Wie lassen sich archäologische Objekte digital dokumentieren und für Forschung und Lehre neu erschließen? Der dreitägige Workshop widmet sich der 3D-Digitalisierung und digitalen Dokumentation der Lehrsammlung der Altorientalistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Nach einer Einführung in die Grundlagen und Anwendungsmöglichkeiten der 3D-Digitalisierung archäologischer Objekte erhalten die Teilnehmer:innen Einblicke in ein konkretes Projekt zur Anwendung von 3D-Technologie in Archäologie und Philologie. Weitere Schwerpunkte sind die wissenschaftliche Objektdokumentation, die Erfassung von Metadaten, die Dokumentation von Inschriften sowie die Nutzung digitaler Modelle für Forschung, Lehre und wissenschaftliche Vermittlung.
Im praktischen Teil arbeiten die Teilnehmer:innen in Gruppen mit Objekten aus der Lehrsammlung. Sie erproben die 3D-Digitalisierung, dokumentieren ausgewählte Objekte und überprüfen und ergänzen die bereits vorhandenen Informationen auf der Website der Sammlung.
Der Workshop richtet sich an Studierende und Mitarbeitende aller Fächer der Altertumswissenschaften (ALPHA) und ist auch für Studierende der Rhein-Main-Universitäten (RMU) geöffnet. Er verbindet praktische Erfahrung mit methodischen Fragen der digitalen Dokumentation und zeigt, wie 3D-Modelle und strukturierte Objektdaten zur Weiterentwicklung einer universitären Lehrsammlung beitragen können.
Hinweis für Studierende: Bitte melden Sie sich zusätzlich über JOGUStine an, falls Sie sich diesen Workshop für Ihr Studium anrechnen lassen möchten.
Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Dr. Letizia Savino (letizia.savino@uni-mainz.de).
Im Forschungskolloquium präsentieren (internationale) Gäste und Kollegen der JGU die neuesten Ergebnisse ihrer Forschung.
Termine für das WinterSemester 2026/2027 (immer 18:15 Uhr, Hegelstraße 59, Raum 00-309)
Mi. 28.10.2026 Dr. Charles Steitler (ADW Mainz): Latest research on the Hittite AN.DAH.ŠUM festival
Fr. 11.12.2026 Dr. Laerke Recht: Erimi-Pitharka
Mi. 13.01.2027 Dr. Michele Bianconi (Uppsala): TBD
Mi. 27.01.2027 Dr. Maurizio Viano (Turin): Debt and Indebtedness at Emar
Link zur Online-Teilnahme: https://bbb.rlp.net/rooms/upp-lgq-6cb-cwe/join
Die Altorientalistik (auch: Altorientalische Philologie) ist die Wissenschaft von den Sprachen, Texten und Kulturen des Alten Vorderen Orients. Zu diesem Kulturraum zählen vor allem die Regionen der heutigen Staaten Irak, Syrien, Türkei und Iran, die häufig auch unter der Bezeichnung Mesopotamien („Zweistromland“) zusammengefasst werden.
Zwischen dem 4. und 1. Jahrtausend v. Chr. entstanden in diesen Regionen tausende Texte in Keilschrift. Sie wurden überwiegend auf Tontafeln geschrieben, sind aber auch auf anderen Materialien wie Stein oder Metall überliefert. Diese Texte bilden die wichtigste Quelle für unser Wissen über die altorientalischen Gesellschaften.
Ein Großteil der überlieferten Texte ist in den Sprachen Sumerisch, Akkadisch (Babylonisch und Assyrisch) sowie Hethitisch verfasst. Daneben sind zahlreiche weitere Sprachen belegt, etwa Elamisch oder Hurritisch. Die Entzifferung, Edition, Übersetzung und Interpretation dieser Texte gehören zu den zentralen Aufgaben der Altorientalistik.
