Das IAW besitzt ein bemerkenswertes Spektrum an Forschungstätigkeiten, das sich auf ein Miteinander von spezialisierter Grundlagenforschung, Individualprojekten und Forschungsverbünden stützt und durch die interdisziplinäre und epochenübergreifende Zusammenarbeit gestärkt wird – ein Alleinstellungsmerkmal im nationalen und internationalen Vergleich, das dem Nachwuchs schon im Studium und bei der Graduierung zugute kommt.
Durch die Grundlagenforschung weisen sich die Mitglieder des IAW als anerkannte Spezialistinnen und Spezialisten ihres Faches aus. Die Forschungsstärke der einzelnen Arbeitsbereiche, die sich unter anderem in der umfangreichen Drittmittelförderung der Fächer widerspiegelt, bildet dabei eine tragfähige Basis für die Entwicklung von inter- und transdisziplinären Verbundprojekten nicht nur innerhalb des breiten Fächerspektrums der Johannes Gutenberg-Universität, sondern auch regional, bundesweit und sogar international.
Im Hinblick auf die zahlreichen kooperativen Forschungsprojekte profitiert das Institut von einer vielfältigen Vernetzung mit außeruniversitären Einrichtungen und Forschungsverbünden. Von ebenso großer Bedeutung sind die nationalen und internationalen Kontakte und Forschungsnetzwerke, in die die einzelnen Fächer eingebunden sind, denn die Altertumswissenschaften gehören zu einem Bereich, in dem die Internationalität der Forschung seit jeher Voraussetzung und Programm zugleich ist. Grabungskampagnen, Surveys und Restaurierungsarbeiten, Forschungskooperationen mit Antikenverwaltungen, Museen, Theatern und Forschungseinrichtungen sowie unterschiedlichste Kolloquien sind dafür lebendige Zeugnisse.
Eine Liste der aktuellen Verbünde und Kooperationspartner findet sich hier:
Mit geistes- und naturwissenschaftlichen Methoden generiert das IAW Erkenntnisse zur menschlichen Verhaltensevolution, zu Lebens- und Gesellschaftsformen sowie zur Kultur-, Literatur-, Kunst-, Wissens- und Ideengeschichte. Unsere Arbeiten werden seit 2019 im Profilbereich 40,000 Years of Human Challenges mit seinen vier eng ineinandergreifenden Thematic Areas Umsorgtes Leben, Kreierte Welt, Urbane Verdichtung und Geforderte Herrschaft gebündelt. Neben zahlreichen Einzelprojekten (s. die Auflistungen der einzelnen Arbeitsbereiche) gehen daraus regelmäßig großformatige Verbundprojekte hervor.
Aktuell zählen dazu der ERC Consolidator grant SUSTAIN: Sustainability of Agriculture in Neolithic Europe sowie die Akademieprojekte Altägyptische Kursivschriften. Digitale Paläographie und systematische Analyse des Hieratischen und der Kursivhieroglyphen und Disiecta Membra. Steinarchitektur und Städtewesen im römischen Deutschland. Ferner ist das IAW am Sonderforschungsbereich 1391 Andere Ästhetik, dem Graduiertenkolleg 2304 Byzanz und die euromediterrane Kriegskulturen und dem EU Graduiertenkolleg TheSPIS: Theatre, Sanctuary, Performance: Interaction and Sustainability genauso beteiligt wie an dem Leibniz-WissenschaftsCampus Byzanz zwischen Orient und Okzident und einem zweiten zu Resiliencies: Comparing and Integrating Methodologies, Methods, Narratives, and Theories.
Das Mainzer Akademievorhaben „Altägyptische Kursivschriften (AKU). Digitale Paläographie und systematische Analyse des Hieratischen und der Kursivhieroglyphen“ hat eine geplante Laufzeit von 2015–2037. Ziel ist die paläographische Aufarbeitung der kursiven Handschriften, um deren Entstehung, Entwicklung und Datierung im Kontext der altägyptischen Schriftkultur erforschen zu können. Dazu werden erstmals auch verschiedene digitale Methoden für Dokumentation und Analyse entwickelt und angewandt. Die Untersuchungen gelten neben den Zeichenformen auch der Materialität der Schriftträger, den zwischen Kalligraphie und Ökonomie schwankenden Ausprägungen der Schreiberhände sowie den gesellschaftlichen Funktionen, Anwendungen und Kombinationen der verschiedenen Schriftarten durch die Jahrtausende. Die vom Projekt erstellte spezifische Zeichenliste entspricht dem Zeichenrepertoire des Hieratischen und der Kursivhieroglyphen und enthält über 700 Grapheme. Die faksimilierten Zeichen ausgewählter Manuskripte werden mit umfangreichen Metadaten versehen sowie mit Abbildungen und anderen Datenbanken verlinkt. Die aus der Projektdatenbank hervorgegangene Online-Paläographie AKU-PAL ist seit 2022 open access verfügbar. Methoden und Ergebnisse der Untersuchungen werden u.a. in den „Hieratic Studies Online (HSO)“ und den „Beiträgen zu Altägyptischen Kursivschriften (BAKU)“ veröffentlicht. 2024 fand bereits die fünfte internationale Akademietagung der Reihe „Ägyptologische ‚Binsen‘-Weisheiten“ in Mainz statt, deren Akten wieder vom Projekt herausgegeben werden. Das Blog „HieratischAKUell“ bietet Tools, Leitfäden, Berichte, Unterrichtsmaterialien u.a.m.
Projektseite: https://aku.uni-mainz.de/
AKU-PAL: https://aku-pal.uni-mainz.de/
HSO: https://aku.uni-mainz.de/hieratic-studies-online/
Binsen IV: https://openscience.ub.uni-mainz.de/handle/20.500.12030/7173
Blog: https://aku.hypotheses.org/
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Univ.-Prof. Dr. Ursula Verhoeven-van Elsbergen (Projektleitung)
Svenja A. Gülden M.A. (Arbeitsstellenleitung)
Tobias Konrad M.A.
Dr. Kyra van der Moezel
Michael Leuk
WHK Tabitha Kraus M.A.
WHK Pascal Siesenop M.A.
Kooperationen
Prof. Dr. Andrea Rapp, TU Darmstadt
Finanzierung
Union der deutschen Akademien der Wissenschaften
Seit 2021 widmet sich ein Team unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Kathrin Gabler der Erforschung der Grabanlage des Ipuys (TT217) in Deir el-Medina. Im Rahmen der „Mission d’étude et de conservation Deir el-Médina“ (Institut français d’archéologie orientale du Caire) wird das Grab, das auf der oberen Terrasse der westlichen Nekropole liegt, neu untersucht.
Die Anlage besteht aus einem Hof, aus dem mindestens ein Schacht in eine unterirdische Struktur führt, sowie zehn in den Fels gehauene Kammern. Erbaut in der frühen Regierungszeit Ramses‘ II. (1279–1250 v. Chr.) und später (mehrfach) wiederverwendet, ist es besonders für seine farbenprächtigen Wandmalereien in der Kapelle bekannt. Diese zeigen Szenen aus dem Alltag – von Zimmerleuten über Gärtner bis hin zu Fischern und Wäschern. Mehrere dieser Darstellungen sind beispiellos oder nur mit sehr wenigen Parallelen in der 3000-jährigen Geschichte des alten Ägyptens.
Obwohl das Grab bereits von früheren Forschern wie Norman de Garis Davies und Bernard Bruyère untersucht wurde, fehlt bis heute eine vollständige wissenschaftliche Dokumentation. Ziel des Projekts ist es, durch eine vollständige Neuuntersuchung und Dokumentation von TT 217 diese Lücke zu schließen. Die Ergebnisse werden in einer Reihe von Publikationen veröffentlicht, die sowohl die architektonische Entwicklung als auch die epigrafische und ikonografische Analyse der Malereien behandeln.
Das Projekt dient als Grundlage für die Entwicklung der Open-Access-Forschungsplattform ResearchSpace Deir el-Medina. Diese Plattform ermöglicht die nahtlose Sammlung, Dokumentation, Analyse und Veröffentlichung komplexer Daten aus Deir el-Medina mit einem einzigen Werkzeug.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Univ.-Prof. Dr. Kathrin Gabler (Projektleitung)
Kooperationen
Mission d’étude et de conservation Deir el-Médina (https://www.ifao.egnet.net/archeologie/deir-el-medina/), IFAO
Deutsches Archäologisches Institut, Abteilung Kairo
ResearchSpace ist eine innovative digitale Plattform, die entwickelt wird, um Wissenschaftler*innen ein einzigartiges, leistungsstarkes Werkzeug zur Verwaltung, Nutzung und Auswertung heterogener Daten an die Hand zu geben. Am Beispiel des ägyptologischen Sonderfalles, dem altägyptischen Dorf Deir el-Medine, werden erstmals umfassend alle dazugehörigen Datensets gesammelt, dokumentiert, analysiert und veröffentlicht – jeweils an einem zentralen Ort, dem ResearchSpace Deir el-Medina.
Derzeit befindet sich das Projekt in einer Pilotphase, die zwischen März 2022 und Juni 2023 mit Unterstützung des Research Fund Junior Researchers der Universität Basel finanziert wurde. Seit 2024 ist das Projekt an der JGU Mainz angesiedelt. Als Fallstudie zum Aufbau der Plattform dient das Grab TT 217. Die Grabanlage bietet eine beeindruckende Vielfalt an Daten: von digitalisierten Archivmaterialien über Objekte, die bei (jüngsten) Ausgrabungskampagnen entdeckt wurden, bis hin zu Museumsstücken und sogar neu erstellte 3D-Modelle. Diese Mischung macht es zum perfekten Testfall für die Entwicklung und Optimierung des ResearchSpace Deir el-Medina.
A preview was launched during the XIIIth ICE in Leiden (August 2023), ThinkingFrames [Deir el-Medina ResearchSpace] (kartography.net).
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Univ.-Prof. Dr. Kathrin Gabler (Projektleitung)
Kooperationen
Mission d’étude et de conservation Deir el-Médina (https://www.ifao.egnet.net/archeologie/deir-el-medina/), IFAO
ResearchSpace (ResearchSpace – representing knowledge with context)
Kartography Community Interest Company (D. Oldman, D. Tanase, A. Kozlov, C. Giancristofaro. https://kartography.org/)
N. Spencer as well as M. Lehmann (ResearchSpace Amara-West. https://amara-west.researchspace.org/resource/rsp:Start).
In der Publikationsreihe „The Asyut Project (TAP)“ wurden die Ergebnisse des Langzeitvorhabens „Die altägyptische Nekropole von Assiut: Dokumentation und Interpretation“ veröffentlicht, in Deutsch oder Englisch, z.T. auch in Arabisch. Die bereits erschienenen 19 Bände betreffen vielfältige Themen und Fragestellungen: Forschungsgeschichte, Reiseberichte, diverse Objektgattungen und Befunde unterschiedlicher Epochen, ethnologische und zooarchäologische Untersuchungen, Paläographie, Bearbeitung von Texten und Dekorationselementen sowie Grabpublikationen. Die Reihe wird weitergeführt mit Ergebnissen aus Nachfolgeprojekten zu Assiut, insbesondere an der FU Berlin.
Herausgeber sind J. Kahl, M. El-Khadragy, A. Kilian und U. Verhoeven. https://www.harrassowitz-verlag.de/series_412.ahtml.
Die Vorberichte zu den jährlich stattfindenden Kampagnen erscheinen regelmäßig in den „Studien zur Altägyptischen Kultur (SAK)“. Zudem haben alle Beteiligten auch international in verschiedenen Zusammenhängen Beiträge publiziert, siehe z.B.: https://www.aegyptologie.uni-mainz.de/publikationenpublications/.
Die Stadt Haft Tappeh (Kabnak) liegt etwa 15 km südöstlich der bedeutenden Stadt Susa, in der heutigen iranischen Provinz Chuzestan. Aufgrund ihrer geographischen Lage am Rande der mesopotamischen Ebene und an den Ausläufern des Zagros-Gebirges stellt die Region eine wichtige Kontaktzone zwischen Mesopotamien im Westen und dem iranischen Hochland im Osten dar.
Schon die Ausgrabungen Ezatollah Negabhans, die zwischen 1965 und 1978 durchgeführt wurden, haben neben monumentalen Gebäudestrukturen auch zahlreiche Tontafeln zutage befördert, die in der Mehrzahl administrative Vorgänge beleuchten und somit auf die Bedeutung der Stadt zu Beginn der späten Bronzezeit schließen lassen.
Die archäologischen Untersuchungen in Haft Tappeh wurden von 2001 an von Behzad Mofidi-Nasrabadi weitergeführt. Im Rahmen der Grabungskampagnen von 2005 und 2007 wurde ein Gebäudekomplex freigelegt, in dem weitere 634 Tontafeln und Tafelfragmente gefunden wurden. Die Texte sind ebenfalls administrativer Natur und in akkadischer Sprache verfasst. Sie stellen somit für die Region die letzten Zeugnisse akkadischsprachiger Administration dar, bevor sich das Elamische als Verwaltungssprache durchsetzte.
