Alle Interessierten sind herzlich eingeladen zum Abendvortrag von Univ.-Prof. Dr. Stefano de Martino, der im Rahmen des Forschungskolloquiums für Altorientalistik und Vorderasiatische Archäologie stattfindet.

Wann: Mittwoch, 20. Mai 2026, 18:15 Uhr
Wo: Hegelstraße 59, Raum 00-309 (Erdgeschoss)

Professor Stefano de Martino ist ein renommierter Spezialist für hethitische Philologie und die Geschichte des Alten Orients. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf den politischen, diplomatischen und kulturellen Beziehungen der Spätbronzezeit, insbesondere in Anatolien und dessen Kontakten. Er hat zahlreiche Publikationen zu hethitischen Texten und zu den internationalen Beziehungen des 2. Jahrtausends v. Chr. vorgelegt.

Er wird einen Vortrag (auf Englisch) mit dem Titel halten: “Hatti and Ahhiyawa: Conflicts and Diplomacy Between the Two Shores of the Aegean” („Hatti und Ahhiyawa: Konflikte und Diplomatie zwischen den beiden Ufern der Ägäis“).

Der Vortrag richtet sich an Philologinnen und Philologen ebenso wie an Archäologinnen und Archäologen, insbesondere aus den Bereichen Altorientalistik, Vorderasiatische Archäologie und Klassische Archäologie, da er zentrale Fragen zu Kulturkontakten, politischen Netzwerken sowie zur Interpretation textlicher und materieller Quellen behandelt.

Eine digitale Teilnahme über BigBlueButton ist auch möglich (QR-Code mit direktem Zugang zum Raum auf dem Plakat; für einen Zugangslink bitte eine E-Mail an lesavino@uni-mainz.de senden).

Über Ihre Teilnahme – sowohl vor Ort als auch digital – freuen wir uns sehr!

Im Sommersemester 2026 startet das neue vom Gutenberg Lehr-Kolleg geförderte Projekt „LEARN-AB – Learning Environment for Ancient Egyptian and Babylonian“ (SoSe 2026). Unter der Leitung von Dr. Monika Zöller-Engelhardt (Ägyptologie) und Univ.-Prof. Dr. Doris Prechel (Altorientalistik) entsteht erstmals eine gemeinsame digitale Lehr-Lernumgebung für Ägyptisch und Babylonisch.

Ziel des Projekts ist es, die Vermittlung von Hieroglyphen und Mittelägyptisch sowie Keilschrift und Babylonisch durch eine interdisziplinäre, forschungs- und projektorientierte Lernumgebung im LMS Moodle nachhaltig zu unterstützen. In Kooperation mit dem Ancient Sciences Innovation Lab (ASIL) werden innovative digitale Bausteine erarbeitet, die Präsenz- und Hybridlehre ergänzen und selbstgesteuertes Lernen fördern.

Die Entwicklung erfolgt mit fortgeschrittenen Studierenden: Im Sinne des Konzepts „von Studierenden für Studierende“ gestalten sie die Module aktiv mit, erwerben digitale und wissenschaftliche Kompetenzen und wirken an einer adaptierbaren und nachhaltigen Infrastruktur für die Altertumswissenschaften mit.

Für weitere Informationen und eine Anmeldung zu Seminar und Praktikum „Alte Sprachen und Schriften innovativ lehren“ kontaktieren Sie gern die Projektleiterinnen unter: zoellem@uni-mainz.de oder prechel@uni-mainz.de.

Im Forschungskolloquium präsentieren (internationale) Gäste und Kollegen der JGU die neuesten Ergebnisse ihrer Forschung.

Termine für das Sommer Semester 2026 (immer 18:15 Uhr, Hegelstraße 59, Raum 00-309)

Mi. 13.05. Dr. Mari Yamasaki (Mainz): Underwater spaces between experience and imagination. Some case studies from the Bronze and Iron Age Aegean

Mi. 20.05. Univ.-Prof. Dr. Stefano de Martino (Turin): Ḫatti and Aḫḫiyawa: Conflicts and Diplomacy Between the Two Shores of the Aegean

Mi. 27.05. Dr. Emilio Rodríguez-Álvarez (Salamanca): The Ocean Below

Do. 25.06. Dr. des. Sophia Marxer (Bern): Die hellenistische Keramik aus Sirkeli Höyük

Juli (TBD) Dr. Lærke Recht (Graz): Excavations at Late Bronze-Age Erimi-Pitharka, Cyprus

Sie alle sind herzlich zur Antrittsvorlesung von Frau Dr. habil. Ulrike Steinert, mit dem Titel „Tiere und Emotionen in altmesopotamischen Keilschrifttexten“ eingeladen, die am Donnerstag, 28.05. um 18.15 Uhr im Fakultätssaal, Philosophicum I, stattfinden wird.