Die Keilschriftüberlieferung eröffnet vielfältige Einblicke in die Lebenswelt des Alten Orients. Sie dokumentiert unter anderem politische Strukturen, wirtschaftliche Organisation, religiöse Vorstellungen, rechtliche Normen, wissenschaftliche Praktiken sowie literarische Traditionen. Damit trägt die Altorientalistik wesentlich zum Verständnis der frühen Hochkulturen und ihrer langfristigen kulturellen Entwicklungen bei.
Ein besonderer Schwerpunkt der Altorientalistik in Mainz liegt in der Erforschung des Hethitischen sowie in der Elamistik. Projekte wie der „Thesaurus Linguarum Hethaeorum digitalis“ oder die „Digitale Edition der Keilschrifttexte aus Haft Tappeh“ stehen exemplarisch für die Verbindung von philologischer Grundlagenarbeit und digitalen Methoden. Die Auswertung und digitale Aufbereitung keilschriftlicher Texte ist ein zentraler Bestandteil aktueller Forschung. Die Altorientalistik in Mainz arbeitet eng mit der Vorderasiatischen Archäologie zusammen. Darüber hinaus bestehen Kooperationen mit weiteren Disziplinen, darunter die Alttestamentliche Wissenschaft, die Informatik und die Kernphysik sowie mit der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz. Diese interdisziplinäre Vernetzung ermöglicht es, die Kulturen des Alten Orients aus unterschiedlichen Perspektiven zu erforschen und neue methodische Ansätze zu entwickeln.
An der Johannes Gutenberg-Universität Mainz wird die Altorientalistik im Rahmen des Bachelor- und Masterstudiengangs „Archäologien und Philologien in den Altertumswissenschaften (ALPHA)“ studiert.
ALPHA ist ein interdisziplinärer Studiengang, der verschiedene altertumswissenschaftliche Fächer miteinander verbindet, darunter Ägyptologie, Altorientalistik, Vorderasiatische Archäologie, Klassische Archäologie und Philologie. Ziel ist es, die Kulturen der Antike aus unterschiedlichen Perspektiven gemeinsam zu erforschen und traditionelle Fachgrenzen zu überwinden.
Innerhalb dieses Studiengangs wählen Sie die Altorientalische Philologie als Schwerpunkt. Dabei erwerben Sie fundierte Kenntnisse der Sprachen, Texte und Kulturen des Alten Vorderen Orients und werden schrittweise an die eigenständige Arbeit mit Keilschriftquellen herangeführt.
Ein zentraler Bestandteil des Studiums ist das Erlernen des Akkadischen, insbesondere der altbabylonischen Sprachstufe. Im weiteren Studienverlauf erweitern Sie Ihre Kompetenzen durch zusätzliche Keilschriftsprachen wie Sumerisch oder Hethitisch. In Lektürekursen arbeiten Sie mit Originaltexten und lernen, diese philologisch zu analysieren und historisch einzuordnen.
Das Studium verbindet sprachwissenschaftliche, historische und kulturwissenschaftliche Inhalte. Behandelt werden unter anderem Themen wie Politik und Verwaltung, Wirtschaft, Religion und Mythologie, Recht, Literatur sowie Aspekte des Alltagslebens im Alten Orient.
Ein besonderes Merkmal von ALPHA ist die enge Verzahnung von Philologie und Archäologie. Sie besuchen Lehrveranstaltungen aus verschiedenen Disziplinen und gewinnen so ein breites Verständnis der antiken Kulturen. Diese interdisziplinäre Ausrichtung ermöglicht es, Texte, materielle Kultur und historische Kontexte gemeinsam zu betrachten.
Praxisorientierte Elemente spielen eine wichtige Rolle im Studium. Dazu gehören unter anderem Übungen mit 3D-Drucken von Keilschrifttafeln sowie Exkursionen zu Museen und Sammlungen. Darüber hinaus sind im Studienverlauf praktische Leistungen und Exkursionen fest integriert . Nach dem Bachelorstudium kann das Studium im Masterstudiengang ALPHA fortgesetzt werden. Der Master vertieft die fachlichen Kenntnisse und legt einen stärkeren Fokus auf eigenständige Forschung. Sie erweitern Ihre sprachlichen Fähigkeiten, arbeiten intensiv mit Originalquellen und entwickeln eigene wissenschaftliche Fragestellungen im interdisziplinären Kontext.