Dieser bedeutende Textfund wird im Rahmen des von der DFG geförderten Projektes „Digitale Edition der Keilschrifttexte aus Haft Tappeh (Iran)“ erstmals bearbeitet. Auf Basis von 3D-Aufnahmen wird die editio princeps in einem innovativen Ansatz dabei vollständig unter digitalen Gesichtspunkten erfolgen. Im Zuge dessen kooperiert der Arbeitsbereich Altorientalischen Philologie mit der Hochschule Mainz / Mainzed.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Prof. Dr. Doris Prechel (JGU Mainz; Projektleitung)
Prof. Dr. Kai-Christian Bruhn (i3Mainz; Projektleitung)
Dr. Tim Brandes (JGU Mainz, Wiss. Mitarbeiter)
Timo Homburg (i3Mainz, Wiss. Mitarbeiter)
Prof. Dr. Behzad Mofidi-Nasrabadi (JGU Mainz)
Ali Zalaghi (JGU Mainz, Wiss. Hilfskraft)
Lukas Martin Ahlborn (JGU Mainz, Wiss. Hilfskraft)
Kooperationen
Prof. Dr. Hubert Mara (FU Berlin)
Finanzierung
DFG (2019-2023)
Seit Oktober 2022 ist ein neues Projekt in der Altorientalischen Philologie beheimatet: Akkadische und Hethitische Emotionsbegriffe im Kontext (Untertitel: Auf dem Weg zu einem Lexikon der Emotionen in Keilschrifttexten aus dem alten Mesopotamien und Kleinasien). Das Projekt ist eine Kooperation mit der Universität in Tel Aviv, Israel – das Mainzer Team, geleitet von Prof. Dr. Doris Prechel und Dr. Ulrike Steinert, beschäftigt sich mit dem Akkadischen, das israelische unter Prof. Dr. Amir Gilan mit dem Hethitischen.
Das Forschungsvorhaben verfolgt eine umfassende Studie der semantischen Domäne von Emotionen sowohl im Akkadischen als auch im Hethitischen. Es soll systematisch erforscht werden, wie Emotionen in den beiden Sprachen linguistisch und kontextuell differenziert und abgegrenzt wurden; in die Untersuchungen werden die semantischen Eigenschaften, Ähnlichkeiten und Beziehungen zwischen verschiedenen Emotionsbegriffen, ihre Verwendung und Entwicklungen in verschiedenen Textgattungen, Perioden und Kontexten einbezogen. Mit seinem thematischen Fokus und seinem vergleichenden, korpuslinguistischen Ansatz wird das vorgeschlagene Projekt neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit anderen philologischen und historischen Disziplinen eröffnen, den Rahmen der Altorientalistik weiter ausdehnen und ihre Relevanz hervorheben, indem es einen wichtigen Beitrag zu einem rezenten und äußerst lebendigen Forschungsfeld leistet.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Prof. Dr. Doris Prechel (Projektleitung)
Dr. Ulrike Steinert (Projektleitung)
Jonas Klöker B.A. (2022-2023, wiss. Hilfskraft)
Letizia Savino M.A. (seit 2023, wiss. Hilfskraft)
Finanzierung
DFG (seit 2022)
Die mehr als 30.000 Tontafeln und Tontafelfragmente in Keilschrift aus den Archiven der hethitischen Hauptstadt Ḫattuša (Zentralanatolien) sowie aus anderen hethitischen Fundorten umfassen Texte sowohl auf Hethitisch, der ältesten belegten indogermanischen Sprache, als auch in anderen anatolischen und nicht-anatolischen Sprachen (Luwisch, Palaisch, Hattisch, Hurritisch, Akkadisch, Sumerisch) und stellen eine der reichsten und wichtigsten Textüberlieferungen des alten Orients dar. Die Transliterationen der verschiedenen Texte und Fragmente sind derzeit vor allem in der hethitologischen Fachliteratur zugänglich, und erst in geringerem Maße in Form von digitalen Editionen. Die Herausforderungen der modernen Forschung bedürfen aber einer umfassenden digitalen Sammlung, die als durchsuchbare Datenbank von Texten in Transliteration fungiert.
Dieses Desideratum der Hethitologie wird das von der DFG geförderte Projekt Thesaurus Linguarum Hethaeorum digitalis (TLHdig), an dem die Universitäten von Mainz, Würzburg, Marburg, und die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz beteiligt sind, erfüllen. Ziel des Projektes ist, ein digitales, Open-Access und annotiertes Repositorium der Transliterationen aller zugänglichen Keilschrifttexte aus den hethitischen Archiven zu schaffen, das in die digitale Infrastruktur „Hethitologie-Portal Mainz“ (HPM) integriert wird und komplexe Suchfunktionen ermöglicht. Durch ein Online Creator Interface wird der Thesaurus über die geplante Projektdauer hinaus von der hethitologischen Gemeinschaft regelmäßig aktualisiert werden können. Damit wird TLHdig einen neuen Zugang zu den hethitischen Primärquellen in Transliteration eröffnen und anspruchsvolle Forschungsmöglichkeiten anbieten.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Gerfrid G. W. Müller (ADW, Projektleitung)
Doris Prechel (JGU, Projektleitung)
Elisabeth Rieken (UMR, Projektleitung)
Daniel Schwemer (JMU, Projektleitung)
Fabio Bastici (JGU, wiss. Mitarbeiter)
Birgit Christiansen (UMR, wiss. Mitarbeiterin)
Björn Eyselein (JMU, wiss. Mitarbeiter)
Paul Herdt (UMR, wiss. Hilfskraft)
Gudrun Samberger (JMU, wiss. Hilfskraft)
Letizia Savino (JGU, wiss. Hilfskraft)
Finanzierung
DFG (2020-2023)
Flankierend zu den deutsch-tunesischen Ausgrabungen unter der Leitung von Stefan Ritter und Sami Ben Tahar haben in den Jahren 2017 bis 2019 Archäolog:innen der Universitäten Mainz und Tübingen, Bauforscher:innen der Technischen Universität Berlin und Geologen:innen der Universität Bochum einen Architektur- und Skulptursurvey in Meninx durchgeführt.
Ziel der Arbeiten war es, anhand der oberirdisch sichtbaren Architekturteile des antiken Stadtareals sowie der aus Meninx stammenden unpublizierten Bauglieder und Skulpturen im Bordj el Ghazi Mustapha in Houmt Souk Einblicke in die ursprüngliche Bebauung und die Statuenausstattung der antiken Stadt zu gewinnen. Denn auch anhand von entkontextualisierten Funden lässt sich auf die Mindestanzahl, die Größe, den Reichtum und die Funktionen antiker Bauten und ihrer Ausstattung rückzuschließen. Ferner bietet eine stilistische Analyse die Möglichkeit, die Bauten und Skulpturen zu datieren sowie Werkstattfragen und damit zusammenhängend Kommunikationswege im Imperium Romanum zu beleuchten. Die durch die Dokumentation der Bauglieder gewonnenen Monumente sollen zuletzt mit den durch die geophysikalischen Untersuchungen und den Ausgrabungen gewonnen Ergebnissen abgeglichen werden. Auf dieser Basis gilt es, die architekturgeschichtliche Stellung von Meninx vor dem Hintergrund seiner Lage zwischen dem tunesischen Inland und der übrigen Mittelmeerwelt zu bestimmen.
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
Prof. Dr. Johannes Lipps (Projektleitung)
Kooperationen
- INP (Tunesien) (Sami Ben Tahar)
- LMU München (Stefan Ritter)
- Universität Tübingen (Martin Kovacs)
- Universität Bochum (Vilma Ruppiene)
- TU Berlin (Katharina Sahm)
Finanzierung
Seit 2017 gefördert durch den SFB 1070
Bisherige Publikationen
Arndt, Robert C. / Stoeßel, L. / Gabler, Lena / Aoudi, Mekki: Trench 4 – Early Punic Occupation and Roman Forum, in: Stefan Ritter / Sami Ben Tahar (Hgg.): Studies on the Urban History of Meninx (Djerba). The Meninx Archaeological Project 2015–2019, Wiesbaden 2022 (Archäologische Forschungen 43), S. 93–104.
Kovacs, M. / Lipps, J.: Fragmentierte Skulptur: ein monumentaler Kopf des Serapis vom antiken Forum, in: Stefan Ritter / Sami Ben Tahar (Hgg.): Studies on the urban history of Meninx (Djerba). The Meninx Archaeological Project 2015–2019, Wiesbaden 2022 (Archäologische Forschungen 43), S. 266–270.
Lipps, J.: Looking over the builders’ work: foreign architects, artisans, and marble at Meninx (Djerba), in: Lybian Studies 53 (2022), S. 1–12.
Lipps, J.: Architekturhistorische Untersuchungen in Meninx: Die Bauteile im Pavillon, in: Stefan Ritter / Sami Ben Tahar (Hgg.): Studies on the urban history of Meninx (Djerba). The Meninx Archaeological Project 2015–2019, Wiesbaden 2022 (Archäologische Forschungen 43), S. 183–192.
Stoeßel, L.: Schnitt 6 – Die Forumsbasilika, in: Stefan Ritter / Sami Ben Tahar (Hgg.): Studies on the Urban History of Meninx (Djerba). The Meninx Archaeological Project 2015–2019, Wiesbaden 2022 (Archäologische Forschungen 43), S. 116–126.
Beiträge in: S. Ritter – S. Ben Tahar (Hrsg.), Studies on the Urban Historyof Meninx (Djerba): The Meninx Archaeological Project 2015–2019, Archäologische Forschungen 43 (Wiesbaden 2022)
J. Lipps, Looking over the builders’ work: foreign architects, artisans, and marble at Meninx (Djerba), Lybian Studies 53, 2022, 1–12
Stoeßel, L.: Adaption and Autonomy in the Architecture of Roman North Africa. The Basilica of Meninx, a Case Study, in: Antonio Dell’Acqua / Orit Peleg-Barkat (Hgg.): The Basilica in Roman Palestine. Adoption and Adaption Processes, in Light of Comparanda in Italy and North Africa, Rom 2021, S. 241–264.
Das Forum von Pompeji ist seit etwa 200 Jahren zentraler Gegenstand klassisch-archäologischer Forschungen. Die Fülle und der gute Erhaltungszustand der Denkmäler sowie die Kenntnis zahlreicher historischer Zusammenhänge machen den Platz für die Archäologie besonders attraktiv. Die lange und disparate Forschungsgeschichte mit ihren vielen unpublizierten Grabungen sorgt aber auch dafür, dass grundsätzliche Fragen zur Geschichte der Platzanlage und damit verbunden zur Stadtgeschichte bis heute nicht abschließend geklärt sind.
Ein seit 2003 an der Universität Augsburg unter der Leitung von Valentin Kockel angesiedeltes Projekt hatte es sich deswegen zum Ziel gesetzt, die lange Forschungsgeschichte zum Forumsplatz und den Bauten im Süden erneut zu sichten sowie den vermeintlich gut bekannten Bestand durch Photogrammetrie und Bauaufnahme erstmals systematisch zu dokumentieren. Ergänzt wurden die Arbeiten ab 2007 durch gezielte Sondagen im südlichen Forumsbereich, die vor allem halfen, die Altgrabungen Amedeo Maiuris gründlich zu dokumentieren und besser zu verstehen. Zudem konnte durch die Erweiterung der Schnitte erstmals stratifiziertes Fundmaterial gewonnen werden, um die bauliche Entwicklung in diesem Bereich des Forums zeitlich auf abgesichertem Fundament zu skizzieren.
Daran knüpft sowohl inhaltlich und methodisch als auch personell ein inzwischen an den Universitäten Kiel und Mainz angesiedeltes Folgeprojekt an. Ausgangspunkt für dieses Projekt sind Probleme und Fragestellungen, die sich im Zuge der Augsburger Forschungen ergeben haben. Im Zentrum steht das sog. Comitium, das 2015 geophysikalisch untersucht wurde und in den Jahren 2017 bis 2019 in Teilen ergraben werden konnte. Das führte zu einer neuen Rekonstruktion und Datierung des Baus mit Auswirkungen auf unser Verständnis der Forumsentwicklung insgesamt.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Prof. Dr. Johannes Lipps (Projektleitung)
Dr. Manuel Flecker (Projektleitung)
Kooperationen
Soprintendenza di Pompei (Massimo Osanna und Francesco Muscolino)
Universität Kiel (Manuel Flecker)
Finanzierung
Seit 2015 gefördert durch die Bayerische Akademie der Wissenschaften
Publikationen
M. Flecker – J. Lipps – M. Broisch, Geophysikalische Untersuchungen im sog. Comitium am Forum von Pompeji, Kölner und Bonner Archaeologica 5, 2015, 153–165
Die Berichte bei Fasto online: http://www.fastionline.org/excavation/micro_view.php?item_key=fst_cd&fst_cd=AIAC_4627
V. Kockel – M. Flecker, Pompeji – Forum. Vorbericht über die Ausgrabungen der Universität Augsburg 2007/2008, RM 114, 2008, 271–303
Das Museo Gregoriano Profano beherbergt ca. 1000 römische Architekturteile. Ihre wissenschaftliche Bedeutung liegt zum einen in ihrer vielfach hervorragenden Qualität, zum anderen aber insbesondere darin, dass sie sich zum Teil bekannten Kontexten aus Rom, Ostia und Tivoli zuordnen lassen. Ungeachtet ihres wissenschaftlichen Wertes sind sie bis heute in weiten Teilen nicht publiziert. Aufbauend auf jahrzehntelanger Zusammenarbeit zwischen dem Forschungsarchiv für Antike Plastik der Universität Köln und den Vatikanischen Museen wurden alle Bauteile in den Jahren von etwa 1980 – 1990 photographisch dokumentiert. Ziel des vorliegenden Projektes ist es nun, die Architekturteile des Museo Gregoriano Profano durch ein internationales Expertenteam zu studieren und die Objekte damit erstmals in vollem Umfang der Forschung zugänglich zu machen.