Die Altorientalistik (auch: Altorientalische Philologie) ist die Wissenschaft von den Sprachen, Texten und Kulturen des Alten Vorderen Orients. Zu diesem Kulturraum zählen vor allem die Regionen der heutigen Staaten Irak, Syrien, Türkei und Iran, die häufig auch unter der Bezeichnung Mesopotamien („Zweistromland“) zusammengefasst werden.

Zwischen dem 4. und 1. Jahrtausend v. Chr. entstanden in diesen Regionen tausende Texte in Keilschrift. Sie wurden überwiegend auf Tontafeln geschrieben, sind aber auch auf anderen Materialien wie Stein oder Metall überliefert. Diese Texte bilden die wichtigste Quelle für unser Wissen über die altorientalischen Gesellschaften.

Ein Großteil der überlieferten Texte ist in den Sprachen Sumerisch, Akkadisch (Babylonisch und Assyrisch) sowie Hethitisch verfasst. Daneben sind zahlreiche weitere Sprachen belegt, etwa Elamisch oder Hurritisch. Die Entzifferung, Edition, Übersetzung und Interpretation dieser Texte gehören zu den zentralen Aufgaben der Altorientalistik.

Die Keilschriftüberlieferung eröffnet vielfältige Einblicke in die Lebenswelt des Alten Orients. Sie dokumentiert unter anderem politische Strukturen, wirtschaftliche Organisation, religiöse Vorstellungen, rechtliche Normen, wissenschaftliche Praktiken sowie literarische Traditionen. Damit trägt die Altorientalistik wesentlich zum Verständnis der frühen Hochkulturen und ihrer langfristigen kulturellen Entwicklungen bei.

Ein besonderer Schwerpunkt der Altorientalistik in Mainz liegt in der Erforschung des Hethitischen sowie in der Elamistik. Projekte wie der „Thesaurus Linguarum Hethaeorum digitalis“ oder die „Digitale Edition der Keilschrifttexte aus Haft Tappeh“ stehen exemplarisch für die Verbindung von philologischer Grundlagenarbeit und digitalen Methoden. Die Auswertung und digitale Aufbereitung keilschriftlicher Texte ist ein zentraler Bestandteil aktueller Forschung. Die Altorientalistik in Mainz arbeitet eng mit der Vorderasiatischen Archäologie zusammen. Darüber hinaus bestehen Kooperationen mit weiteren Disziplinen, darunter die Alttestamentliche Wissenschaft, die Informatik und die Kernphysik sowie mit der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz. Diese interdisziplinäre Vernetzung ermöglicht es, die Kulturen des Alten Orients aus unterschiedlichen Perspektiven zu erforschen und neue methodische Ansätze zu entwickeln.

Voraussetzungen: Ägyptologie und institutioneller Rahmen (ab 1948)

Die Entwicklung der Altorientalistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz lässt sich nur vor dem Hintergrund der bereits etablierten Ägyptologie verstehen, die seit 1948 fest an der Universität verankert war. Diese bildete über Jahrzehnte hinweg das zentrale altertumswissenschaftliche Fach mit Bezug zum Alten Orient und stellte sowohl infrastrukturelle als auch methodische Ressourcen bereit. Die Nähe zu textorientierten und archäologischen Ansätzen innerhalb der Ägyptologie erleichterte es, später auch andere Kulturräume des Alten Orients in Forschung und Lehre einzubeziehen. Somit fungierte die Ägyptologie gewissermaßen als institutionelles Fundament, auf dem die Altorientalistik in Mainz aufgebaut werden konnte.