2025
Steinert, Dr. Ulrike: Women’s Healthcare in Ancient Mesopotamia in the First Millennium BCE. An Edition of the Textual Sources
2026
Savino, Letizia: Medicine Across Borders. Circulation of Medical Experts and Expertise in the Second Millennium BCE in the Ancient Near East (Betreuerin: Prof. Dr. D. Prechel)
- Veröffentlichung läuft
2019
Brandes, Tim: Das mesopotamische Konzept von Zeit in Natur und Gesellschaft des 1. Jahrtausends v. Chr. (Betreuerin: Prof. Dr. D. Prechel) [GRK 1876]
Huber, Eva-Maria: Girsu in der Akkade-Zeit. Eine Untersuchung zum sargonischen énsi-Archiv (Betreuer: Prof. Dr. W. Sommerfeld/Universität Marburg)
2018
Chrzanowska, Anna Karatzyna: Nachbarn des Oberen Landes. Studium der politischen Geographie der Grenzregionen Ḫattis (Betreuerin: Prof. Dr. D. Prechel)
2017
Zubieta Lupo, Valeria: Konzepte hethitischer Heilpraktik (Betruerin: Prof. Dr. D. Prechel) [GRK 1876]
2013
Ceccarelli, Manuel: Enki und Ninmaḫ. Ein Mythos in sumerischer Sprache (Betreuer: Prof. Dr. K. Volk/Universität Tübingen, Prof. Dr. P. Attinger/ Universität Bern)
2009
Gilan, Amir: Historische Erzählungen aus der althethitischen Zeit – Versuch einer Klassifizierung (Betreuer: Prof. Dr. Joost Hazenbos/Universität Leipzig)
Lorenz-Link, Ulrike: Uralte Götter und Unterweltsgötter. Religionsgeschichtliche Betrachtungen zu der „Sonnengöttin der Erde“ und den „uralten Göttern“ bei den Hethitern
2005
Görke, Susanne: Das Ritual der Aštu (CTH 490) – Rekonstruktion und Tradition eines hurritisch-hethitischen Rituals aus Boğazköy/Ḫattuša
laufend
Ahlborn, Lukas (Betreuung: Prof. Dr. D. Prechel, Dr. C. Steitler)
2024
Klöler, Jonas: (ša). Syntaktische Variation der nominalen Possessivkonstruktion in babylonischen Briefen (Betreuerin: Prof. Dr. D. Prechel)
2015
Ahlers, Stefanie: Königliche Paradise: künstlich angelegte Biotope als Thema neuassyrischer Keilschrifttexte (Betruerin: Prof. Dr. D. Prechel)
2023
Ahlborn, Lukas (Betreuung: Prof. Dr. D. Prechel, Dr. T. Brandes)
2019
Krimmel, Laura: Instanzen einer Tawananna am Beispiel Puduḫepas (Betreuerin: Prof. Dr. D. Prechel)
2016
Melzer, Sabine: Der mittelassyrische Inventartext VAT 16462 aus Kār-Tukultī-Ninurta (Betreuerin: Prof. Dr. D. Prechel)
Absolventinnen und Absolventen mit einem Schwerpunkt in Altorientalischer Philologie verfügen über fundierte sprachliche, analytische und kulturwissenschaftliche Kompetenzen. Sie sind in der Lage, komplexe Texte zu erschließen, kritisch zu interpretieren und in größere historische und kulturelle Zusammenhänge einzuordnen.
Durch die interdisziplinäre Ausrichtung des Studiengangs ALPHA erwerben sie zudem die Fähigkeit, unterschiedliche methodische Ansätze miteinander zu verbinden und sowohl textbasierte als auch materielle Quellen gemeinsam auszuwerten.