Hierfür wurde ein neues Konzept entwickelt und ein Kollektiv an Autoren:innen gebildet, das sich aus Experten für die jeweilige Kategorie der Bauteiltypen zusammensetzt. Die Beteiligten haben im Jahr 2016 eine durch die Fritz-Thyssen-Stiftung unterstütze Studienreise nach Rom unternommen und das Material gesichtet.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Prof. Dr. Henner von Hesberg (Projektleitung)
Prof. Dr. Johannes Lipps (Projektleitung)
Kooperationen
- Vatikanischen Museen (Giandomenico Spinola, Claudia Valeri und Daniele Battistoni)
- Forschungsarchivs für antike Plastik der Universität zu Köln (Dietrich Boschung, Thoralf Schröder und Philipp Groß)
- Autor:innen: u.a. Sara Bozza, Sabina De Luca, Ulrich-Walter Gans, Carlo Hofmann, Kristine Iara, Dominik Maschek, Marion Mathea-Förtsch, Christiane Nowak, Georg Plattner, Charlotte Schreiter
Finanzierung
Seit 2016 gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung
Bisherige Publikationen
- Die meisten Bauglieder befinden sich inzwischen in der Datenbank Arachne
- Eck – H. von Hesberg, Ein wiederverwendeter Beckenuntersatz mit Inschrift in den Vatikanischen Museen, ZPE 210, 2019, 263–266
- von Hesberg, Eine Gruppe von Rundbasen aus der Zeit der Republik, in M. Fuchs (Hrsg.), Ahoros. Gedenkschrift für Hugo Meyer von Weggefährten, Kollegen und Freunden (Wien 2018) 51–58
Ähnlich wie an anderen bedeutenden extraurbanen griechischen Kultplätzen waren auch im Zeusheiligtum von Olympia neben dem Kult der Hauptgottheit zahlreiche weitere Götter- und Heroenkulte angesiedelt. Dieses Phänomen, das treffend mit dem Begriff „Kultpluralität“ bezeichnet wird, ist schon lange bekannt, hat die Forschung allerdings erst in jüngerer Zeit näher beschäftigt. Das Forschungsvorhaben nimmt erstmals die Kultpluralität in Olympia umfassend in den Blick, beschränkt sich dabei aus Gründen der Durchführbarkeit aber auf den Zeitraum vom Beginn der kultischen Aktivität im mittleren 11. Jh. v. Chr. bis zum Ende des 5. Jhs. v. Chr. Im Kern zielt das Projekt auf die Frage ab, wie das Pantheon von Olympia am Ende des genannten Zeitraums strukturiert war. Zudem gilt es, die Herausbildung der kultischen Pluralität im Kontext der diachronen Entwicklung der Opfer- und Weihpraxis im Heiligtum zu rekonstruieren.
Die verschiedenen Götter- und Heroenkulte verteilen sich in Olympia über ein weitläufiges Heiligtumsareal, dessen Zentrum die Altis bildet. Diese Sakrallandschaft ist nicht naturwüchsig, sondern kultisch überformter physischer (Natur)raum, der als Produkt ritueller Handlungen im Hinblick auf die von Henri Lefebvre definierten drei Dimensionen der Raumproduktion dem espace perçu („wahrgenommener Raum“) entspricht. Bei der Untersuchung der Struktur des Pantheons von Olympia soll daher ein dezidiert räumlicher Ansatz verfolgt werden.
Als Materialgrundlage für die geplante Studie werden neben den kultisch relevanten archäologischen Funden und Befunden auch epigraphische, literarische sowie vereinzelt numismatische Zeugnisse herangezogen. Eine systematische Erschließung der sakralen Mikrotopographie und -topologie Olympias kann sowohl Aufschluss über die Struktur des Pantheons der Kultstätte geben als auch zur Rekonstruktion der kultischen Netzwerke innerhalb des Heiligtums beitragen.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
PD Dr. Oliver Pilz (Projektleitung)
In Ladenburg, dem römischen Lopodunum, im Rheinneckarraum wurden seit dem 19. Jahrhundert immer wieder einzelne Architekturfragmente – meist aus Sandstein – gefunden, die zu verschiedenen Bauten der römischen Stadt gehören und eine große Zahl bis heute unbekannter Monumente bezeugen. Ziel der seit 2016 laufenden Arbeiten ist es, diese Bauteile zeichnerisch und photographisch zu dokumentieren, historisch auszuwerten und zu publizieren
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Prof. Dr. Johannes Lipps (Projektleitung)
Kooperationen
- Lobdengau-Museum Ladenburg (Andreas Hensen)
- Landesdenkmalamt Baden-Württemberg (Sara Roth)
Finanzierung
2016-2019 finanziert durch das Zukunftskonzept der Universität Tübingen (ZUK 63); seither durch die Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Bisherige Publikationen
J. Lipps – St. Ardeleanu – J. Osnabrügge – Ch. Witschel (Hrsg.), Die römischen Steindenkmäler in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim. Mannheimer Geschichtsblätter Sonderveröffentlichungen 14 (Mannheim 2021) ISBN 9783955052164
J. Lipps, Lopodunum in Farbe: Bemerkungen zur Architekturpolychromie in den Nordwestprovinzen, in: A. Binsfeld – A. Klöckner – G. Kremer – M. Reuter – M. Scholz (Hrsg.), Stadt – Land – Fluss. Grabdenkmäler der Treverer in lokaler und überregionaler Perspektive. Akten der Internationalen Konferenz Neumagen und Trier 2018, TrZ Beih. 37 (Trier 2020) 187–195
J. Lipps, Ein monumentaler Tempel im römischen Ladenburg?, in: B. Porod (Hrsg.), XV. Internationales Kolloquium zum provinzialrömischen Kunstschaffen. Der Stifter und sein Monument, Kolloquium 14. –20. Juni 2017 Graz (Graz 2018) 250–261
J. Lipps, Transfer und Transformation römischer Architektur in den Nordwestprovinzen, J. Lipps (Hrsg.) zusammen mit K. Kortüm – C.S. Sommer, Transfer und Transformation römischer Architektur in den Nordwestprovinzen, TAF 22 (Rahden 2017) 13–31
Ziel des Forschungsprojektes ist, den Zeitpunkt und die Gründe der spätantiken Zerstörung der Basilica Aemilia am Forum Romanum in Rom zu untersuchen. Im Zentrum des Projekts steht das aus einem einheitlichen, spätantiken Brandhorizont stammende Fundmaterial des Baus, bei dem es sich mit seinen ca. 2600, bislang ungelesenen Münzen um einen Schlüsselbefund der spätantiken Archäologie Roms handelt. Bisher gilt die Basilica Aemilia durch die Verbindung ihrer Zerstörung mit der Plünderung Roms durch den Goten Alarich im Jahr 410 n. Chr. als eines der wenigen Beispiele, die barbarische Zerstörungen konkret archäologisch nachvollziehbar machen. Diese Interpretation ist durch die Reinigung und Bestimmung der übrigen Münzen zu überprüfen. Neben den konkreten Ergebnissen zur Ereignis- und Wirtschaftsgeschichte wird dadurch ein Panorama für die spätantike Forumschronologie und die Datierung der anschließenden Baumaßnahmen an der Basilica Aemilia und angrenzenden Bauten neu eröffnet. Die Einbeziehung der übrigen Funde soll ferner Hinweise auf die Nutzung des Baus geben, die allgemein bei antiker, profaner Basilicaarchitektur aufgrund fehlender Funde bisher fast ausschließlich anhand literarischer Quellen diskutiert wird.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Johannes Lipps (Projektleitung)
Philipp von Rummel (Projektleitung)
Suzanne Frey-Kupper (Projektleitung)
Kooperationen
- Soprintendenza autonoma di Roma (ehemals Roberto Egidi)
- Comune di Roma (ehemals Fiorenzo Catalli)
- Deutsches Archäologisches Institut der Abteilung Berlin (Philipp von Rummel)
- University of Warwick (Suzanne Frey-Kupper)
Finanzierung
Seit 2013 gefördert durch die DFG
Bisherige Publikationen
S. Frey-Kupper – J. Lipps – S. Ranucci – Ph. von Rummel, Münzen aus der BasilicaAemilia als Zeugnisse der Zerstörung Roms durch die Goten 410 n. Chr.?, in: Der Untergang des Römischen Reiches. Begleitband zur Ausstellung in Trier 2022. Rheinisches Landesmuseum Trier, Museum am Dom Trier, Stadtmuseum Simeonstift Trier. Schriftenreihe des Rheinischen Landesmuseums Trier (Darmstadt 2022) 101–105
J. Lipps – C. Machado – P. von Rummel, The Sack of Rome in 410 AD: an Introduction, in: J. Lipps – C. Machado – P. von Rummel (Hrsg.), The Sack of Rome in 410 AD. The Event, its Context and its Impact. Proceedings of the Conference held at the German Archaeological Institute at Rome, 4.–6. November 2010, Palilia 28 (Wiesbaden 2013) 11–15
J. Lipps, Alarichs Goten auf dem Forum Romanum? Überlegungen zu Gestalt, Chronologie und Verständnis der spätantiken Platzanlage, in: J. Lipps – C. Machado – P. von Rummel (Hrsg.), The Sack of Rome in 410 AD. The Event, its Context and its Impact. Proceedings of the Conference held at the German Archaeological Institute at Rome, 4.–6. November 2010, Palilia 28 (Wiesbaden 2013) 103–122
S. Frey-Cupper – J. Lipps – S. Ranucci, Le monetedallostrato di distruzionedella Basilica Aemilia nelForo Romano, in: G. Pardini (Hrsg,), Preatti del I Workshop Internazionale di Numismatica. Kolloquium Rom 2011 (Rom 2011) 157–159
Anhand einer Untersuchung der Kultstätten in den römischen Kolonien wird die sakrale Landschaft der von den Römern in republikanischer Zeit kolonisierten Gebiete dechiffriert und detailliert analysiert, um zu ergründen, welche öffentlichen Kulte und Heiligtümer in römischen Kolonien anzutreffen waren, welchem Kontext sie entstammten und ob sich bestimmte Handlungsmuster für die Einrichtung und Nutzung von Kultstätten öffentlichen Charakters in den Kolonien in der Zeit vom ersten Ausgreifen der Römer nach Mittelitalien im 5. Jh. v. Chr. bis zur vollständigen Unterwerfung der Apenninhalbinsel im 2. Jh. v. Chr. erkennen lassen. Ein besonderes Augenmerk richtet sich dabei auf das Verhältnis zwischen den von Rom entsandten Kolonisten und dem jeweiligen indigenen Umfeld der Kolonien.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
PD Dr. Marion Bolder-Boos (Projektleitung)
Finanzierung
Laufzeit 2024–2027; gefördert durch die DFG
In einer Reihe von Wohnhäusern der Späten Republik und Römischen Kaiserzeit finden sich bildliche Anspielungen auf Tragödien oder Komödien, die in Form von einzelnen Schauspieler-Figuren oder mehrfigurigen Szenen auftreten und in zwei- oder dreidimensionaler Form vorkommen können. Ziel des Projektes ist es, unter Fokussierung auf die Rolle von Bildern im römischen Hauskontext einen Beitrag zur Erschließung der bisher weitgehend vernachlässigten inhaltlichen Komponenten theaterbezogener Darstellungen zu leisten (z.B. Situationen menschlichen Zusammenlebens, Handlungen und Verhaltensweisen, Charakterisierung von Personengruppen oder Rollenbilder). Hierzu gehört auch, bestehende Unterschiede in Ausgestaltung, Konnotationen und Funktionen zwischen ebendiesen Darstellungen und den im Hauskontext platzierten figürlichen Bilder anderer Kategorien (wie z.B. Mythenbildern, Landschaften verschiedener Art mit Personen-Staffage, Szenen aus dem Bereich Handwerk und Handel o.a.) herauszuarbeiten, also einen bislang fehlenden Baustein für die Analyse von Hausausstattungen beizusteuern.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Univ.-Prof. Dr. Heide Frielinghaus (Projektleitung)
Die materielle Kultur der westgriechische Landschaft Akarnanien ist trotz ihrer geostrategisch und ökonomisch günstigen Lage großteils unbekannt, weshalb nun die Funde des Plaghiá-Halbinsel Survey-Projektes und des Stratiké-Surveys in Zusammenarbeit mit der Projektleitung Prof. Dr. Franziska Lang von der TU Darmstadt aufgearbeitet und u. a. in der Reihe Akarnanien Forschungen vorgelegt werden.
Nach der großen Fundgruppe der Webgewichte, die auch bei der internationalen Tagung zu Textilien im antiken Griechenland des Fachbereichs Klassische Archäologie der JGU vorgestellt wurden und der Präsentation der archaischen Funde der Plaghia-Halbinsel auf einem Workshop des norwegischen archäologischen Instituts in Athen, sollen nun sukzessive weitere Befunde wie ein kaiserzeitliche Grab auf der Plaghia-Halbinsel und alle weiteren Gefäßgattungen, Ziegel und Kleinfundgruppen wie Terrakotten, Waffen, landwirtschaftliche Geräte, Schmuck, Glasobjekte etc. dokumentiert und vorgelegt werden, was u. a. durch die ebenfalls von der JGU und der TU Darmstadt gemeinsam ausgeführten Fundbearbeitungspraktika und Qualifikationsarbeiten realisiert wird.