Konsolidierung: Philologie und Infrastruktur (ab 2001)

Die weitere Konsolidierung der Disziplin erfolgte mit der Einrichtung einer zweiten Professur im Jahr 2001, diesmal für Altorientalische Philologie. Diese wurde zunächst durch Drittmittel finanziert und später dauerhaft in die universitäre Struktur integriert. Eine zentrale Rolle spielte hierbei Doris Prechel, die bis heute das Fach in Mainz maßgeblich prägt. Mit ihrer Arbeit insbesondere zur akkadischen Sprache und Keilschriftüberlieferung trug sie wesentlich zur Profilbildung der Mainzer Altorientalistik bei. Damit war die Disziplin auf zwei zentralen Säulen aufgebaut: der archäologischen Erforschung materieller Kultur und der philologischen Analyse keilschriftlicher Texte in Sprachen wie Akkadisch, Sumerisch und Hethitisch. Parallel dazu wurden bedeutende Bibliotheksbestände aufgebaut und erweitert, die als grundlegende Forschungsinfrastruktur dienten und den Standort für Studierende und Forschende gleichermaßen attraktiv machten.

Institutionalisierung: Institutsgründung (2002)

Ein weiterer Meilenstein wurde 2002 mit der Gründung des „Instituts für Ägyptologie und Altorientalistik“ erreicht. In dieser neuen organisatorischen Einheit wurden Ägyptologie, Vorderasiatische Archäologie und Altorientalische Philologie zusammengeführt. Die Bündelung dieser Disziplinen führte zu einer stärkeren institutionellen Sichtbarkeit der Altorientalistik und schuf zugleich ein eng verzahntes Forschungsumfeld. Die Kombination von textbasierten und archäologischen Methoden ermöglichte eine umfassendere Erforschung der Kulturen des Alten Orients und förderte die interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb des Instituts.

Ausbau der Forschung (2000er–2010er Jahre)

In den folgenden Jahren entwickelte sich Mainz zu einem wichtigen Standort der altorientalistischen Forschung. Internationale Ausgrabungsprojekte in Regionen wie dem Iran, Syrien und der Türkei spielten dabei eine zentrale Rolle und trugen wesentlich zur empirischen Fundierung der Disziplin bei. Gleichzeitig wurde die philologische Forschung weiter ausgebaut, insbesondere im Bereich der Edition und Auswertung keilschriftlicher Texte. Auch digitale Methoden gewannen zunehmend an Bedeutung und führten zu innovativen Ansätzen in den Digital Humanities. Diese Kombination aus Feldforschung, Textarbeit und methodischer Innovation prägte das Profil der Mainzer Altorientalistik nachhaltig.

Entwicklung der Lehre und Studienreformen (seit 2008)

Parallel zum Ausbau der Forschung wurde auch die Lehre grundlegend neu strukturiert. Im Zuge des Bologna-Prozesses führte die Johannes Gutenberg-Universität Mainz ab dem Wintersemester 2008/09 einen Bachelorstudiengang ein, gefolgt von einem Masterprogramm ab 2010/11. Diese Studiengänge verbanden Ägyptologie und Altorientalistik in einem integrierten Curriculum und ermöglichten eine international anschlussfähige Ausbildung. Die Reformen zielten darauf ab, Studierenden sowohl philologische als auch archäologische Kompetenzen zu vermitteln und sie früh in aktuelle Forschungszusammenhänge einzubinden. Damit wurde die Lehre systematisch modernisiert und an europäische Standards angepasst.

Integration in die Altertumswissenschaften und aktuelle Entwicklungen (ab 2013)

Im Jahr 2013 erfolgte eine strukturelle Neuausrichtung mit der Gründung des „Instituts für Altertumswissenschaften“, in das die bisherigen Einheiten integriert wurden. Diese Umstrukturierung spiegelt einen allgemeinen Trend zu stärkerer interdisziplinärer Vernetzung innerhalb der Geisteswissenschaften wider. Für die Altorientalistik bedeutete dies neue Kooperationsmöglichkeiten mit benachbarten Disziplinen wie Klassischer Archäologie und Alter Geschichte. Jüngere Entwicklungen, etwa das Studienprogramm „Archäologien und Philologien in den Altertumswissenschaften (ALPHA)“, zeigen, dass dieser integrative Ansatz weitergeführt wird. Insgesamt ist die Altorientalistik in Mainz heute fest in ein breiteres altertumswissenschaftliches Umfeld eingebettet und bleibt zugleich ein eigenständiges Profilfach.

An der Johannes Gutenberg-Universität Mainz wird die Altorientalistik im Rahmen des Bachelor- und Masterstudiengangs „Archäologien und Philologien in den Altertumswissenschaften (ALPHA)“ studiert.