Berufliche Perspektiven ergeben sich insbesondere in folgenden Bereichen:
- Hochschulen und Forschungseinrichtungen
- Museen, Sammlungen und Ausstellungswesen
- Bibliotheken und Archive
- Verlagswesen und Wissenschaftskommunikation
- usw.
Bereits während des Studiums erhalten die Studierenden Einblicke in mögliche Berufsfelder. Das regelmäßig angebotene Berufsbilderkolloquium stellt unterschiedliche Tätigkeitsbereiche vor und bietet die Möglichkeit, mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Praxis ins Gespräch zu kommen.
Darüber hinaus qualifiziert das Studium für Tätigkeiten, in denen analytisches Denken, strukturierte Informationsverarbeitung und sprachliche Präzision gefragt sind.
Der Bachelorabschluss im Studiengang ALPHA bildet zugleich eine solide Grundlage für weiterführende Masterstudiengänge in altertumswissenschaftlichen, archäologischen, philologischen, historischen oder kulturwissenschaftlichen Fächern.
Ein anschließendes Masterstudium eröffnet insbesondere den Weg zu einer wissenschaftlichen Laufbahn in Forschung und Lehre.
Bastici, Dr. Fabio
Bräutigam, Sven
Huber, Dr. Eva-Maria
Klöker, Jonas Josef Johann, M.A.
Lepši, Maria, M.A.
Lorenz-Link, Dr. Ulrike
Stivala, Dr. Gabriella
Zubieta Lupo, Dr. Valeria
Im Sommersemester 2026 startet das neue vom Gutenberg Lehr-Kolleg geförderte Projekt „LEARN-AB – Learning Environment for Ancient Egyptian and Babylonian“ (SoSe 2026). Unter der Leitung von Dr. Monika Zöller-Engelhardt (Ägyptologie) und Univ.-Prof. Dr. Doris Prechel (Altorientalistik) entsteht erstmals eine gemeinsame digitale Lehr-Lernumgebung für Ägyptisch und Babylonisch.
Ziel des Projekts ist es, die Vermittlung von Hieroglyphen und Mittelägyptisch sowie Keilschrift und Babylonisch durch eine interdisziplinäre, forschungs- und projektorientierte Lernumgebung im LMS Moodle nachhaltig zu unterstützen. In Kooperation mit dem Ancient Sciences Innovation Lab (ASIL) werden innovative digitale Bausteine erarbeitet, die Präsenz- und Hybridlehre ergänzen und selbstgesteuertes Lernen fördern.
Die Entwicklung erfolgt mit fortgeschrittenen Studierenden: Im Sinne des Konzepts „von Studierenden für Studierende“ gestalten sie die Module aktiv mit, erwerben digitale und wissenschaftliche Kompetenzen und wirken an einer adaptierbaren und nachhaltigen Infrastruktur für die Altertumswissenschaften mit.
Für weitere Informationen und eine Anmeldung zu Seminar und Praktikum „Alte Sprachen und Schriften innovativ lehren“ kontaktieren Sie gern die Projektleiterinnen unter: zoellem@uni-mainz.de oder prechel@uni-mainz.de.
Seit Oktober 2022 ist ein neues Projekt in der Altorientalischen Philologie beheimatet: Akkadische und Hethitische Emotionsbegriffe im Kontext (Untertitel: Auf dem Weg zu einem Lexikon der Emotionen in Keilschrifttexten aus dem alten Mesopotamien und Kleinasien). Das Projekt ist eine Kooperation mit der Universität in Tel Aviv, Israel – das Mainzer Team, geleitet von Prof. Dr. Doris Prechel und Dr. habil. Ulrike Steinert, beschäftigt sich mit dem Akkadischen, das israelische unter Prof. Dr. Amir Gilan mit dem Hethitischen.