Anhand der facettenreichen Funde der Plaghiá-Halbinsel und der Stratiké wird ein großer Teil der materiellen antiken Kultur dieser Landschaft zugänglich gemacht und die Möglichkeiten der landwirtschaftlichen Nutzung, der kriegerischen Auseinandersetzungen, der sozialen Destinktion, der hauswirtschaftlichen Aktivitäten etc. erschlossen.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Dr. Anne Sieverling (Projektleitung)
Kooperationen
Prof. Dr. Franziska Lang, TU Darmstadt, Klassische Archäologie
BisherigePublikationen
A. Sieverling – F. Lang, The Plaghia peninsula and its Archaic material culture, in: S. Barfoed – C- Morgan (ed.), Stylistic Innovation in Western Greek Ceramics. Western Archaic Polychrome Pottery (WAPP) in Context, Proceedings of the International Workshop “Archaic ‘Elian Style’ Pottery in Western Greece” at the Norwegian Institute at Athens, November 18, 2022, Papers and Monographs from the Norwegian Institute at Athens 14? (im Druck Athen)
A. Sieverling – J. Weber, Dying without ageing. A child’s grave from the Plaghia peninsula in western Greece, in: J. Althoff – A. Gramsch – S. Kayan – M. Lebek – M. Renger – S. Schreiber (Hrsg.), Altern und Sterben. Herausforderungen des vulnerablen Lebens, Proceedings of the Area „Umsorgtes Leben“ des Profilbereichs „40,000 Years of Human Challenges“ (in Vorbereitung)
A. Sieverling – G. A. Th. Pantelidis – D. Schulz – C. Wawrzinek, Am wollenen Faden. Die Webgewichte von der Plaghia-Halbinsel, in: H. Frielinghaus – J. Stroszeck – A. Sieverling (Hrsg.), Textilien im antiken Griechenland. Produktion, Gebrauch, Konnotation, Beiträge zur Archäologie Griechenlands 8 (Möhnesee 2023)
F. Lang – P. Funke – L. Kolonas – E. L. Schwandner – D. Maschek (Hrsg.), Interdisziplinäre Forschungen in Akarnanien. Διεπιστημονικές έρευνες στην Ακαρνανία, Akarnanische Forschungen 1 (Bonn 2013)
Qualifikationsarbeiten
J. Nicodemus, Ixous auf der Plaghia-Halbinsel (MA in Bearbeitung)
S. Beck, Das Fundgebiet Choironisi und seine Bedeutung in der Region. Eine Auswertung basierend auf den Funden des Plaghia-Halbinsel-Surveys (MA 2023)
J. Weber, Die Ausstattung des kaiserzeitlichen Grabes in Kalami auf der Plaghia-Halbinsel (BA 2023)
N.M. Angermeier, Ein hellenistischer Grabbefund in Akarnanien (BA 2020)
Mit dem Urbanisierungsprozess in Etrurien und Zentralitalien zwischen dem 7. und dem 5. Jh. v. Chr. dürfte auch die räumliche Neuorganisation der Siedlungen und Städte einhergehen. Durch noninvasive Untersuchungen ist mittlerweile von Städten wie Veii, Tarquinia, Vulci oder Gabii die räumliche Struktur weitestgehend bekannt, allerdings wurden diese Siedlungen über viele Jahrhunderte bewohnt, sodass eine differenzierte Ansprache der verschiedenen Phasen der urbanen Organisation nicht möglich ist.
Auf Einladung des Parco Naturalistico Archeologico di Vulci und in enger Kooperation mit der Soprintendenza Archeologia, Belle Arti e Paesaggio per la provincia di Viterbo e per l’Etruria meridionale bietet sich die einmalige Gelegenheit die etruskische Siedlung Regae/Regisvilla (Lazio, Italien), die als Hafenort bzw. Emporion Vulcis in der Spätarchaik und Frühklassik gedient hat und über die nur sehr wenig bekannt ist, nahezu vollständig geophysikalisch zu untersuchen. Regisvilla wurde zuletzt in den 1980er Jahren durch räumlich begrenzte Ausgrabungen untersucht. Die nun neu begonnenen Aktivitäten der Soprintendenza und des Parco di Vulci läuten eine neue Phase in der archäologischen Erforschung Regisvillas ein.
Ziel des Projektes ist es durch noninvasive geophysikalische Prospektionen die räumliche Struktur, die Organisation der Stadt und das Verhältnis verschiedener Funktionsräume zueinenander zu untersuchen. Damit soll ein chronologischer Fixpunkt für die urbanistische Entwicklung in Südetrurien für die Archaik geliefert werden, da die Siedlung nur eine Laufzeit vom späten 6. Jh. bis zur zweiten Hälfte des 5. Jhs. v. Chr. aufweist. So wird ein einzigartiger Einblick in das Phänomen der Urbanisierung und Stadtplanung gegeben.
Eine großzügige Förderung der Gerda Henkel Stiftung erlaubte zwischen dem 23. und dem 31.07.2024 gemeinsam mit der Eastern Atlas GmbH & Co. KG eine erste geophysikalische Messkampagne durchzuführen, bei der 11,67 ha mit Geomagnetik und 3,19 ha mit dem Ground Penetrating Radar (GPR) überdeckt sowie ein Profil mit der Electrical Resistivity Tomography (ERT) (360 m) angelegt werden konnte. Die Ergebnisse befinden sich zurzeit in der Auswertung und Publikationsvorbereitung.
https://vulcityscape.hypotheses.org/projekt#regae
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Paul P. Pasieka (JGU Mainz, Projektleitung)
Mariachiara Franceschini (Universität Freiburg, Projektleitung)
Geophysik: Eastern Atlas GmbH & Co. KG (Burkart Ullrich, Filippos Karipidis, Rudolf Knieß, Jochem Dorrestein, Luka Girling)
Kooperationen
Soprintendenza Archeologia, Belle Arti e Paesaggio per la provincia di Viterbo e per l’Etruria meridionale
Parco Naturalistico Archeologico di Vulci
Finanzierung
Gerda Henkel Stiftung
Verstöße gegen gesetzliche und moralische, menschliche und göttliche Regeln sind unwandelbar Bestandteil menschlichen Verhaltens. Entsprechend setzen sich zu allen Zeiten Einzelpersonen wie auch (gesellschaftliche, religiöse oder staatliche) Einheiten mit den Verstößen auseinander, diskutieren, bewerten und klassifizieren sowohl die Verstöße selbst als auch ihre potentiellen Folgen in Diesseits und Jenseits. Dies kann sowohl in abstrahierender, unpersönlicher Form erfolgen, als auch (exemplarisch) anhand von bestimmten/benannten Personen thematisiert werden.
Die chronologisch und geographisch differenzierende Analyse beschäftigt sich u.a. mit der Frage, welche Verstöße thematisiert, anhand von welcher (Art von) Figuren sie verdeutlicht werden, wie ebendiese Figuren geschildert werden und in welchen Kontexten sie auftreten. Neben den bildlichen werden auch schriftliche Quellen in die Untersuchung einbezogen; im Blickfeld stehen hierbei zum einen die Verwendung und Bedeutung von Begriffen, zum anderen ein Vergleich der in den verschiedenartigen Quellentypen gegebenen Inhalte und eine Bewertung der zutage tretenden Unterschiede in (z.B. Figuren- oder Verstoß-)Auswahl und Schilderung.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Heide Frielinghaus (Projektleitung)
Die zentrale Bedeutung des Heratempel von Olympia im Laufe der Jahrhunderte wird durch die von Pausanias beschriebene Aufstellung respektive Ausstellung mehrerer Skulpturen, Weihegaben und Kultgeräte im Tempelinneren deutlich, unter denen sich beispielsweise der in situ aufgefunden Hermes mit dem Dionysosknaben des Praxiteles befand.
Ein seltenes Phänomen zeigen die Säulen des Heraions, die nicht nur sukzessive ausgetauscht wurden, sondern auch Einlassungen für Pinakes unterschiedlicher Größe und Form aufweisen. Darüber hinaus wurden auf dem Stylobat Stelen und weitere Skulpturen aufgestellt, die gemeinsam mit den Pinakes an den Säulen die Außenwirkung des Tempels stark veränderten.
Ziele des Forschungsprojekts sind die Art der Pinakes und Stelen zu identifizieren und ihr Anbringungskonzept sowie ihre Wirkung zu erschließen. Diese Ergebnisse werden mit der weiteren Ausstattung des Tempels und mit der des Heiligtums generell in Verbindung gebracht, um deren Bedeutung im Gesamtkontext nachvollziehen zu können: Es wird davon ausgegangen, dass die äußeren Transformationsprozesse des Heraions mit einem Bedeutungswandel des Tempels einhergehen, der wiederum Auswirkungen auf die Kulttopografie Olympias hatte und deshalb von zentraler Bedeutung für das gesamte Heiligtum war.
Zur Visualisierung des Erscheinungsbildes des Heraions wird ein 3D-Modell des Tempels und dessen Ausstattung erstellt. Die Erstellung des Modells wird durch die Freunde der Universität Mainz e. V. finanziert und nach Fertigstellung open Access zur Verfügung gestellt.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Dr. Anne Sieverling (Projektleitung)
Kooperationen
Prof. Philip N. Sapirstein, Department of Art History an der University of Toronto
Dr. Daphni Doepner, Institut für Archäologie und Kulturanthropologie an der Universität Bonn
Deutsches Archäologisches Institut, Abteilung Athen
Vorträge
Antike Litfaßsäulen. Die Säulen des Heraions von Olympia als Informationsträger im Forschungskolloquium des Instituts für Klassische Archäologie der Eberhard Karls Universität Tübingen
Vorarbeiten
S. Wetherington, Praxisprojekt zur Sichtbarkeitsanalyse der Pinakes am Heraion mit Q-GIS
A. Sieverling, Untersuchungen zu den Befestigungsspuren an den Säulen des Heratempels in Olympia (unpubl. MA FU Berlin 2008)
The Vindolanda Trust holds a wide variety of materials in its archives, ranging from the archaeological documentation of the site’s excavations to the collections of individual scholars. Together with the Vindolanda Trust Curator Barbara Birley and Archive Assistant Bethany Goodman, this project is developing a long-term collections management strategy for the Trust and, through a series of smaller projects, beginning to consolidate and catalogue the collections. The collaboration between JGU and the Vindolanda Trust focuses on the Eric Birley Archive. The papers of Roman frontier archaeologist and historian Eric Birley are a treasure trove, with research and excavation notes as well as personal letters and photographs from the 1920s through the 1990s. Topics include Hadrian’s Wall, Samian ware, prosopography, the Roman army, as well as the growth of frontier studies and ‘The Durham School’.
Mitarbeiterinnen
Catherine Teitz, Barbara Birley, Bethany Goodman
Laufzeit
seit 2023
Kooperationspartner
Vindolanda Trust
Finanzierung
Roman Research Trust Grant
© Catherine Teitz
The Corbridge Finds Project, jointly run by JGU and English Heritage, examines 40 years of excavation notebooks, comparing what came from the trench with what the museum stores hold. Phase 1 parsed and standardized, producing a database with more than 23,500 unique records that are searchable by object, material, and fabric. Phase 2 developed a site GIS and assigned consistent location information for each record, making spatial analysis possible for the first time. The next phases of the project include the reassessment of the site stratigraphy and chronology as well as the evaluation of individual categories of small finds (glass, bronze, iron, ceramics) and their integration with the museum collection.
Mitarbeiterinnen
Catherine Teitz, Frances McIntosh
Laufzeit
seit 2021
Kooperationspartner
English Heritage
Finanzierung
Phase 1: Stanford University Graduate Opportunity Grant for Modern British History and Culture Funding
Phase 2: HERMES-Forschungsstudienförderung, Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Die Versorgung antiker Städte basierte im Wesentlichen auf der Herstellung handwerklicher Produkte, den Erträgen der Vieh- und Landwirtschaft und dem Handel mit diesen Erzeugnissen sowie weiteren importierten Waren. Die Ausprägung dieser Wirtschaftssektoren, ihre Interoperabilität und das erzeugte und veräußerte Warenspektrum sind dabei abhängig von den lokalen Gegebenheiten, aus denen sich jeweils eigene Versorgungsnetzwerke entwickelten.
In dem Habilitationsprojekt Versorgungsnetzwerke römerzeitlicher Städte werden im Gegensatz zu der sonst üblichen Konzentration auf Teilaspekte der urbanen Wirtschaftssysteme, wie auf bestimmte Fundgattungen oder Branchen, ein Fokus auf die Konnektivitäten, den Austausch und die Abhängigkeiten der Werkstätten, Berufsgruppen und Wirtschaftssektoren gelegt, um die Versorgungsnetzwerke ausgewählter Städte zu erschließen, von denen Ephesos den Ausgangspunkt bildet.
Im Rahmen des Forschungsprojekts würde im Oktober 2022 ein internationaler Workshop organisiert, um sich mit den in Pergamon, Milet und Ephesos arbeitenden KollegInnen auszutauschen und die ersten Ergebnisse der Habilitation zur Diskussion zu stellen:
Zum Workshop zu Versorgungsnetzwerken römischer Städte
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Dr. Anne Sieverling (Projektleitung)
Vorträge und Publikationen
Retail and Food Supply in Ephesos, in: L. Dietrich – M. Ergun – J. Fildhuth – A. Garlik – S. Lehnig – A. E. Reuter (Hrsg.), Food in Anatolia and its Neighbouring Regions. Fifth Scientific Network of the German Archaeological Institute Department Istanbul, Byzas ## (im Druck).