ALPHA ist ein interdisziplinärer Studiengang, der verschiedene altertumswissenschaftliche Fächer miteinander verbindet, darunter Ägyptologie, Altorientalistik, Vorderasiatische Archäologie, Klassische Archäologie und Philologie. Ziel ist es, die Kulturen der Antike aus unterschiedlichen Perspektiven gemeinsam zu erforschen und traditionelle Fachgrenzen zu überwinden.

Innerhalb dieses Studiengangs wählen Sie die Altorientalische Philologie als Schwerpunkt. Dabei erwerben Sie fundierte Kenntnisse der Sprachen, Texte und Kulturen des Alten Vorderen Orients und werden schrittweise an die eigenständige Arbeit mit Keilschriftquellen herangeführt.

Ein zentraler Bestandteil des Studiums ist das Erlernen des Akkadischen, insbesondere der altbabylonischen Sprachstufe. Im weiteren Studienverlauf erweitern Sie Ihre Kompetenzen durch zusätzliche Keilschriftsprachen wie Sumerisch oder Hethitisch. In Lektürekursen arbeiten Sie mit Originaltexten und lernen, diese philologisch zu analysieren und historisch einzuordnen.

Das Studium verbindet sprachwissenschaftliche, historische und kulturwissenschaftliche Inhalte. Behandelt werden unter anderem Themen wie Politik und Verwaltung, Wirtschaft, Religion und Mythologie, Recht, Literatur sowie Aspekte des Alltagslebens im Alten Orient.

Ein besonderes Merkmal von ALPHA ist die enge Verzahnung von Philologie und Archäologie. Sie besuchen Lehrveranstaltungen aus verschiedenen Disziplinen und gewinnen so ein breites Verständnis der antiken Kulturen. Diese interdisziplinäre Ausrichtung ermöglicht es, Texte, materielle Kultur und historische Kontexte gemeinsam zu betrachten.

Praxisorientierte Elemente spielen eine wichtige Rolle im Studium. Dazu gehören unter anderem Übungen mit 3D-Drucken von Keilschrifttafeln sowie Exkursionen zu Museen und Sammlungen. Darüber hinaus sind im Studienverlauf praktische Leistungen und Exkursionen fest integriert . Nach dem Bachelorstudium kann das Studium im Masterstudiengang ALPHA fortgesetzt werden. Der Master vertieft die fachlichen Kenntnisse und legt einen stärkeren Fokus auf eigenständige Forschung. Sie erweitern Ihre sprachlichen Fähigkeiten, arbeiten intensiv mit Originalquellen und entwickeln eigene wissenschaftliche Fragestellungen im interdisziplinären Kontext.

Absolventinnen und Absolventen mit einem Schwerpunkt in Altorientalischer Philologie verfügen über fundierte sprachliche, analytische und kulturwissenschaftliche Kompetenzen. Sie sind in der Lage, komplexe Texte zu erschließen, kritisch zu interpretieren und in größere historische und kulturelle Zusammenhänge einzuordnen.

Durch die interdisziplinäre Ausrichtung des Studiengangs ALPHA erwerben sie zudem die Fähigkeit, unterschiedliche methodische Ansätze miteinander zu verbinden und sowohl textbasierte als auch materielle Quellen gemeinsam auszuwerten.

Berufliche Perspektiven ergeben sich insbesondere in folgenden Bereichen:

  • Hochschulen und Forschungseinrichtungen
  • Museen, Sammlungen und Ausstellungswesen
  • Bibliotheken und Archive
  • Verlagswesen und Wissenschaftskommunikation
  • usw.

Bereits während des Studiums erhalten die Studierenden Einblicke in mögliche Berufsfelder. Das regelmäßig angebotene Berufsbilderkolloquium stellt unterschiedliche Tätigkeitsbereiche vor und bietet die Möglichkeit, mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Praxis ins Gespräch zu kommen.

Darüber hinaus qualifiziert das Studium für Tätigkeiten, in denen analytisches Denken, strukturierte Informationsverarbeitung und sprachliche Präzision gefragt sind.

Der Bachelorabschluss im Studiengang ALPHA bildet zugleich eine solide Grundlage für weiterführende Masterstudiengänge in altertumswissenschaftlichen, archäologischen, philologischen, historischen oder kulturwissenschaftlichen Fächern.