Das Forschungsvorhaben verfolgt eine umfassende Studie der semantischen Domäne von Emotionen sowohl im Akkadischen als auch im Hethitischen. Es soll systematisch erforscht werden, wie Emotionen in den beiden Sprachen linguistisch und kontextuell differenziert und abgegrenzt wurden; in die Untersuchungen werden die semantischen Eigenschaften, Ähnlichkeiten und Beziehungen zwischen verschiedenen Emotionsbegriffen, ihre Verwendung und Entwicklungen in verschiedenen Textgattungen, Perioden und Kontexten einbezogen. Mit seinem thematischen Fokus und seinem vergleichenden, korpuslinguistischen Ansatz wird das vorgeschlagene Projekt neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit anderen philologischen und historischen Disziplinen eröffnen, den Rahmen der Altorientalistik weiter ausdehnen und ihre Relevanz hervorheben, indem es einen wichtigen Beitrag zu einem rezenten und äußerst lebendigen Forschungsfeld leistet.
Leitung: Prof. Dr. Doris Prechel, Dr. habil. Ulrike Steinert
Wissenschaftliche Hilfskraft: Jonas Klöker M.A. (2022-2023), Dr. Letizia Savino (seit 2023)
Gefördert von der DFG (seit 2022)
Die Stadt Haft Tappeh (Kabnak) liegt etwa 15 km südöstlich der bedeutenden Stadt Susa, in der heutigen iranischen Provinz Chuzestan. Aufgrund ihrer geographischen Lage am Rande der mesopotamischen Ebene und an den Ausläufern des Zagros-Gebirges stellt die Region eine wichtige Kontaktzone zwischen Mesopotamien im Westen und dem iranischen Hochland im Osten dar.
Schon die Ausgrabungen Ezatollah Negabhans, die zwischen 1965 und 1978 durchgeführt wurden, haben neben monumentalen Gebäudestrukturen auch zahlreiche Tontafeln zutage befördert, die in der Mehrzahl administrative Vorgänge beleuchten und somit auf die Bedeutung der Stadt zu Beginn der späten Bronzezeit schließen lassen.
Die archäologischen Untersuchungen in Haft Tappeh wurden von 2001 an von Behzad Mofidi-Nasrabadi weitergeführt. Im Rahmen der Grabungskampagnen von 2005 und 2007 wurde ein Gebäudekomplex freigelegt, in dem weitere 634 Tontafeln und Tafelfragmente gefunden wurden. Die Texte sind ebenfalls administrativer Natur und in akkadischer Sprache verfasst. Sie stellen somit für die Region die letzten Zeugnisse akkadischsprachiger Administration dar, bevor sich das Elamische als Verwaltungssprache durchsetzte.
Dieser bedeutende Textfund wird im Rahmen des von der DFG geförderten Projektes „Digitale Edition der Keilschrifttexte aus Haft Tappeh (Iran)“ erstmals bearbeitet. Auf Basis von 3D-Aufnahmen wird die editio princeps in einem innovativen Ansatz dabei vollständig unter digitalen Gesichtspunkten erfolgen. Im Zuge dessen kooperiert der Arbeitsbereich Altorientalischen Philologie mit der Hochschule Mainz / Mainzed.
Leitung: Doris Prechel, Kai Christian Bruhn
Koordination: Tim Brandes
Wissenschaftliche Mitarbeiter: Tim Brandes, Timo Homburg (9/2019-2/2022)
Wissenschaftliche Hilfskräfte: Ali Zalaghi, Lukas Ahlborn
Gefördert von der DFG (2019-2023)
Die mehr als 30.000 Tontafeln und Tontafelfragmente in Keilschrift aus den Archiven der hethitischen Hauptstadt Ḫattuša (Zentralanatolien) sowie aus anderen hethitischen Fundorten umfassen Texte sowohl auf Hethitisch, der ältesten belegten indogermanischen Sprache, als auch in anderen anatolischen und nicht-anatolischen Sprachen (Luwisch, Palaisch, Hattisch, Hurritisch, Akkadisch, Sumerisch) und stellen eine der reichsten und wichtigsten Textüberlieferungen des alten Orients dar. Die Transliterationen der verschiedenen Texte und Fragmente sind derzeit vor allem in der hethitologischen Fachliteratur zugänglich, und erst in geringerem Maße in Form von digitalen Editionen. Die Herausforderungen der modernen Forschung bedürfen aber einer umfassenden digitalen Sammlung, die als durchsuchbare Datenbank von Texten in Transliteration fungiert.