Verzollte Fischspezialitäten, streikende Bäcker und heiliger Wein. Untersuchungen zur Versorgung der kaiserzeitlichen Metropole Ephesos, am Institut für Klassische Archäologie und Kulturanthropologie der Universität Bonn, 20. Januar 2022
Herstellungs- und Austauschmechanismen des römerzeitlichen Ephesos, 16. November 2022, Deutsches Archäologisches Institut Athen
Synergasies in Ephesos. Sphere of Influence of the Collegia and Associated Institutions, 15. November 2023 Deutsches Archäologisches Institut Madrid
Globalisierungsprozesse der Kaiserzeit in Ephesos, 13. November 2024 DAI-Cluster 8 „Ökonomische Netzwerke“ und SFB 1070 RessourcenKulturen, Universität Tübingen
Die Klassischen Archäologien der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz werden 2021 ein Ausgrabungsprojekt im Bereich des im Vorjahr neu entdeckten Sakralquartiers in der etruskisch-römischen Metropole Vulci beginnen und damit die bereits laufenden, erfolgreichen Feldforschungsarbeiten der beiden Universitäten in Vulci fortsetzen. Das Projekt erfolgt in Kooperation mit der Soprintendenza Archeologia Belle Arti e Paesaggio per l’area metropolitana di Roma, la provincia di Viterbo e l’Etruria meridionale, der Fondazione Vulci und dem Parco di Vulci und unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Mariachiara Franceschini (Uni Freiburg) und Paul Pasieka M.A. (JGU Mainz). Die Fritz Thyssen Stiftung fördert das neue Projekt mit dem Titel „Dimensionen des Sakralen. Der neue Tempel und die Cityscape von Vulci“ großzügig. An der JGU ist das Projekt Teil der Thematic Area 3 – Urbane Verdichtung des Profilbereichs „40.000 Years of Human Challenges: Perception, Conceptualization and Coping in Premodern Societies“. Weitere Informationen unter https://vulcityscape.hypotheses.org/.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Paul P. Pasieka (JGU, Projektleitung)
Mariachiara Franceschini (Uni Freiburg, Projektleitung)
Kooperationen
Soprintendenza Archeologia Belle Arti e Paesaggio per l’area metropolitana di Roma, la provincia di Viterbo e l’Etruria meridionale
Fondazione Vulci
Parco di Vulci
Abteilung für Klassische Archäologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Alltägliche Stress- und Krisensituationen, die sich in der Hauptstadt des römischen Imperiums, der Metropolis Rom, ergeben, untersucht das Fallbeispiel Lebenshilfe im spätrepublikanischen und frühkaiserzeitlichen Rom – Lebenshilfe heute. Anhand einschlägiger Texte, die sich konkret auf die Bewältigung von Stresssituationen, Lebenskrisen und traumatischen Erfahrungen beziehen, wird untersucht, was als Herausforderung/Krise wahrgenommen wird, wie solche individuellen Herausforderungen konzeptualisiert werden, welche prospektiven Praktiken zur Lebenshilfe für die intendierten RezipientInnen (in diesem Fall OberschichtrömerInnen in der Stadt Rom), die aber auch exemplarisch für außerrömische RezipientInnen dieser Texte eintreten, vorgeschlagen werden. In diesem Kontext wird auch deutlich werden, welche kollektiven Institutionalisierungen, Einschränkungen und Möglichkeiten Gemeinschaften für die Bewältigung von individuellen Herausforderungen und Krisen zur Verfügung stell(t)en. Vor allem die Schriften Senecas, die sich größtenteils der Frage zuwenden, wie ein Individuum ein nicht nur im philosophischen Sinne gutes und zufriedenes Leben in der Gemeinschaft führen kann und mit gutem Recht als Vorläufer der modernen Verhaltenstherapie reklamiert werden könnte, wurden in späteren Epochen lebhaft rezipiert und an die eigenen zeitgenössischen Kontexte adaptiert. In einem zweiten Schritt sollen die Ergebnisse mit modernen Psychotherapieansätze verglichen werden. Es ergeben sich auch darüber hinaus weite interdisziplinäre Horizonte, etwa die Frage, wie diese Texte im Mittelalter rezipiert und in Adaption an die eigene Lebenswelt weitergeschrieben wurden.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Univ.-Prof. Dr. Christine Walde
Apl. Prof. Dr. Annemarie Ambühl
Dr. des. Matthias Heinemann
Finanzierung
DFG (Projekt Nr. 504936196, https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/504936196 )
Die Historien des Gregor von Tours gehören zu den wichtigsten literarischen Zeugnissen und historischen Quellen für die Zeit des Überganges von der Spätantike zum frühen Mittelalter. Das Urteil der Forschung über die lateinische Literatur und Sprache der ersten Jahrhunderte des Frankenreiches fällt oft sehr negativ aus. Auch die Herausgeber der maßgeblichen Ausgabe der Historien, Krusch/Levison, gehen davon aus, dass auch der Urtext Gregors nur in schlechtem Merowingerlatein abgefasst worden sein könne. Ein solches Bild wird dann auch durch die rekonstruierte Textfassung geboten, auch wenn viele Handschriften einen wesentlich besseren Text bieten. Zwar wurde immer wieder Kritik an dieser Vorgehensweise geübt, doch eine neue Edition der Historien wurde noch nicht vorgelegt. Die grundlegende Frage, der sich die Herausgeber einer neuen Edition stellen müssen, ist diejenige nach dem Zustand der Sprache Gregors. Als ein geeigneter Indikator für das stilistische Können eines Autors bzw. auch für die Qualität seiner Sprache kann u.a. auch eine Analyse des sog. Prosarhythmus dienen. Erste Vorarbeiten haben nachgewiesen, dass der Bischof von Tours durchaus Wert auf eine stilistisch-rhythmische Ausgestaltung legt. Dies liefert ein wichtiges Argument für eine positive Beurteilung seines Bildungsstandes und unterstützt die Forderung nach einer neuen Edition.
In diesem DFG-Projekt sollen eine digitale kritische Edition und eine textgetreue Übersetzung des zweiten Buches der Historien erstellt werden, deren Publikation über die digitale Infrastruktur der Monumenta Germaniae Historica erfolgen wird. Auch die Handschriftentranskriptionen und -kollationen werden nach Projektabschluss online publiziert. Flankierend werden umfassende kolometrisch-rhythmische Analysen der in den Kollationen abgebildeten Textfassungen vorgenommen und ausgewertet; die Ergebnisse werden in einer eigenen Publikation veröffentlicht. Durch die Edition des zweiten Buches sollen die Weichen gestellt werden für ein Langfristvorhaben, in dem eine Gesamtausgabe der Historien und ein historisch-archäologischer Kommentar vorgelegt werden.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
PD Dr. Rebekka Schirner
Prof. Dr. Wilhelm Blümer
Finanzierung
DFG
Senecas Epistulae morales stellen nicht nur ein einflussreiches Werk der lateinischen Literatur, sondern auch ein zentrales Zeugnis der römischen Philosophie dar. Trotz ihrer Bedeutung weist die Forschung zu den Epistulae noch einige Lücken auf. Es fehlt vor allem an Kommentaren, die systematisch einzelne Bücher erschließen.
Diese Forschungslücke wird in jüngerer Zeit zunehmend geschlossen, sodass für die Bücher 1 bis 4 sowie für den Beginn von Buch 6 inzwischen Kommentare vorliegen. Buch 5 ist aber noch nicht entsprechend erschlossen. Dies ist umso bedauerlicher, als dieses Buch Fragen und Themen aufwirft, die für das Gesamtwerk von Bedeutung sind. In erster Linie ist hier an die Figur des Lucilius zu denken, die in diesem Buch deutlicher an Kontur gewinnt. Zudem erweist sich das Buch hinsichtlich seiner Struktur als besonders kohärent, weshalb es sich anbietet, um nachzuspüren, mit welchen Mitteln diese Kohärenz hergestellt wird.
Das Projekt wird diese und andere Fragestellungen in einem Band zum 5. Buch der Epistulae morales behandeln und so die erwähnte Forschungslücke schließen. Dazu sollen die elf Briefe (Ep. 42–52) dieses Buches erstmals umfassend und zusammenhängend durch eine Einleitung und einen wissenschaftlichen Kommentar erschlossen werden. Zudem wird der Band durch einen Lesetext und eine deutsche Übersetzung begleitet werden. Zusätzliche Vorträge und Aufsätze werden übergreifende Fragestellungen etwa zur Struktur des Gesamtcorpus in den Blick nehmen und so die anhand des 5. Buches gewonnen Erkenntnisse einordnen.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
PD Dr. Dominik Berrens
Finanzierung
DFG ( https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/516319177 )
thersites ist eine internationale Open-Access-Zeitschrift für innovative transdisziplinäre Klassikstudien, herausgegeben von Annemarie Ambühl, Filippo Carlà-Uhink, Christian Rollinger und Christine Walde.
- thersites erweitert die Altertumswissenschaften durch die kostenlose Veröffentlichung von Originalarbeiten und durch die Reflexion über die griechisch-römische Antike als gegenwärtiges Phänomen und diachrone Kultur, die Teil der heutigen transkulturellen und äußerst vielfältigen Welt ist. Die Antike gehört nach unserem Verständnis nicht nur der Vergangenheit an, sondern wird immer in der Gegenwart erlebt und gestaltet.
- thersites leistet einen Beitrag zur kritischen Überprüfung von Methoden, Theorien, Ansätzen und Themen in der Altertumswissenschaft, die gegenwärtig unbeholfen zwischen traditionellen Perspektiven und kulturellen Wendungen gespalten zu sein scheint.
- thersites bringt Wissenschaftler:innen, Schriftsteller:innen, Essayist:innen, Künstler:innen und alle Arten von Akteur:innen der Kulturindustrie zusammen, um ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, wie die Antike einen Teil der heutigen Kultur ausmacht und unsere Gegenwart (um-)formt.
- Link: https://thersites-journal.de/index.php/thr/index
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Apl. Prof. Dr. Annemarie Ambühl (JGU Mainz, Herausgeberin)
Univ.-Prof. Dr. Christine Walde (JGU Mainz, Herausgeberin)
Prof. Dr. Filippo Carlà-Uhink (Universität Potsdam, Herausgeber)
PD Dr. Christian Rollinger (Universität Trier, Herausgeber)
Prof. Dr. Katharina Wesselmann (Universität Potsdam, Herausgeberin)
Vorstandsmitglieder
Dr. Irene Berti (Pädagogische Hochschule Heidelberg)
Prof. Dr. Domitilla Campanile (Università degli Studi di Pisa)
Prof. Dr. Emilia Di Rocco (Università di Roma La Sapienza)
Prof. Vered Lev Kenaan (University of Haifa)
Dr. Alexander Kirichenko (Humboldt Universität zu Berlin)
„Im Alter von zehn Tagen sind das Küken und alle seine Teile bereits gut sichtbar.“ Hist. an. VI, 561 a 26f.
Ziel des Projektes ist die Übersetzung und Kommentierung von Aristoteles‘ Historia animalium, Bücher VI und VII. In diesen Büchern (wie auch bereits in Buch V) befasst sich Aristoteles mit der Reproduktionsbiologie der Tiere (Buch VI) und des Menschen (Buch VII). Themen sind beispielsweise die Embryologie des Kükens, lebendgebärende Haifische, „spontan entstehende“ Fische, schlagartig anwachsende Mäusepopulationen, die menschliche Pubertät und der unterschiedliche Verlauf von Schwangerschaften in Ägypten und Griechenland. Berühmte Entdeckungen sind z.B. der „springende Punkt“, also das schlagende Herz des wenige Tage alten Hühnerembryos, und die Dottersackplacenta das Glatthais.
Diese grundlegenden Texte über die Fortpflanzung werden aus altphilologischer wie aus biologischer Perspektive erschlossen. Welche sind die relevanten altphilologischen (inkl. wissenschaftlich-philosophischen) Hintergründe des Textes? Wie sieht der beschriebene Sachverhalt aus Sicht der heutigen Biologie aus? Daraus ergeben sich wertvolle Einsichten über den Stand der Biologie damals und heute, nebenbei aber auch interessante Details über den Alltag von Mensch und Tier in der griechischen Antike.
Eine Einleitung in Historia animalium V-VII findet sich in K. Epstein, Aristoteles. Historia animalium Buch V. Übersetzt, eingeleitet und kommentiert, Berlin-Boston 2019.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Dr. Katharina Epstein (Projektleitung)
Finanzierung
Karl und Gertud Abel-Stiftung
In Bewusstsein der zahlreichen antiken Vorläufer der modernen Naturwissenschaften (in Mesopotamien, Ägypten und vor allem Griechenland) wurde 1988 in Bamberg von dem Gräzisten Prof. Dr. Georg Wöhrle (später Trier) der interdisziplinäre Arbeitskreis „Antike Naturwissenschaft und ihre Rezeption (AKAN)“ mit dem Ziel gegründet, alljährlich ein Arbeitstreffen zu veranstalten, bei dem Interessierte aus dem In- und Ausland die Möglichkeit haben, ihre Forschungsergebnisse in sachkundigem Kreis vorzutragen und zu diskutieren. Das Erste Symposium fand 1989 in Bamberg statt. Ab dem Jahr 1994 wurden die Symposien in Trier veranstaltet. Seit 2000 finden die AKAN-Tagungen – mit einigen Ausnahmen – regelmäßig im Juni in Mainz statt. Geleitet und organisiert werden sie von dem Mainzer Gräzisten Prof. Dr. Jochen Althoff.
Im Jahr 1990 wurde beschlossen, die bei den Symposien gehaltenen Referate unter dem Titel „Antike Naturwissenschaft und ihre Rezeption“ in Form einer Reihe zu veröffentlichen. Die Referate der Jahre 1990-1994 erschienen in den Bänden I bis IV bei Collibri in Bamberg. Seit Band V erscheint die Reihe im Wissenschaftlichen Verlag Trier. Seit 2001 ist die Reihe AKAN um eine Reihe „AKAN-Einzelschriften“ ergänzt, in die Monographien und Tagungsbände zu Themen der antiken Naturphilosophie/Naturwissenschaft und ihrer Rezeption aufgenommen werden. Die Reihe ist sehr erfolgreich und hat inzwischen (Stand 2025) 34 Bände und 12 Einzelschriften publiziert (https://www.wvttrier.de/c/fachgebiete/altertumswissenschaft/akan-antike-naturwissenschaft-und-ihre-rezeption). Herausgegeben wird sie von dem Trierer Gräzisten Diego De Brasi, der Marburger Gräzistin Sabine Föllinger, Georg Wöhrle und Jochen Althoff.
Die Reihe AKAN nimmt zusätzlich zu den Referaten, die bei den jährlichen AKAN-Tagungen vorgestellt werden, jederzeit Beiträge entgegen, die sich mit antiker Naturwissenschaft und ihrer Rezeption auseinandersetzen. Die Beiträge können an ein Mitglied des Herausgebergremiums als PDF zur Begutachtung eingesandt werden.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Prof. Dr. Jochen Althoff (Projektleitung)
Projekt innerhalb des Verbund Projektes „40,000 Years of Human Challenges“
Das Feuer ist ein in der Antike weit verbreitetes Umweltphänomen, das sowohl in der Natur beobachtet werden kann (Blitz, Vulkanismus, Waldbrände etc.) als auch künstlich vom Menschen hergestellt und vielfältig genutzt wird. Große Schwierigkeiten hat aber die intellektuelle oder konzeptionelle Bewältigung dieses Umweltphänomens bereitet, und der Umgang mit dieser intellektuellen Herausforderung wird im hier skizzierten Projekt thematisiert. Die verschiedenen diskursiven Praktiken, die bei diesem Verständnis- und Erklärungsprozess angewandt wurden, sollen in Einzelfallstudien untersucht und miteinander verglichen werden.
