dreijährige, von der DFG geförderte Projekt „Akkadian and Hittite Emotions in Context“ (AHEC). Das Forschungsvorhaben widmete sich einer umfassenden Untersuchung des semantischen Bereichs der Emotionen im Akkadischen und Hethitischen, um systematisch zu erforschen, wie Emotionen in diesen beiden Sprachen sprachlich und kontextuell differenziert und abgegrenzt wurden. Für die Stelle waren fundierte Kenntnisse der akkadischen Sprache und der einschlägigen Fachliteratur sowie der Umgang mit digitalen Schreibprogrammen erforderlich. Mein wesentlicher Beitrag bestand in der Analyse von Weisheitsliteratur (Dialoge, Monologe, Fabeln usw.); hierbei erfasste ich das Emotionsvokabular sowohl aus semantischer Sicht – durch die Erstellung von Glossen sowie Text- und Kontextanalysen – als auch aus diachroner Perspektive, indem ich untersuchte, wie akkadische Begriffe in bedeutenden modernen europäischen Sprachen interpretiert, übersetzt und bisweilen sogar lokalisiert wurden.

02/2022-03/2024

Assoziiertes Mitglied des Graduiertenkollegs 1876 „Frühe Konzepte von Mensch und Natur: Universalität, Spezifität, Tradierung“. Das Graduiertenkolleg untersuchte, wo und wann ähnliche Vorstellungen und Konzepte entstanden, ob dies unabhängig voneinander geschah oder ob diese Konzepte zwischen antiken Kulturen weitergegeben oder gar ausgetauscht wurden und wie und warum sie sich im Laufe der Zeit veränderten. Der Untersuchungszeitraum des Graduiertenkollegs reichte von den Anfängen der Geschichte (etwa 100.000 v. Chr.) bis ins Mittelalter und umfasste den Alten Nahen Osten, den Mittelmeerraum und Europa. Während meiner Zeit als assoziiertes Mitglied hatte ich die Möglichkeit, an vom Graduiertenkolleg geförderten Konferenzen und Kongressen teilzunehmen, wodurch ich mein Wissen erweiterte und ein Netzwerk von Kooperationen mit anderen Wissenschaftlern aufbaute.

01/2021-10/2023

Wissenschaftliche Hilfskraft (50 %) für das dreijährige, von der DFG geförderte Projekt „Thesaurus Linguarum Hethaeorum digitalis“ (TLHdig) in einem Team, dem auch Dr. Fabio Bastici und Prof. Dr. Doris Prechel angehörten. Ziel des Projekts war die Erstellung eines digitalen Open-Content- und Open-Access-Archivs bis zum Jahr 2023, das einen Katalog hethitischer Texte in Transkription nach HFR-Standards enthalten sollte. Für die Stelle waren fundierte Kenntnisse des Hethitischen und Akkadischen sowie allgemein der Keilschriftsprachen und der Umgang mit digitalen Schreibprogrammen erforderlich. Mein wesentlicher Beitrag bestand in der Transliteration sämtlicher akkadischer Fragmente, die unter CTH 800–819 katalogisiert sind, sowie der akkadischen Briefe, die zwischen dem hethitischen Hof und ausländischen Höfen gewechselt wurden.

ANA – Associazione Nazionale Archeologi (Mitglied)

CuStAA – Consulta universitaria per gli Studi du Asia e Africa (Mitglied)

DOG – Deutsche Orient-Gesellschaft (Mitglied)

IAA – International Association of Assyriology (Mitglied)

ICOM – International Council of Museums (Mitglied)

  • 2025: „“Se gli occhi di un uomo…“ Curare le malattie oftalmiche a Ḫattuša“, in: Stefano de Martino, Francesco Barsacchi, Alessio Palmisano (eds), „Egitto e Vicino Oriente Antichi. Studie e Ricerche sull’Egitto e il Vicino Oriente in Italia“. Eothen 26. Firenze: LoGisma Editore: 195-200.
  • 2026: „An Akkadian Ritual Against ‘Mountain Fever’“, in: Tomáš Alušík, Pavla Alušíková Dostalíková, Milena Melfi, Conan T. Doyle, Rupert Breitwieser (eds), „Prehistoric, Ancient and Medieval Medicine: New Perspectives and Challenges for the Twenty-First Century“, Archaeopress: 38–45. DOI: 10.2307/jj.41344826.9
  • 2023: „On Akkadian Therapeutic Prescriptions Against Eye-Diseases in Ḫattuša – Part I“, in NABU 2023/3: 135-136.
  • 2023: „On Akkadian Therapeutic Prescriptions Against Eye-Diseases in Ḫattuša – Part II“, in NABU 2023/3: 137-138.
  • 2024: “Healing Eye-Diseases in Ḫattuša. New studies on content, palaeography, and layout”, poster presented at the 69th Rencontre Assyriologique Internationale, Helsinki 2024. DOI: 10.13140/RG.2.2.15518.40002
  • 2025: „Review of Irene Sibbing-Plantholt: The Image of Mesopotamian Divine Healers. Healing Goddesses and the Legitimization of Professional asûs in the Mesopotamian Medical Marketplace. Leiden/Boston: Brill 2022. IX, 410 pp. (Cuneiform Monographs 53.) ISBN 978-90-04-51240-5. € 169,06.“, in ZDMG 175/2: 520-522.