Dieses Desideratum der Hethitologie wird das von der DFG geförderte Projekt Thesaurus Linguarum Hethaeorum digitalis (TLHdig), an dem die Universitäten von Mainz, Würzburg, Marburg, und die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz beteiligt sind, erfüllen. Ziel des Projektes ist, ein digitales, Open-Access und annotiertes Repositorium der Transliterationen aller zugänglichen Keilschrifttexte aus den hethitischen Archiven zu schaffen, das in die digitale Infrastruktur „Hethitologie-Portal Mainz“ (HPM) integriert wird und komplexe Suchfunktionen ermöglicht. Durch ein Online Creator Interface wird der Thesaurus über die geplante Projektdauer hinaus von der hethitologischen Gemeinschaft regelmäßig aktualisiert werden können. Damit wird TLHdig einen neuen Zugang zu den hethitischen Primärquellen in Transliteration eröffnen und anspruchsvolle Forschungsmöglichkeiten anbieten.
Leitung: Gerfrid G. W. Müller (ADW), Doris Prechel (JGU), Elisabeth Rieken (UMR), Daniel Schwemer (JMU)
Wissenschaftliche Mitarbeiter: Fabio Bastici (JGU), Birgit Christiansen (UMR), Björn Eyselein (JMU)
Wissenschaftliche Hilfskräfte: Paul Herdt (UMR), Gudrun Samberger (JMU), Letizia Savino (JGU)
Gefördert von der DFG (2020-2023)
Fachvertreter archäologisch-philologisch und theologisch-historischer Bereiche der Johannes Gutenberg-Universität Mainz haben sich zusammengeschlossen, um die Bewertung des Erfolges und Versagens von Herrschern der Alten Welt in Gegenwart und Vergangenheit zu erforschen.
Häuptlinge, Fürsten, Könige und Kaiser längst vergangener Zeiten dienen häufig modernen Historikern zur Benennung ganzer Epochen der Menschheitsgeschichte. In der Retrospektive stehen diese Individuen scheinbar omnipräsent im Mittelpunkt gesellschaftlichen Wirkens. Je nach Quellenstand wird jedoch deutlich, dass Gradmesser des Erfolges sowohl in der Persönlichkeit des Herrschenden selbst als auch in dem Schaffen der ihm zur Verfügung stehenden Spezialisten (z.B. Schreiber, Gelehrte, Handwerker und die sog. Elite) zu suchen sind. Auch wenn in jeder der in der Arbeitsgemeinschaft „Kraftprobe Herrschaft“ vertretenen Disziplinen die Forschungsliteratur zum Thema König/Königtum schier unüberblickbar ist, bleibt es ein Desiderat, das bislang Erforschte und Geschriebene systematisch in Relation zu den Primärquellen, dem zeitgeschichtlichen Rahmen und der rezenten Forscherpersönlichkeit zu setzen.