Das menschliche Verhältnis zum Feuer ist sehr ambivalent, da es nicht nur unbeherrscht und katastrophisch erscheint (insbesondere in seinen natürlichen Repräsentationen), sondern auch wärme- und lebensspendend ist (sofern seine Beherrschung die Voraussetzung für zahlreiche technische Prozesse ist). Man hat es früh mit den leuchtenden und wärmenden Himmelskörpern verbunden und damit in einen göttlichen Rang erhoben. Empedokles hat es in den Kreis der klassischen vier Elemente aufgenommen (zusammen mit Erde, Wasser, Luft), die er als Grundbausteine des Kosmos identifizierte. Platon verwendet das Feuer als Lichtspender metaphorisch (z. B. in seinem Höhlengleichnis im Staat), um Erkenntnisprozesse zu veranschaulichen. Besonders vielfältig, aber auch komplex ist die Art und Weise, wie Aristoteles das Feuer in organischen Zusammenhängen wirksam sieht (Körperwärme, Atmung, Ernährung, Zeugung).
Das Projekt untersucht, ausgehend von Aristoteles, die intellektuelle oder konzeptionelle Bewältigung des Naturphänomens Feuer, wobei es besonders interessiert, welche Alltagswahrnehmungen und Erklärungsmodelle dabei eine Rolle spielen. Es ist für die Untersuchungsmethode des Aristoteles, aber auch vieler anderer griechischer Intellektueller wesentlich, dass kaum jemals eine praktische Nutzanwendung oder technische Verbesserung im Fokus steht. Es geht vielmehr ausdrücklich um die theoretische Bewältigung der wahrgenommenen Umwelt, die in der Auseinandersetzung mit früheren und gleichzeitigen Erklärungsversuchen immer wieder neu unternommen wird. Man könnte geradezu von einer Kultur der intellektuellen Bewältigung sprechen.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Prof. Dr. Jochen Althoff (Projektleitung)
Haft Tappeh liegt etwa 18 km südöstlich von Susa in der Region Khuzestan im heutigen Iran. Es handelt sich dabei um eine etwa 200-250 Hektar große antike elamische Stadt aus der Mitte des 2. Jt. v. Chr.
Die Untersuchungen der Universität Mainz in Haft Tappeh begannen im Herbst 2002 unter der Leitung von B. Mofidi-Nasrabadi, die durch den „Forschungsverbund Archäologie“ der Universität Mainz finanziert wurden.
Um einen genaueren Überblick über die Gesamtstruktur der Baukomplexe und ihre Ausdehnung zu bekommen, wurden geophysikalische Vermessungen durchgeführt. Hierbei konnten mehrere große Komplexe mit äußerst breiten Mauern festgestellt werden.
Im Winter 2004 wurde ein Memorandum zwischen der „Iranian Cultural Heritage Organization“ und dem Institut für Ägyptologie und Altorientalistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz für weitere archäologische Untersuchungen in Haft Tappeh unterzeichnet. Das Projekt wurde zwischen 2004 und 2017 in mehreren Etappen von der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) finanziert.
Auf der Basis der geophysikalischen Vorarbeiten, die einen Gesamtüberblick über die Baustrukturen lieferten, fanden mehrere Grabungskampagnen durch B. Mofidi-Nasrabadi statt. Dabei konnten interessante Ergebnisse erzielt werden. Unter anderem wurde ein Verwaltungsgebäude freigelegt, in dem mehr als sechshundert Tontafeln und Tafelfragmente zu Tage kamen. Sie können der mittelelamischen Stadt zugeordnet werden, die aufgrund der systematischen C14-Analysen in eine Zeitspanne zwischen 1525 und 1435 v. Chr. datiert wird.
Ein weiterer interessanter Fund wurde 2012 gemacht. Skelette von mehreren hundert Individuen wurden festgestellt, die hinter einer Mauer in einer Straße angehäuft worden waren. Die extrem große Anzahl von Toten kann entweder Folge einer Epidemie oder einer kriegerischen Auseinandersetzung bzw. eines Massakers gewesen sein.
Kooperationen
Iranian Cultural Heritage Organization
Auf dem Disibodenberg bei Odernheim am Glan hatte sich im Frühmittelalter eine kleine Gruppe Einsiedler etabliert. Einem davon, Disibod, kam in den folgenden Jahrhunderten eine ausgeprägte Verehrung als Heiliger zu, was vor gut 1000 Jahren zur Gründung eines Klosters auf dem Berg am Zusammenfluss von Glan und Nahe führte. In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts lebte hier die hl. Hildegard, deren heutige Verehrung auf dem Disibodenberg die des Disibod weitgehend verdrängt hat. Das Kloster wurde im 16. Jahrhundert aufgelassen und schließlich im 19. und 20. Jahrhundert zu einem touristisch interessanten, historischen Park gestaltet. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts fanden baugeschichtliche Untersuchungen und archäologische Grabungen statt, doch zahlreiche Fragen blieben dabei unbeantwortet. Hier setzt ein Prospektionsprojekt (Peter Haupt, IAW) an, mit dem im Rahmen der Ausbildung Studierender sowohl mit geophysikalischen Methoden, als auch mit Metalldetektoren gezielt sich aufdrängende Fragestellungen angegangen werden. Beispielsweise ist es mit Georadar deutlich einfacher möglich, Vermutungen zu Fundamentverläufen zu prüfen, als das mit aufwendigen und in den Denkmalbestand eingreifenden Grabungen geschehen kann. Über Hufnägel und andere Funde aus der Wegenutzung können alte Wege erkannt und datiert werden, womit die Zuwegungen zum Kloster rekonstruierbar werden.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Peter Haupt (Projektleitung)
In der römischen Stadt von Homburg-Schwarzenacker, der antike Name ist unbekannt, haben Peter Haupt (JGU) und Agnieszka Tomas (Wydział Archeologii, Uniwersytet Warszawski) im Frühjahr 2023 ein Grabungsprojekt begonnen. Ziel der vom Saaprfalz-Kreis großzügig finanziell geförderten Untersuchungen ist es, alte Interpretationen zu prüfen und ggf. dem neuen Forschungsstand anzupassen. In der ersten Kampagne konnte neben dem Erzielen wichtiger chronologischer Erkenntnisse auch das Wissen um die Kulturlandschaftsgenese im Umfeld der Stadt erweitert werden. So steht das östliche Stadtquartier, das heute in einem archäologischen Park präsentiert wird, auf mächtigen kolluvialen Sanden. Diese sind nach enthaltenem Fundmaterial in das erste Jahrhundert n. Chr. zu datieren und offensichtlich die Folge von Entwaldung an den Hängen oberhalb der Stadt. Mit der Freilegung der Böden kam es zu verstärkter Erosion, der erodierte Sand lagerte sich dann mit nachlassendem Gefälle am Hangfuß ab. Sehr wahrscheinlich besteht ein Zusammenhang mit dem Holzverbrauch römischer Handwerker. Die letzte Kampagne des deutsch-polnischen Projektes fand im Oktober 2024 statt, dabei wurden interessante Erkenntnisse zu den Bau- und Nutzungsphasen eines zentral in der Stadt liegenden Tempelbezirks gewonnen. Insgesamt scheint es so, dass die gesamte Siedlung in der frühen Kaiserzeit deutlich von produzierendem Gewerbe (Töpferei, Eisen) geprägt war, es dann aber im frühen 2. Jahrhundert zu großen Investitionen in öffentliche und private Gebäude kam. Emissionsstarke Gewerbe konzentrierten sich nun in einiger Distanz zur städtischen Siedlung, in der Handwerk aber dennoch eine wesentliche Rolle spielte.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Peter Haupt (JGU, Projektleitung)
Agnieszka Tomas (Uniwersytet Warszawski, Projektleitung)
Seit 2007 werden von der Vor- und Frühgeschichtlichen Archäologie Forschungen zum Alten Bergbau im Umfeld von Imsbach am Donnersberg durchgeführt. Die Gewinnung von insbesondere Eisen- und Kupfererzen begann hier nach den dabei gewonnenen Erkenntnissen in der frühen Römerzeit. Sie dauerte bis ins 20. Jahrhundert an. Die römischen Bergbauspuren bestehen aus großen Grabenpingen, Schlackenplätzen und Wohnplätzen. Im Mittelalter wird die Burg Hohenfels unmittelbar bei den Eisenerzgruben errichtet. Eine weitere Burg entsteht bei Kupfererzgruben im Nachbartal, beide Burgen werden 1350/51 belagert und zerstört. Um die Spuren des antiken und mittelalterlichen Bergbaus von den starken Überprägungen der jüngeren Neuzeit zu trennen, werden durch die Arbeitsgruppe um Peter Haupt (IAW) auch Befahrungen und Vermessungen der erhaltenen unterirdischen Anlagen durchgeführt. Damit ist es möglich, oberirdisch sichtbare, aber undatierte Bergbauspuren mit den meist besser datierbaren unterirdischen Anlagen zu verknüpfen. Gewissermaßen im Ausschlussverfahren lassen sich so Verdachtsfälle besonders alten Bergbaus herausarbeiten, wenn diese nicht mit den häufigen neuzeitlichen Aktivitäten zu verbinden sind. Die Forschungen finden in enger Zusammenarbeit mit dem Pfälzischen Bergbaumuseum Imsbach statt.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Peter Haupt (Projektleitung)
Gemeinsam mit der Forschungsstelle Kaiserpfalz Ingelheim (Holger Grewe) und Arno Braun (Universität des Saarlandes) untersuchen Peter Haupt und Leon Hermann (IAW) das um den Wormser Dom liegende Areal. Ziel ist es vor allem, frühe Sakralbauten zu erkennen bzw. unser vorhandenes Wissen zu erweitern. Durch Prospektionen mit Georadar in den Jahren 2023 und 2024 gelang es dabei, neue Erkenntnisse zu den Taufkirchen südlich des Doms zu gewinnen – die heute bis auf eine ausgegrabene und konservierte Taufpiscina oberirdisch nicht mehr vorhanden sind. Der Dom steht allerdings nicht nur zentral in der mittelalterlichen Stadt Worms, sondern unter dem Dombezirk wird auch das Zentrum des antiken Borbetomagus vermutet. Die bei den Domgrabungen Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckten Fundamente wurden als Forum und/oder Heiligtum interpretiert, doch sicher sind diese Deutungen nicht. Auch hierzu könnten die laufenden archäologisch-geophysikalischen Untersuchungen neue Erkenntnisse bringen.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Peter Haupt (JGU, Projektleitung)
Leon Hermann (JGU, Projektleitung)
Arno Braun (Universität des Saarlandes, Projektleitung)
Holger Grewe (Forschungsstelle Kaiserpfalz Ingelheim, Projektleitung)
Der Bliesgau im südlichen Saarland stellt in der Römerzeit eine besondere Kulturlandschaft dar, die insbesondere zu aus der vorrömischen Zeit tradierten Verhältnissen wichtige und neue Erkenntnisse verspricht. Ebenso lässt sich hier gut herausarbeiten, wie sich der Übergang von Spätantike zu Frühmittelalter vollzog. Im Rahmen des Projektes fanden 2013-2016 archäologische Untersuchungen in der Terra sigillata-Manufaktur von Blickweiler statt (Johanna Ney). An verschiedenen römerzeitlichen Siedlungsplätzen, meist villae rusticae neben/unter mittelalterlichen Kirchen, wurden und werden Prospektionen durchgeführt: In Gersheim, Reinheim, am Kirchheimer Hof und in Böckweiler wurden römische Siedlungsspuren mit späterem Kirchenbau archäologisch-geophysikalisch untersucht. Weitere römische Hofplätze wurden unter anderem bei Bliesdalheim sowie zwischen Gersheim und Reinheim prospektiert. Die Ergebnisse des von Peter Haupt (IAW) und Andreas Stinsky (Saarpfalz-Kreis) geleiteten Projektes fließen in das internationale Blies-Survey-Projekt ein, mit dem der weitere Umkreis des römischen Vicus von Bliesbruck (Frankreich) archäologisch betrachtet wird.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Peter Haupt (JGU, Projektleitung)
Andreas Stinsky (Saarpfalz-Kreis, Projektleitung)
Die Burg Windeck in Heidesheim gehört zu den wenigen kleinen Burgen am Rhein, die bis zum Dachgeschoss noch originales (spät-)mittelalterliches Mauerwerk aufweisen. Das Baudatum der Burg ist umstritten, sicher ist jedenfalls, dass sie zu Beginn des 13. Jahrhunderts existierte. Als Niederungsburg befindet sie sich nahe einem Bachlauf, der damals einen die Burg umgebenden Graben speiste. Diese topographischen Merkmale sind heute allerdings nicht mehr nachvollziehbar: Die Gräben sind verfüllt, im 20. Jahrhundert wurde die Ortsbebauung im Nahbereich der Burg ohne viel Rücksicht verdichtet. In den 1990er Jahren in weiser Voraussicht von der Gemeinde Heidesheim angekauft, gehört die Burg Windeck nach Eingemeindung Heidesheims heute der Stadt Ingelheim. Der jüngere Wohnteil wird als eine Art Bürgerhaus genutzt, während der Turm von einem kulturhistorischen Verein betreut wird. 2024 wurden die westlich anschließenden Flächen gärtnerisch gestaltet, so dass nun geophysikalische Untersuchungen möglich sind, die noch im Winter 2025 durchgeführt werden sollen. Dabei könnten, mit etwas Glück, Spuren einer Vorburg oder eines zur Burg gehörenden Wirtschaftshofes erkannt werden.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Peter Haupt (Projektleitung)
Am nördlichen Stadtrand von Bad Kreuznach, unmittelbar vor der mittelalterlichen Stadtmauer, errichtete der Kaufmann Georg Heinrich Schmerz in den 1770er Jahren einen „Sentimentalen Garten“. Das ist ein Park mit diversen, gartenarchitektonisch gestalteten Stellen, die beim Betrachten Emotionen provozieren sollten. Im Fall des Schmerzischen Gartens ging es darum, das menschliche Leben von Geburt bis Tod darzustellen. Für den Park wählte Schmerz ein Areal vor der Stadtmauer, dass etwa zur Hälfte aus einer der Stadtmauer unmittelbar vorgelagerten Schanze bestand. Später erwarb die Kreuznacher Casinogesellschaft den Park, heute ist er teils als öffentliche Grünanlage mit Spielplatz, aber auch als städtischer Parkplatz genutzt. Spuren der barocken Gartenanlage sind vorhanden, erschließen sich dem Betrachter aber erst seit der Beseitigung den Denkmalbestand schädigender Vegetation. Auf Initiative der Stadt Bad Kreuznach dokumentieren Peter Haupt und Leon Hermann (IAW) In einem Prospektionsprojekt die sichtbaren und unsichtbaren Befunde. Dabei kommen vor allem geophysikalische Methoden zum Einsatz.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Peter Haupt (Projektleitung)
Leon Hermann (Projektleitung)
SUSTAIN ist ein fünfjähriges Forschungsprojekt (2020-2026), das vom Europäischen Forschungsrat finanziert wird. Es versucht, die Nachhaltigkeit frühneolithischer Agrargesellschaften in Europa durch eine Kombination aus Klima- und Biodiversitätsinformatik, Bioarchäologie und agentenbasierter Modellierung zu verstehen. Untersucht werden Gesellschaften, die sich erst vor kurzem in neuen Umgebungen niedergelassen und begonnen haben, gemischte Agrar- und Weidewirtschaft zu betreiben. Diese damals neuartige Art der Interaktion mit der Umwelt beinhaltete ein anderes Ausmaß an Eingriffen in die Lebenszyklen von Pflanzen und Tieren und war von grundlegender Bedeutung für die späteren Entwicklungen in Europa.