Ein anschließendes Masterstudium eröffnet insbesondere den Weg zu einer wissenschaftlichen Laufbahn in Forschung und Lehre.

Dr. Billy Jean Collins

Dr. Claudia Posani

Prof. Dr. Piotr Taracha

Prof. Dr. Giulia Torri

d’Alfonso, Prof. Dr. Lorenzo

Bastici, Dr. Fabio

Brandes, Dr. Tim

Bräutigam, Sven

Ceccarelli, Dr. Manuel

Gilan, Dr. Amir

Görke, Dr. Susanne

Huber, Dr. Eva-Maria

Klöker, Jonas Joseph Johann, M.A.

Lepši, Maria, M.A.

Lorenz-Link, Ulrike, M.A.

Stivala, Dr. Gabriella

Zubieta Lupo, Valeria, M.A.

Im Sommersemester 2026 startet das neue vom Gutenberg Lehr-Kolleg geförderte Projekt „LEARN-AB – Learning Environment for Ancient Egyptian and Babylonian“ (SoSe 2026). Unter der Leitung von Dr. Monika Zöller-Engelhardt (Ägyptologie) und Univ.-Prof. Dr. Doris Prechel (Altorientalistik) entsteht erstmals eine gemeinsame digitale Lehr-Lernumgebung für Ägyptisch und Babylonisch.

Ziel des Projekts ist es, die Vermittlung von Hieroglyphen und Mittelägyptisch sowie Keilschrift und Babylonisch durch eine interdisziplinäre, forschungs- und projektorientierte Lernumgebung im LMS Moodle nachhaltig zu unterstützen. In Kooperation mit dem Ancient Sciences Innovation Lab (ASIL) werden innovative digitale Bausteine erarbeitet, die Präsenz- und Hybridlehre ergänzen und selbstgesteuertes Lernen fördern.

Die Entwicklung erfolgt mit fortgeschrittenen Studierenden: Im Sinne des Konzepts „von Studierenden für Studierende“ gestalten sie die Module aktiv mit, erwerben digitale und wissenschaftliche Kompetenzen und wirken an einer adaptierbaren und nachhaltigen Infrastruktur für die Altertumswissenschaften mit.

Für weitere Informationen und eine Anmeldung zu Seminar und Praktikum „Alte Sprachen und Schriften innovativ lehren“ kontaktieren Sie gern die Projektleiterinnen unter: zoellem@uni-mainz.de oder prechel@uni-mainz.de.

Seit Oktober 2022 ist ein neues Projekt in der Altorientalischen Philologie beheimatet: Akkadische und Hethitische Emotionsbegriffe im Kontext (Untertitel: Auf dem Weg zu einem Lexikon der Emotionen in Keilschrifttexten aus dem alten Mesopotamien und Kleinasien). Das Projekt ist eine Kooperation mit der Universität in Tel Aviv, Israel – das Mainzer Team, geleitet von Prof. Dr. Doris Prechel und Dr. habil. Ulrike Steinert, beschäftigt sich mit dem Akkadischen, das israelische unter Prof. Dr. Amir Gilan mit dem Hethitischen.

Das Forschungsvorhaben verfolgt eine umfassende Studie der semantischen Domäne von Emotionen sowohl im Akkadischen als auch im Hethitischen. Es soll systematisch erforscht werden, wie Emotionen in den beiden Sprachen linguistisch und kontextuell differenziert und abgegrenzt wurden; in die Untersuchungen werden die semantischen Eigenschaften, Ähnlichkeiten und Beziehungen zwischen verschiedenen Emotionsbegriffen, ihre Verwendung und Entwicklungen in verschiedenen Textgattungen, Perioden und Kontexten einbezogen. Mit seinem thematischen Fokus und seinem vergleichenden, korpuslinguistischen Ansatz wird das vorgeschlagene Projekt neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit anderen philologischen und historischen Disziplinen eröffnen, den Rahmen der Altorientalistik weiter ausdehnen und ihre Relevanz hervorheben, indem es einen wichtigen Beitrag zu einem rezenten und äußerst lebendigen Forschungsfeld leistet.