06/2018: Teilnahme an der archäologischen Ausgrabung in Pietrabianca2, Bioglio (BI), Italien. Neben der archäologischen Feldarbeit beteiligte ich mich auch an der Prospektion und Dokumentation von Oberflächenfunden im Grabungsareal. Die Grabungsleitung lag bei Prof. Dr. Paolo De Vingo sowie Dr. Maurizio Rossi und Dr. Anna Gattinga.

17/06/2026

“Verso una riorganizzazione dei testi medici accadici da Hattuša,” Egitto e Vicino Oriente antichi (EVOA2026), 17th-19th June 2026, Florence.

09/07/2025

“Medicine and Magic Across Borders: The Rubricated Akkadian Manuscripts from Ḫattuša,” 70th Rencontre Assyriologique Internationale, 7th-11th July 2025, Prague.

30/10/2024

“‘Schick einen Mann, um Medikamente vorzubereiten! Der Austausch medizinischer Spezialisten im 2. Jahrtausend v. Chr. Im Alten Nahen Osten,” Ringvorlesungen Vielsprachige Antike. Sprachkontakte und Multi-/Plurilingualismus im Mittelmeerraum, Mainz.

09/07/2024

“Healing Eye-Diseases in Ḫattuša” (poster), 69th Rencontre Assyriologique Internationale, 8th-12th July 2024, Helsinki.

19/06/2024

“‘Se gli occhi di un uomo…’ Curare le malattie oftalmiche a Ḫattuša” (“‘If the eyes of a man…’ Healing ophthalmic diseases in Ḫattuša”, Egitto e Vicino Oriente antichi (EVOA2024), 18th-19th June 2024, Turin.

04/06/2024

“On Akkadian Terms for Medical Specialists”, Workshop Terminology in Antiquity and Today, 3rd-4th June, Mainz.

07/09/2023

“Healing Ophthalmic Diseases in Ḫattuša. New Translations from CTH 809”, XII. International Hittitology Congress and Ortaköy-Šapinuwa Workshop, 4th-9th and 13th-15th September 2023, Istanbul-Çorum.

02/12/2022

“Medici e medicina all’estero” (“Medicine and physicians abroad”), IV Convegno dei Giovani Ricercatori Italiani di Storia e Filologia del Vicino Oriente Antico (GRISeF-VOA), digital.

22/09/2022

“New Studies on a Mesopotamian Prescription Against ‘Mountain Fever’”, International Symposium Prehistoric, Ancient And Medieval Medicine: New Perspectives And Challenges For The Twenty-First Century. Prague, 21st-23rd September, 2022, Institute for History of Medicine and Foreign Languages, First Faculty of Medicine, Charles University.

31/05/2021

Lectio magistralis at the Università degli Studi di Torino as part of the course Wisdom and Religious Traditions of Ancient Mesopotamia, titled “Ho posto nella sua bocca il giuramento degli dèi. Medicina mesopotamica e āšipūtu nel II e I millennio a.C.” (“I placed in his mouth the oath of the gods. Mesopotamian medicine and āšipūtu in the 2nd and 1st Millennium BCE”).

SoSe 2026

Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Altorientalistik. Akkadian Literature in Translation (S AO Philologie III, 07.848.1430). 2 hours pw. Language: English.

WiSe 2025-2026

Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Altorientalistik. Tutorium Akkadisch II (T Akkadisch II, 07.848.1345). 2 hours pw. Languages: English, German.

WiSe 2023-2024

Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Altorientalistik. Akkadische Lektüre Seminar (S AO Philologie III, 07.848.1430). 2 hours pw. Language: English.

Jedes SoSe ab 2026

Einführung in die Altorientalistik und das Keilschriftlesen („Keilschriftlesen leicht gemacht!“) im Rahmen des Tages der offenen Uni. Sprache: Deutsch.

27/03/2026

“La medicina mesopotamica” (“Mesopotamische Medizin”): Folge des Podcasts „Riscoprire la Mesopotamia“ von Thomas Marampon, verfügbar auf den gängigen Streaming-Plattformen. Sprache: Italienisch.

13/12/2023

Einführungsvorlesung zur Entzifferung der Keilschrift und praktische Übung zum Schreiben von Keilschrift auf Ton. 1B Liceo delle Scienze Umane “Augusto Monti”, Chieri (TO). Sprache: Italienisch.

14/04/2023

“In the beginning was the wedge”: Einführung in die Altorientalistik. Stavanger, Universitetet i Stavanger, Faculty of Mathematics and Physics. Sprache: Englisch.

History of Medicine

Akkadian

Wisdom Literature

Second Millennium BCE

Mesopotamian Medicine

Ḫattuša

Transfer of Knowledge

Assyriology