Weitere Informationen: https://sustain-erc.org
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
- Prof. Maria Ivanova-Bieg (Projektleitung; Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie, JGU Mainz)
- Prof. Richard Evershed (University of Bristol, UK)
- Dr. Melanie Roffet-Salque (University of Bristol, UK)
- Prof. Thomas Hickler (Senkenberg Gesellschaft, Frankfurt, Germany)
- Dr. Wolfgang Traylor (Senkenberg Gesellschaft, Frankfurt, Germany)
- Prof. Mark Thomas (University College London, UK)
- Dr. Sayuri Kochi (Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie, JGU Mainz)
- Dr. Phoebe Heddell-Stevens (Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie, JGU Mainz)
Kooperationen
- Dr. Tina Lüdecke (Max Planck Institute of Chemistry, Mainz, Germany)
- Adrian Timpson (University College London, UK)
- Dr. Marie Balasse (MNHN, Paris, France)
- Dr Elena Marinova (State Office for Cultural Heritage Baden-Württemberg, Germany)
Finanzierung
European Research Council, CoG, GA 865515
Das Projekt Seascapes (2022-2025) untersucht das Phänomen der Glockenbecher im westlichen Mittelmeerraum während des dritten Jahrtausends v. Chr., einer Zeit, die durch eine erhöhte Mobilität der Menschen und das Entstehen maritimer Netzwerke gekennzeichnet war. Dabei werden Radiokohlenstoffdatierungen (einschließlich der Analyse spezifischer Verbindungen), die Analyse organischer Rückstände in der Keramik und raum-zeitliche Modellierungen eingesetzt, um Verkehrswege, Kontaktpunkte und Bewegungsrichtungen zu ermitteln.
Weitere Informationen: https://seascapesproject.wordpress.com
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
- Prof. Maria Ivanova-Bieg (Projektleitung; Pre- and Protohistoric Archaeology, Johannes Gutenberg University Mainz, Germany)
- Assoc. Prof. Lucy Cramp (Projektleitung; Department of Anthropology and Archaeology, University of Bristol, UK)
- Dr Eve Derenne (Pre- and Protohistoric Archaeology, Johannes Gutenberg University Mainz, Germany)
- Dr Alex Bayliss (Historic England, UK)
- Prof. Mark Thomas (University College London, UK)
- Adrian Timpson (University College London, UK)
- Dr Elena Marinova (State Office for Cultural Heritage Baden-Württemberg, Germany)
Kooperationen
- Dr Michael Kunst (retired from the German Archaeological Institute in Madrid)
- Prof. Ana Catarina Sousa (University of Lisbon, Portugal)
- Prof. Victor Gonçalves† (University of Lisbon, Portugal)
- Prof. Juan Antonio Cámara (University of Granada, Spain)
- Dr Alberto Dorado Alejos (University of Granada, Spain)
- Prof. Manuel Calvo Trias (University of the Balearic Islands, Spain)
- Dr Damià Ramis (independant researcher, Spain)
- Dr Jaume Coll Conesa (Museo Nacional de Cerámica y Artes Suntuarias González Martí, Spain)
- Prof. Olivier Lemercier (University of Montpellier, France)
- Dr Fabien Convertini (INRAP, France)
- Prof. Riccardo Cicilloni (University of Cagliari, Italy)
- Prof. Carlo Lugliè† (University of Cagliari, Italy)
- Dr Vitale Sparacello (University of Cagliari, Italy)
- Dr Gianfranca Salis (Soprintendenza Archeologia, Belle Arti e Paesaggio, Cagliari, Italy)
- Dr Enrico Giannitrapani (University of Palermo, Italy)
- Dr Filippo Iannì (Arkeos Sicily, Italy)
- Dr Salvatore Chilardi (independent researcher, Italy)
- Dr Emilie Blaise (UMR 5140, Archéologie des Sociétés Méditerranéennes, France)
Finanzierung
- Austrian Science Fund (FWF)
- UK Arts and Humanities Research Council (AHRC)
Dieses GFK-geförderte Projekt erforscht die Ursprünge und die Verbreitung von Keramikgefäßen in Mesoamerika während des 2. und 1 Jahrtausends vor Christus. Mithilfe von Lipidanalysen und CSRA-Datierungen untersuchen wir die frühesten Töpferwaren in verschiedenen Regionen, darunter die Pazifikküste, das zentrale Hochland von Mexiko, der Golf von Mexiko, das Hochland von Guatemala und das Tiefland der Maya in Guatemala, Mexiko und Belize. Zu unseren Zielen gehört es, herauszufinden, wann die Keramik eingeführt wurde, ihre früheste Verwendung, ihre Verbindung zu Veränderungen in der Subsistenz, ihre Bedeutung für die Ernährung, für Rituale und für politische Entwicklungen während dieser transformativen Periode.
Weitere Informationen: https://www.grc.uni-mainz.de/maria-ivanova-bieg/
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
- Prof. Maria Ivanova-Bieg (Projektleitung; Pre- and Protohistoric Archaeology, Johannes Gutenberg University Mainz, Germany)
- Dr. Tim Lauschke (Pre- and Protohistoric Archaeology, Johannes Gutenberg University Mainz, Germany)
- Dr. Emmanuelle Casanova (Laboratoire des Sciences du Climat et de l’Environnement – LSCE, France)
Kooperationen
- Dr. Barbara arroyo (Universidad Francisco Marroquin, Guatemala)
- Prof. Timothy W. Pugh (Queens College and The Graduate Center/CUNY, US)
- Prof. Takeshi Inomata (University of Arizona, US)
- Prof. Daniela Triadan (University of Arizona, US)
- Prof. Guy David Hepp, Ph.D. (California State University, San Bernardino, US)
- Prof. Robert M. Rosenswig (University at Albany, US)
Finanzierung
Gutenberg Forschungskolleg der JGU
Seit 2008 ist der Arbeitsbereich für Vor- und Frühgeschichte mit fast jährlichen Grabungspraktika an einem Gemeinschaftsprojekt des LEIZA, der hessenARCHÄOLOGIE und der Stadt Hofheim zur Erforschung der Höhensiedlung Kapellenberg bei Hofheim beteiligt. Es handelt sich um eine mit einer heute im Gelände noch teilweise sehr gut erhaltenen Wallanlage umwehrte Höhensiedlung der Michelsberger Kultur (4300-3500 BCE).
Sukzessive wurden und werden kleine Ausschnitte der weitläufigen, heute bewaldeten, Siedlungsfläche (40 ha) untersucht. In den ersten Jahren stand die Wallanlage im Vordergrund, seit 2013 werden kleine Ausschnitte im inneren Siedlungsbereich gegraben, seit 2023 ein im Zentrum der Anlage liegender mutmaßlicher Großgrabhügel.
Seit 2024 wird in die Untersuchungen auch der Bereich der heutigen Gemeinde Hattersheim eingebunden, in der seit den 1990er Jahren immer wieder bei Baumaßnahmen auch Siedlungsreste der Michelsberger Kultur entdeckt wurden. Es mehren sich die Hinweise, dass beide – nur etwa 5 km auseinanderliegende Fundstellen – miteinander verbunden waren. Hattersheim hat zudem den Vorteil, dass sich hier botanische Reste und Faunenreste deutlich besser erhalten haben, ebenso menschliche Skelettreste.
Das Projekt ist Bestandteil des Forschungsfeldes „Wechselwirkungen zwischen Menschen und Umwelten“ am Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA).
https://www.leiza.de/forschung/forschungsfelder/wechselwirkungen-zwischen-menschen-und-umwelten/agglomerationen-und-siedlungsraeume/projekt/der-kapellenberg-ein-pompeji-der-steinzeit-im-rhein-main-gebiet
Die Grabungspraktika finden jährlich im Sommersemester statt, zudem werden halbjährlich Tagesexkursionen zum Kapellenberg und ins Stadtmuseum Hofheim angeboten.
Seit 2021 ist ein Archäologischer Rundweg mit Informationstafeln eingerichtet: https://www.hofheim.de/kultur-sport-und-tourismus/tourismus/aktivitaeten-in-hofheim/ausflugsziele/
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Projektleitung und Kontakt: Prof. Dr. Detlef Gronenborn (LEIZA; JGU)
Grabungsleitung und Vermessung: Ferenc Kántor M.A. (hessenARCHÄOLOGIE)
GIS und Vermessung: Dipl.-Ing. Anja Cramer (LEIZA)
Archäobotanische Analysen: Univ.-Prof. Dr. Maria Ivanova-Bieg (JGU)
Faunenreste: Dr. Stefan Wenzel (LEIZA)
Anthropologische Untersuchungen: Dr. Jörg Orschiedt (Landesdenkmalamt Sachsen-Anhalt, Halle)
Genetik: Dr. Wolfgang Haak (MPI Leipzig)
Bodenkunde: Prof. em. Dr. Heinrich Thiemeyer (Goethe Universität, Frankfurt)
Gemeinschaften in Randbereichen kultureller Einflusszonen waren in der Bronzezeit sehr wahrscheinlich weniger stark in bestimmende soziale oder politische Gruppen aus dem Kernbereich kultureller Erscheinungen eingebunden. Dies hat Auswirkungen auf Aspekte des gesellschaftlichen Lebens, seien es Einbindungen in Netzwerke oder soziale wie wirtschaftliche Handlungsstrategien. In vielen Regionen sind diese Zusammenhänge jedoch nur wenig erforscht. Das Projekt strebt daher eine Bewertung der Siedlungs- und Wirtschaftsweise überregional agierender Gemeinschaften am Rande kultureller Einflussbereiche in der späten Bronzezeit (ca. 1100 bis 730 v. Chr.) an. Es soll geklärt werden, wie sie in pan-europäische Verkehrswege und Handelsrouten eingebunden waren. Wichtige Fragen sind dabei: Gibt es maßgebliche Unterschiede in der Siedlungsorganisation zwischen Kernzonen und Randgebieten archäologisch klassifizierter Kultureinheiten? Wie manifestieren sich diese Unterschiede konkret an Befunden und Fundmaterial? Als primäres Untersuchungsgebiet ist der Norden des Landes Brandenburg gewählt worden, da er sich im Spannungsfeld zweier großer kultureller Einflussbereiche befindet. Gleichzeitig liegen über den Übergang vom 2. zum 1. Jahrtausend v. Chr. aus diesem Gebiet nur vergleichsweise wenige Informationen vor. Zur Beantwortung dieser Forschungsfragen sind die Ausgrabungen am Fundplatz Lanke, Kr. Barnim ein zentraler Teil des Projektes. Eine Analyse der Siedlungs- und Organisationsstruktur sowie der Ressourcennutzung und -verwaltung dieser Gemeinschaft verspricht einen tiefen Einblick in die Kontaktnetzwerke der späten Bronzezeit.