Leitung: Prof. Dr. Doris Prechel, Dr. habil. Ulrike Steinert

Wissenschaftliche Hilfskraft: Jonas Klöker M.A. (2022-2023), Letizia Savino M.A. (seit 2023)

Gefördert von der DFG (seit 2022)

Die Stadt Haft Tappeh (Kabnak) liegt etwa 15 km südöstlich der bedeutenden Stadt Susa, in der heutigen iranischen Provinz Chuzestan. Aufgrund ihrer geographischen Lage am Rande der mesopotamischen Ebene und an den Ausläufern des Zagros-Gebirges stellt die Region eine wichtige Kontaktzone zwischen Mesopotamien im Westen und dem iranischen Hochland im Osten dar.

Schon die Ausgrabungen Ezatollah Negabhans, die zwischen 1965 und 1978 durchgeführt wurden, haben neben monumentalen Gebäudestrukturen auch zahlreiche Tontafeln zutage befördert, die in der Mehrzahl administrative Vorgänge beleuchten und somit auf die Bedeutung der Stadt zu Beginn der späten Bronzezeit schließen lassen.

Die archäologischen Untersuchungen in Haft Tappeh wurden von 2001 an von Behzad Mofidi-Nasrabadi weitergeführt. Im Rahmen der Grabungskampagnen von 2005 und 2007 wurde ein Gebäudekomplex freigelegt, in dem weitere 634 Tontafeln und Tafelfragmente gefunden wurden. Die Texte sind ebenfalls administrativer Natur und in akkadischer Sprache verfasst. Sie stellen somit für die Region die letzten Zeugnisse akkadischsprachiger Administration dar, bevor sich das Elamische als Verwaltungssprache durchsetzte.

Dieser bedeutende Textfund wird im Rahmen des von der DFG geförderten Projektes „Digitale Edition der Keilschrifttexte aus Haft Tappeh (Iran)“ erstmals bearbeitet. Auf Basis von 3D-Aufnahmen wird die editio princeps in einem innovativen Ansatz dabei vollständig unter digitalen Gesichtspunkten erfolgen. Im Zuge dessen kooperiert der Arbeitsbereich Altorientalischen Philologie mit der Hochschule Mainz / Mainzed.

Leitung: Doris Prechel, Kai Christian Bruhn

Koordination: Tim Brandes

Wissenschaftliche Mitarbeiter: Tim Brandes, Timo Homburg (9/2019-2/2022)

Wissenschaftliche Hilfskräfte: Ali Zalaghi, Lukas Ahlborn

Gefördert von der DFG (2019-2023)

Die mehr als 30.000 Tontafeln und Tontafelfragmente in Keilschrift aus den Archiven der hethitischen Hauptstadt Ḫattuša (Zentralanatolien) sowie aus anderen hethitischen Fundorten umfassen Texte sowohl auf Hethitisch, der ältesten belegten indogermanischen Sprache, als auch in anderen anatolischen und nicht-anatolischen Sprachen (Luwisch, Palaisch, Hattisch, Hurritisch, Akkadisch, Sumerisch) und stellen eine der reichsten und wichtigsten Textüberlieferungen des alten Orients dar. Die Transliterationen der verschiedenen Texte und Fragmente sind derzeit vor allem in der hethitologischen Fachliteratur zugänglich, und erst in geringerem Maße in Form von digitalen Editionen. Die Herausforderungen der modernen Forschung bedürfen aber einer umfassenden digitalen Sammlung, die als durchsuchbare Datenbank von Texten in Transliteration fungiert.

Dieses Desideratum der Hethitologie wird das von der DFG geförderte Projekt Thesaurus Linguarum Hethaeorum digitalis (TLHdig), an dem die Universitäten von Mainz, Würzburg, Marburg, und die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz beteiligt sind, erfüllen. Ziel des Projektes ist, ein digitales, Open-Access und annotiertes Repositorium der Transliterationen aller zugänglichen Keilschrifttexte aus den hethitischen Archiven zu schaffen, das in die digitale Infrastruktur „Hethitologie-Portal Mainz“ (HPM) integriert wird und komplexe Suchfunktionen ermöglicht. Durch ein Online Creator Interface wird der Thesaurus über die geplante Projektdauer hinaus von der hethitologischen Gemeinschaft regelmäßig aktualisiert werden können. Damit wird TLHdig einen neuen Zugang zu den hethitischen Primärquellen in Transliteration eröffnen und anspruchsvolle Forschungsmöglichkeiten anbieten.