Der Problematik, dass eine kritische Haltung gegenüber dem jeweils herrschenden Monarchen den zeitgenössischen Quellen kaum zu entnehmen ist, wird durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit erheblich entgegengewirkt. In Primärquellen treten nur selten Hinweise auf ein Versagen des Herrschers hervor. Gewöhnlich regiert ein starker und stets erfolgreicher König. Dennoch bieten bereits die antike und mittelalterliche Geschichtsschreibung (Chroniken, Annalen, hagiographische Texte etc.) Anhaltspunkte für einen berechtigten Zweifel an der einer Königsideologie unterliegenden schriftlichen und ikonographischen Darstellung der Potentaten, die in der Zusammenschau unterschiedlicher Wissenschaften erst konturiert erkennbar wird. Punktuelle Teleskopierungen auf Herrscher in der Zeit von 3000 v. Chr. bis in das 15. nachchristliche Jahrhundert, deren Machteinflüsse zwischen Persischem Golf und Kantabrischer See angesiedelt waren, dienen den induktiv angelegten Untersuchungen als Basis interdisziplinärer, häufig von Komplementierung bereicherter Vergleiche.
Ansprechpartner*innen: Dr. Letizia Savino / Lena Wittmers
Die Bibliothek befindet sich in der Hegelstr. 59, 1. Stock rechts.
Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 10:00-17:00
E-Mail Addresse: bibaltorient@uni-mainz.de
Benutzung:
Seit dem 1. November 2025 ist die Verwaltung der Bereichsbibliothek Altorientalistik an die Zentralbibliothek übergegangen. Der Bestand ist über den Online-Katalog der UB Mainz abzufragen. Es handelt sich um eine Präsenzbibliothek, die Bücher sind am Ort zu benutzen. Möglichkeiten zur digitalen Recherche, zum Scannen und Kopieren sind vor Ort vorhanden.
Sammelgebiete:
Der Bestand umfasst Philologie, Archäologie und die Geschichte des alten Orient.
Separata
Die Liste der Separata der Bibliothek Altorientalistik sowie deren Digitalisierung werden derzeit erstellt und stehen hier Anfang 2027 zur Verfügung.
Unicode Fonts & Keyboards
Die Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur hat Tastaturen und Fonts entwickelt, die das Transkribieren von Keilschriftsprachen erleichtern. Hier ist ein Link zu ihrer Website, wo Sie die Inhalte herunterladen und installieren können.
Unicode Cuneiform
Die Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur hat eine Unicode-Sprache zur digitalen Wiedergabe von Keilschriftzeichen entwickelt. Hier ist ein Link zu ihrer Website, wo Sie die Inhalte herunterladen und installieren können.
Chicago Assyrian Dictionary (Chicago)
Auf dieser Seite können Sie alle Bände des Chicago Assyrian Dictionary als PDF herunterladen.
Supplements to the Akkadian Dictionaries (Leipzig)
Auf dieser Seite können Sie PDFs der Ergänzungen zu den von der Universität Leipzig erstellten akkadischen Wörterbüchern herunterladen.
Reallexikon der Assyriologie und Vorderasiatischen Archäologie (RlA, Bayerische Akademie der Wissenschaften)
Auf dieser Seite finden Sie Informationen zum Reallexikon der Assyriologie und Vorderasiatischen Archäologie (RlA).
Archibab Textes
Bibliography of Mesopotamian Astral Science
The Chicago Hittite Dictionary Project
Cuneiform Commentaries Project
Cuneiform Digital Library (CDLI)
Digitale Nah- und Mitteloststudien (DNMS)
Edition literarischer Keilschrifttexte aus Assur (Heidelberger Akademie der Wissenschaften)
eBL
Electronic Text Corpus of Sumerian Literature (ETCSL)
Electronic Tools and Ancient Near Eastern Archives (ETANA)
Hethitologie-Portal Mainz
Keilschrift-Bibliographie online
Leipzig-Münchner sumerischer Zettelkasten (Stand: 09.2006)
Propyläum – Die virtuelle Fachbibliothek für Altertumswissenschaften
Prosobab
Publikationen des Oriental Institute of The University of Chicago
Rencontre Assyriologique Internationale (RAI)
Reallexikon der Assyriologie (RlA)
Société pour l’étude du Proche-Orient ancien (SEPOA)
Sources of Early Akkadian Literature (SEAL)
The Neo-Assyrian Text Corpus Project, Helsinki
The Open Richly Annotated Cuneiform Corpus (ORACC)
The Pennsylvania Sumerian Dictionary (ePSD)
Topoi (Excellence Cluster Frei Universität Berlin und Humboldt-Universität Berlin)
Yale University – Babylonian Collection
Freie Universität Berlin
Uni Frankfurt
Uni Freiburg i.B.