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
Dr. Bianka Nessel (Projektleitung)
Chiara Mägerlein
Kooperationen
Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum (BLDAM)
Finanzierung
1. Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (MWFK Brandenburg)
2. Profilbereich „40.00 years of human challenges“ der JGU
3. Förderverein für die Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz e.V.
Das Neumark-Nord Projekt untersucht die Überlebensstrategien des Neandertalers während der Warmzeiten anhand eines einzigartigen Fundplatzes in Sachsen-Anhalt. Unter der Leitung von Sabine Gaudzinski-Windheuser und Lutz Kindler, in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt und der Universität Leiden, erforscht das Projekt, wie frühe Menschen ihre Umwelt gestalteten. Die außergewöhnlich gut erhaltenen interglazialen Ablagerungen in Neumark-Nord bieten hochauflösende und präzise datierbare Archive menschlicher Aktivität. Durch die Untersuchung dieser Materialien wird erforscht, wie Neandertaler ihre Ökosysteme aktiv zur Befriedigung ihrer spezifischen Bedürfnisse veränderten. Diese diachrone „Deep History“-Perspektive ermöglicht wertvolle Einblicke in die frühen Stadien menschlicher Umwelteinwirkung – besonders relevant in der heutigen Zeit, in der nahezu alle Ökosysteme deutliche anthropogene Einflüsse aufweisen.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Prof. Dr. Sabine Gaudzinski-Windheuser (Projektleitung)
Dr. Lutz Kindler (Projektleitung)
Unsere Forschung untersucht die fundamentale Rolle des Hungers als Triebkraft menschlichen Verhaltens in der Vorgeschichte. Während Menschen aufgrund biologischer Grundbedürfnisse konservative Ernährungsmuster aufweisen, geht die Nahrungsbeschaffung und -konsumption weit über die reine Energieversorgung hinaus und bildet einen wesentlichen Teil des sozialen und kulturellen Lebens. Als Allesfresser zeigen Menschen eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit in der Nutzung verschiedener pflanzlicher und tierischer Ressourcen in unterschiedlichen Lebensräumen. Unsere Forschung untersucht besonders die bedeutende Rolle tierischer Ressourcen in der menschlichen Evolution. Durch komplementäre Projekte in Melka Kunture, Äthiopien, geleitet von Sabine Gaudzinski-Windheuser und Lutz Kindler in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern, erforschen wir frühmenschliche Nahrungsauswahl, -beschaffung, -verarbeitung und -bevorratung sowie die damit verbundenen Technologien und Landnutzungssysteme. Das Projekt konzentriert sich darauf zu verstehen, wie frühe Homininen ihre Subsistenzstrategien an die sich verändernden Biotope am Oberlauf des Awash während des Alt- und Mittelpleistozäns anpassten. Diese Forschung trägt zu unserem langfristigen Ziel bei, ein ganzheitliches Verständnis der steinzeitlichen Ernährung von den ersten Menschen bis zu den letzten Jäger-Sammlern zu entwickeln und zu erforschen, wie der Mensch zur dominierenden Art im Nahrungsnetz wurde.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Prof. Dr. Sabine Gaudzinski-Windheuser (Projektleitung)
Dr. Lutz Kindler (Projektleitung)
Unsere Forschung untersucht, wie Regeln und Regelwerke als fundamentale Bausteine komplexer sozialer Strukturen dienen, wobei der Fundplatz Breitenbach wichtige Einblicke in die frühe räumliche Organisation des Menschen liefert. Unter der Leitung von Olaf Jöris, in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt und dem Geographischen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, erforscht dieses Projekt, wie frühe Jäger-Sammler-Gesellschaften soziale Regelungen entwickelten und implementierten. Moderne menschliche Gemeinschaften basieren auf komplexen Regelsystemen, die soziale Umwelten formen, wobei interne Dynamiken stärker durch soziale Regelungen als durch externe Faktoren bestimmt werden. Diese Systeme helfen, Individuen in Gemeinschaften zu verorten und schaffen sowohl individuelle als auch Gruppenidentitäten. Archäologische Belege zeigen, dass die Komplexität solcher Regeln in Zeit und Raum variierte. Unsere Forschung in Breitenbach konzentriert sich darauf zu verstehen, wie räumliche und soziale Organisation in aurignacienzeitlichen Gesellschaften zusammenwirkten, und untersucht die evolutionären Vorteile der Etablierung von Regelsystemen und ihre zugehörigen sozialen Strukturen. Dies liefert wichtige Erkenntnisse darüber, wie sich frühe Regeln und Rahmenbedingungen in alle Bereiche des menschlichen Lebens ausdehnten.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Dr. Olaf Jöris (Projektleitung)
Dank der zahlreichen Forschungsprojekte, Arbeitskreise und Diskussionsforen bestehen verschiedenste Möglichkeiten zur Unterstützung der angehenden Wissenschaftler:innen, von der Einbindung in aktuelle Forschungen und Projekte über den fachinternen und interdisziplinären Austausch bis hin zur (inter-)nationalen Netzwerkbildung reichen. Die Themenvielfalt für individuelle Dissertationen ist daher weit gespannt. Daneben bieten drei Graduiertenkollegs sowie eine Graduiertenschule ideale Fördermöglichkeiten im Bereich der Mainzer Altertumswissenschaften:
- Dissertationsprojekte im IAW (s. u.)
- GRK 1876: Frühe Konzepte von Mensch und Natur
- GRK 2304: Byzanz und die euromediterranen Kriegskulturen
- MGRK: Urban Differences / Fremd(e) in der Stadt
- GSHS: Gutenberg Graduate School of the Humanities and Social Sciences
- DN TheSPIS – (Theaters, Sanctuaries, Performance: Interaction and Sustainability)
Finden Sie hier alle aktuell laufenden Dissertationsprojekte am IAW geordnet nach Arbeitsbereichen.
| Promovend/in | Promotionsvorhaben | Betreuer/in |
|---|---|---|
| Bazelier, Louis-Philippe | From Commission to Use: An Iconographic, Stylistic, Palaeographic, and Prosopographic Analysis of Objects of Religious Practice from Deir el-Medina | Gabler |
| Beek, Nicky van de | Conzeptualizing Changing Landscapes: The View from Old Kingdom Egypt | Gabler/Pommerening |
| Gärtner (geb. Reinemer), Marina | Der kalkulierte Tod im Dienst – Ängste, Gefahren, Prävention und Maßnahmen | Gabler/Pommerening |
| Gülden, Svenja A. | Untersuchungen zum Hieratisch der 18. Dynastie | Verhoeven-van Elsbergen |
| Klasse, Sarah | Food Production and Supply in Workers´ Villages of Egypt and Nubia: A Digital Humanities Approach | Gabler/Hodgkinson |
| Kraus, Tabitha | Untersuchungen zu den Graffiti des thebanischen Westgebirges | Verhoeven-van Elsbergen |
| Konrad, Tobias | Untersuchungen zur kursivhieroglyphischen Schrift des Mittleren Reiches | Verhoeven-van Elsbergen |
| Mispagel, Rosemarie | Tempel B 200 im religiösen und kultischen Umfeld des Gebel Barkal/Sudan | Verhoeven-van Elsbergen |
| Raedler, Christine | Rang und Gunst. Zur Struktur der Hofgesellschaft der frühen Ramessidenzeit | Verhoeven-van Elsbergen |
| Siesenop, Pascal | Untersuchungen zum hieratischen Zahlensystem | Verhoeven-van Elsbergen |
Stand: August 2025
| Promovend/in | Promotionsvorhaben | Betreuer/in |
|---|---|---|
| Savino, Letizia | Rituals of āšipūtu in the Late Bronze Age | Prechel |
Stand: März 2025
| Promovend/in | Promotionsvorhaben | Betreuer/in |
|---|---|---|
| Adam, Max Georg | Gnade im Krieg. Submissio -Darstellungen im Kontext römischer Sieghaftigkeit. (GRK 2304) | Frielinghaus |
| Bockius, Sabrina | Transfer und Transformation römischer Wirtschaftsarchitekturen am Beispiel von Platzanlagen in den Nordwestprovinzen (SFB 1391 in Tübingen) | Lipps |
| Colucci (geb. Schulz), Nadja | Untersuchungen zu Kulturkontakten in Unteritalien am Beispiel Timpone della Mottas Rekonstruktion lokaler, regionaler und überregionaler Vernetzung anhand archäologischer Funde und Befunde | Frielinghaus |
| Gómez Blanco, Francisco José | Die Arena zu Hause: Konzepte von Körper und Gewalt in Mosaikdarstellungen von Amphitheater-Veranstaltungen der römischen Kaiserzeit (GRK 1876) | Frielinghaus |
| Hack, Charleen | Buntes Mainz. Zur Polychromie römischer Steindenkmäler im Norden der Provinz Germania superior (SFB 1391 in Tübingen) | Lipps |
| Nagy, Goldie Gloria | Untersuchungen zur Bedeutung von Equiden im römischen Militärkontext (GRK 2304) | Frielinghaus |
| Rinaldi, Adele | Da Vespasiano a Domiziano. Le fasi edilizie e stratigrafiche di un tratto della Cloaca Maxima | Lipps |
| Rodriguez de Guzman, Nathalie Julia | Konzepte vom toten Körper in der römischen Bildkunst von der späten Republik bis zur mittleren Kaiserzeit (GRK 1876) | Frielinghaus |
| Ruhland, Anna-Sophie | Ästhetische Potenziale frühkaiserzeitlicher Architektur am Beispiel Korinths und weiterer ausgewählter urbaner Zentren Griechenlands (SFB 1391 in Tübingen) | Lipps |
| Skolik, Annika | Römische Geisa und Bauornamentik in den Nordwestprovinzen | Lipps |
| Stoeßel, Linda | ‚Andere‘ Ästhetik antiker Wirtschaftsräume im Rom der späten Republik und frühen Kaiserzeit (SFB 1391 in Tübingen) | Lipps |
| Suquet, Andrea | From settlements to cities: birth, development and changes of Apulian populations settlements between the Archaic period and the Roman Republican age (MGRK Urban Differences) | Lipps |
Stand: März 2026
| Promovend/in | Promotionsvorhaben | Betreuer/in |
|---|---|---|
| Appel, Christoph | An den Rändern der Wunde. Griechisch-römische Figurationen von Versehrtheit zwischen medizinischem und literarästhetischem Diskurs | Althoff |
| Benthien, Siegfried Alexander | Die Phoenissae Senecas – eine Tragödie von Inzest, Verwünschung und Brudermord | Walde |
| Greco, Gabryel Emanuele | (De-)Konstruktion der Nation. Studien zur Rezeption von Lucans Bellum Civile bei Agrippa d’Aubigné | Walde |
| Heidenreich, Heinrich | Untersuchungen zur Stilistik der Papsturkunden im Hochmittelalter | Blümer |
| Hettenkofer, Myriam | Kritische und exegetische Untersuchungen zu den Evangeliorum Libri IV des Juvencus | Blümer |
| Köhler, Florian | Raum- und Zeitvorstellungen bzw. -konstruktionen in Ciceros Briefen | Walde |
| Leppla, Ralf | Untersuchungen zu Beda Venerabilis | Blümer |
| Mach, Jonas | Das Konzept des Feuers bei Aristoteles | Althoff |
| Marquardt, Tobias | Marcus Antonius und historische Exempla in Ciceros Philippischen Reden | Walde |
| Milenković, Aleksandar | Konzepte der visuellen Wahrnehmung im griechischen wissenschaftlichen Denken vom 5. Jahrhundert v. Chr. bis zum 2. Jahrhundert n. Chr. | Althoff |
| Rollnik, Karina | Kommentar zur Psychomachie des Prudentius | Blümer |
| Schmeer, Christina | Die Biene in der Antike und heute – Zwischen Symbol und Nutztier | Walde |
| Singer, Sara | Studien zum Umgang Vergils mit griechischen Praetexten | Blümer |
| Zynda, Nina | Studien zur Martinsvita des Gregor von Tours | Blümer |
Stand: März 2025
| Promovend/in | Promotionsvorhaben | Betreuer/in |
|---|---|---|
| Schumann, Maral | Der Umgang mit dem toten Körper: Bestattungsformen und Todeszeremonien im vorislamischen Persien | Pruß |
| George Hanna | Untersuchung der archäologischen Fundorte der Wadi Rumailah-Region: Siedlungsgeschichte und Kulturlandschaften der Wadi Rumailah-Region im Nordosten Syriens | Pruß |
| Rouchain Amerykkou | Rekonstruktion der Siedlungsgeschichte des Afrintals in Nordwest-Syrien anhand der Keramik von Tell Ğindāris und seiner Umgebung | Pruß |
| Zalaghi, Ali | The socio-political role of Haft Tappeh in Susiana plain, Khuzestan (Iran), in the second millennium BC | Mofidi-Nasrabadi |
| Zartner, Katharina | Beschützer der Herden, Gegner der Wildnis, Herr der Tiere – Eine Untersuchung zur Figur des sechslockigen Helden | Pruß |
Stand: Mai 2025
| Promovend/in | Promotionsvorhaben | Betreuer/in |
| von Essen, Eva | Die römische Villa von Katzenbach, Lkr. Südliche Weinstraße | Kuhnen |
| Fürst, Sebastian | Frühe innereuropäische Handelsbeziehungen und Kulturkontakte am Beispiel des eisenzeitlichen Korallenhandels | Pare |
| Hahn, Julia | Anthropologische und archäologische Untersuchungen an schnurkeramischen Bestattungen in Hessen und Thüringen | Gronenborn |
| Ivanovaitė, Livija | The re-colonisation of Central and Northern Europe after the Late Glacial Maximum: Challenges and Coping | Gaudzinski-Windheuser |
| Sophie Jørgensen-Rideout | Along a line of hearths: Linear fire use in the European Early-Middle UpperPalaeolithic | Gaudzinski-Windheuser |
| Kessel, Carina | Studien zur Kontinuität zwischen Eisen-und Römerzeit im ländlichen Raum | Hornung |
| Lauer,Daniel | The spatiality of lithic tool usage at the Early Upper Palaeolithic open air site Breitenbach (Saxony-Anhalt, Germany) | Jöris |
| Peker, Alaz Deniz | A comparative Perspective on Hominin and Carnivore Behaviour and Paleoecology: Taphonomic Investigations of Lower Pleistocene Archaeofauna and Modern Fauna Assemblages at Olduvai Gorge, Tanzania | Gaudzinski-Windheuser |
| Santangelo, Giuseppe | Vergleichende Studien zur ländlichen Besiedlung Rheinhessens, seiner Nachbargebiete und Norditaliens in römischer Zeit | Haupt |
| Schäfer, Daniel | Die urnenfelderzeitlichennGrabfunde aus Salzburg-Maxglan | Pare |
| Thummerer, Gabriela Erika | Das Heiligtum für Mars Leucetius bei Mainz | Haupt |
| Waszk, Benny | Zugang zur gebauten Umwelt. Studien zur Raumwahrnehmung ausgewählter Bauwerke des Göbekli Tepe | Gaudzinski-Windheuser |
Stand: März 2025