Leitung: Gerfrid G. W. Müller (ADW), Doris Prechel (JGU), Elisabeth Rieken (UMR), Daniel Schwemer (JMU)

Wissenschaftliche Mitarbeiter: Fabio Bastici (JGU), Birgit Christiansen (UMR), Björn Eyselein (JMU)

Wissenschaftliche Hilfskräfte: Paul Herdt (UMR), Gudrun Samberger (JMU), Letizia Savino (JGU)

Gefördert von der DFG (2020-2023)

Ansprechpartner*innen: Letizia Savino, M.A. / Lena Wittmers

Die Bibliothek befindet sich in der Hegelstr. 59, 1. Stock rechts.

Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 10:00-17:00

Benutzung:

Seit dem 1. November 2025 ist die Verwaltung der Bereichsbibliothek Altorientalistik an die Zentralbibliothek übergegangen. Der Bestand ist über den Online-Katalog der UB Mainz abzufragen. Es handelt sich um eine Präsenzbibliothek, die Bücher sind am Ort zu benutzen. Möglichkeiten zur digitalen Recherche, zum Scannen und Kopieren sind vor Ort vorhanden.

Sammelgebiete:

Der Bestand umfasst Philologie, Archäologie und die Geschichte des alten Orient.

Separata

Die Liste der Separata der Bibliothek Altorientalistik sowie deren Digitalisierung werden derzeit erstellt und stehen hier Ende 2026/Anfang 2027 zur Verfügung.

Unicode Fonts & Keyboards

Die Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur hat Tastaturen und Fonts entwickelt, die das Transkribieren von Keilschriftsprachen erleichtern. Hier ist ein Link zu ihrer Website, wo Sie die Inhalte herunterladen und installieren können.

Unicode Cuneiform

Die Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur hat eine Unicode-Sprache zur digitalen Wiedergabe von Keilschriftzeichen entwickelt. Hier ist ein Link zu ihrer Website, wo Sie die Inhalte herunterladen und installieren können.

Chicago Assyrian Dictionary (Chicago)

Auf dieser Seite können Sie alle Bände des Chicago Assyrian Dictionary als PDF herunterladen.

Supplements to the Akkadian Dictionaries (Leipzig)

Auf dieser Seite können Sie PDFs der Ergänzungen zu den von der Universität Leipzig erstellten akkadischen Wörterbüchern herunterladen.

Reallexikon der Assyriologie und Vorderasiatischen Archäologie (RlA, Bayerische Akademie der Wissenschaften)

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zum Reallexikon der Assyriologie und Vorderasiatischen Archäologie (RlA).

Achaenenet

Ancient World Online (AWOL)

Archibab Textes
Bibliography of Mesopotamian Astral Science
The Chicago Hittite Dictionary Project
Cuneiform Commentaries Project
Cuneiform Digital Library (CDLI)
Digitale Nah- und Mitteloststudien (DNMS)
Edition literarischer Keilschrifttexte aus Assur (Heidelberger Akademie der Wissenschaften)

eBL
Electronic Text Corpus of Sumerian Literature (ETCSL)
Electronic Tools and Ancient Near Eastern Archives (ETANA)
Hethitologie-Portal Mainz
Keilschrift-Bibliographie online
Leipzig-Münchner sumerischer Zettelkasten (Stand: 09.2006)
Propyläum – Die virtuelle Fachbibliothek für Altertumswissenschaften

Prosobab
Publikationen des Oriental Institute of The University of Chicago
Rencontre Assyriologique Internationale (RAI)
Reallexikon der Assyriologie (RlA)
Société pour l’étude du Proche-Orient ancien (SEPOA)
Sources of Early Akkadian Literature (SEAL)
The Neo-Assyrian Text Corpus Project, Helsinki
The Open Richly Annotated Cuneiform Corpus (ORACC)
The Pennsylvania Sumerian Dictionary (ePSD)
Topoi (Excellence Cluster Frei Universität Berlin und Humboldt-Universität Berlin)
Yale University – Babylonian Collection

Freie Universität Berlin
Uni Frankfurt
Uni Freiburg i.B.
Uni Göttingen

Uni Hamburg
Uni Heidelberg
Uni Jena
Uni Leipzig
Uni Marburg
Uni München
Uni Münster
Uni Tübingen
Uni Würzburg
Uni Bern
Uni Innsbruck
Uni Wien

American Oriental Society
Deutsche Orient-Gesellschaft
International Association for Assyriology
School of Oriental and African Studies (SOAS)
University of Chicago: Oriental Institute
University of Oxford: Faculty of Oriental Studies

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