Uni Göttingen
Uni Hamburg
Uni Heidelberg
Uni Jena
Uni Leipzig
Uni Marburg
Uni München
Uni Münster
Uni Tübingen
Uni Würzburg
Uni Bern
Uni Innsbruck
Uni Wien
American Oriental Society
Deutsche Orient-Gesellschaft
International Association for Assyriology
School of Oriental and African Studies (SOAS)
University of Chicago: Oriental Institute
University of Oxford: Faculty of Oriental Studies
Die Arbeitsbereiche Ägyptologie, Altorientalische Philologie und Vorderasiatische Archäologie der JGU bieten Studierenden, Promovierenden und Interessierten die Möglichkeit, unsere Mailinglisten zu abonnieren. Um passgenaue Informationen bieten zu können, steht die erste Mailingliste exklusiv eingeschriebenen Studierenden und Promovierenden der Ägyptologie/Altorientalistik offen und bietet Abonnent*innen folgende Vorteile:
- als erste aktuelle Informationen bezüglich des Studiums Ägyptologie/Altorientalistik in Mainz erhalten;
- alles zu aktuellen Terminen, Terminänderungen und zusätzlichen Angeboten erfahren;
- Stellenausschreibungen, Praktika, Einladungen zu Gastvorträgen und Veranstaltungen der Ägyptologie/Altorientalistik Mainz bekommen;
- Informationen der Fachschaft Ägyptologie/Altorientalistik erhalten.
Alumni, Fördernde und Interessierte der Ägyptologie und Altorientalistik sind herzlich eingeladen, unsere „Interessierten-Liste“ zu abonnieren, über die Sie
- regelmäßig Einladungen zu Gastvorträgen, Konferenzen und Veranstaltungen der Ägyptologie und Altorientalistik erhalten;
- über Terminänderungen der Ägyptologie und Altorientalistik informiert werden;
- und Neuigkeiten rund um die Arbeitsbereiche Ägyptologie und Altorientalistik erfahren.
Über diese Links können Sie Ihre Mailingliste abonnieren
(bitte Email mit Bestätigungslink beachten):
STUDIERENDE/GRADUIERTE (Bitte mit Ihrer Uni-Mail-Adresse eintragen)
ALUMNI/FÖRDERNDE/INTERESSIERTE
Wenn Sie die Emails nicht mehr erhalten möchten, können Sie die Mailinglisten jederzeit an gleicher Stelle abbestellen.
Hier finden Sie die Veranstaltungen, die vom Fachbereich Altorientalistik organisiert wurden.
- Handout Zitierregeln
- Vorgaben zu Hausarbeiten in der Altorientalistik
- COMING SOON – Einführende Literatur zum Studium der Altorientalistik
- Kurzanleitung Bilddatenbank
- Ordnung zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis an der JGU
- Akademische Integrität (Homepage der UB JGU Mainz)
- Attest: Vorlage Krankenmeldung bei Prüfungen
- Deckblätter: Hausarbeiten, Praxismodulberich ALPHA
- Vorlage Titelblatt für Hausarbeit AO (Oktober 2026)
- Deckblatt: Praktikumsbericht (Alter Studiengang)
- Downloads des FB 07 (Anmeldungen, Titelblatt B. A./M. A.-Arbeit, formale Hinweise etc.)
- Downloads ALPHA
Postanschrift
Institut für Altertumswissenschaften
Abteilung Altorientalische Philologie
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
D – 55099 Mainz
Besucheranschrift
Institut für Altertumswissenschaften
Abteilung Altorientalische Philologie
Hegelstr. 59
D – 55122 Mainz
Studienberatung