ielfältige Möglichkeiten und Perspektiven bieten die

E ditionen der Vetus Latina-Reihe, besonders für die Bereiche

T heologie und Klassische Philologie.

U ntersuchungen einer Reihe von Kirchenväterzitaten

S owie Vergleiche dieser mit lateinischen Bibelhandschriften

L eisten die Basis für die Rekonstruktion der

A ltlateinischen Actus Apostolorum, mit der sich das

T extforschungsprojekt der Mainzer Universität

I n Kooperation mit dem Institut für

N eutestamentliche Textforschung in Münster,

A ber auch mit dem Vetus Latina-Institut in Beuron beschäftigt.

In diesem Projekt wird in erster Linie die kritische Edition der altlateinischen Apostelgeschichte im Rahmen der Beuroner Vetus Latina-Reihe vorbereitet. Zudem wurde durch die online zur Verfügung gestellten Handschriftenkollationen der Fachwelt ein wichtiges Arbeitsinstrument geboten. Zugleich wurde durch die Erstellung der Texttypenschemata eine wichtige Voraussetzung für die vom Institut für Neutestamentliche Textforschung in Münster herausgegebene Editio Critica Maior des griechischen Neuen Testaments geschaffen.

Ein weiteres Ziel ist die Nutzbarmachung der enormen Materialfülle für philologische Fragestellungen im Bereich des Neuen Testaments, die durch die umfangreichen jahrzehntelangen Vorarbeiten der beteiligten Institutionen in Münster und Beuron zur Verfügung gestellt wird. Schwerpunkte werden dabei Fragen der Übersetzungstechnik, aber auch der antiken, spätantiken und mittelalterlichen Zitierpraxis bilden.

Eine wichtige Anschubfinanzierung erhielt das Projekt im Jahre 2001 von der Abilene Christian University of Texas (Prof. Dr. Carroll Osburn). Dabei wurden 120 000 $ zur Verfügung gestellt, die zunächst kurzzeitig (bis September 2001) für die Finanzierung einer Mitarbeiterstelle für den Projektleiter, dann nach dessen Berufung auf eine Professur in Mainz für die Projektausstattung eingesetzt werden konnten.

Die großzügigen Berufungsmittel der Universität Mainz konnten in den Folgejahren ebenfalls für die Projekttätigkeit (zeitweise im Umfang einer halben Mitarbeiterstelle) eingesetzt werden.

In den Jahren 2009/10 wurde das Projekt gefördert durch die Stiftung für Jüdische Studien, die 2006 zum Andenken an den am 29.12.2004 verstorbenen Herrn Prof. Dr. Günter Mayer gegründet worden ist. Stifterin ist Frau Wiltrud Keitlinghaus.

Seit Juni 2010 wird das Projekt von der DFG gefördert. Im ersten Antragszeitraum (drei Jahre) wurden 60 000 Euro an Hilfskraftmitteln zur Verfügung gestellt. Diese wurden hauptsächlich für die Anfertigung der Handschriftenkollationen eingesetzt. Für den zweiten Antragszeitraum (2014-2016) wurden 75 000 Euro bewilligt. Damit konnten die derzeit im Projekt tätigen Hilfskräfte in verschiedener Weise in die Editionstätigkeit eingebunden werden, vor allem bei der Erstellung der orthographischen Apparate und der Zeugenapparate.

Vetus Latina bezeichnet die altlateinischen Bibelübersetzungen, die seit dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert kursierten. Charakteristisch für diese Texte ist eine große Vielfalt und Verschiedenartigkeit.

Durch die Vulgata, für deren Entstehung der Heilige Hieronymus († 419 n. Chr.) die Basis schuf, trat ein Wandel ein: Die Vetus Latina wurde von einer anerkannten Version abgelöst, die sich in der handschriftlichen Überlieferung durchsetzte.

Auf einer relativ schmalen Materialbasis hatte Pierre Sabatier (†1742) eine Edition der altlateinischen Bibel erarbeitet. Seit 1945 existiert das Vetus Latina-Institut in Beuron, das sich eine Edition auf der Basis des gesamten erreichbaren Materials zum Ziel gesetzt hat. Seit einigen Jahren werden die Arbeiten für die einzelnen noch zu edierenden Bücher außerhalb von Beuron geleistet.

Der Mainzer Projektleiter Prof. Dr. Wilhelm Blümer sammelte erste Erfahrungen in den Jahren 1987/88 im Institut für Neutestamentliche Textforschung in Münster bei der Erstellung einer Vollkollation der neutestamentlichen Zitate des gallischen Bischofs Irenäus. Im Jahr 1999 wurden ebendort die Kirchenväterzitate aus dem ersten Petrusbrief überprüft und durch philologische Interpretation der Zitate in ihrem jeweiligen Kontext Maßstäbe für ihre Auswertung erarbeitet.

Im April 2001 wurde in Münster eine Vereinbarung zwi­schen dem wissenschaftlichen Leiter des Beuroner Instituts, Herrn Prof. Dr. Roger Gryson, der damaligen Leiterin des Instituts für Neutestamentliche Textforschung in Münster, Frau Prof. Lic. Dr. Barbara Aland, dem Professor für Theologie an der Abilene Christian Uni­ver­sity of Texas, Carroll Osburn, und W. Blümer getroffen. Er sollte im Rahmen einer Stelle als Wissen­schaftlicher Mit­arbeiter (BAT 2a) die altlateinische Überlieferung der Apostelgeschichte aufarbeiten und ihre kriti­sche Edition vorbereiten. Zu diesem Zweck wurde seitens der Abilene Christian Uni­ver­sity eine Anschubfinanzierung in Höhe von 120 000 $ zur Verfügung gestellt. Das Institut für Neutestamentliche Textforschung in Münster bot die entsprechenden Rahmen­bedin­gun­gen (Arbeitsplatz/Infrastruktur), das Vetus Latina-Institut in Beuron stellte die einschlägigen Material­sammlungen auf CD-ROM zur Verfügung. Angesichts der Fülle des zu bearbei­ten­den Materials und der Erfahrungen mit anderen vergleichbaren Projekten war den Betei­lig­ten klar, daß die Gesamtlaufzeit des Projekts bis zur Fertigstellung der Edition 10 Jahre wohl deut­lich überschreiten würde.

Nach der im Jahre 2002 erfolgten Berufung auf den Mainzer Lehrstuhl für Latinistik konnten die von der Abilene Christian University zur Verfügung gestellten Mittel von August 2002 bis zum Ende des Jahres 2004 zur Finanzierung einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin (½ BAT 2a) sowie studentischer Hilfskräfte (im Durchschnitt insgesamt ca. 25 Wochenstunden) eingesetzt werden. Bei den Berufungsverhandlungen wurde eine Ausfallbürgschaft der Universität Mainz zur Anschlussfinanzierung des Projekts über zwei Jahre vereinbart (Finanzierung einer halben Stelle BAT 2a sowie 56 000 Euro für studentische Hilfskräfte). Damit wurde die Mitarbeiterstelle bis zum Ende des Jahres 2006 finanziert. Die studentischen Hilfskräfte konnten bis 2010 über die Berufungsmittel, die Haushaltsmittel des Seminars und durch die Unterstützung der Stiftung für Jüdische Studien finanziert werden, seit 2010 wird das Projekt von der DFG gefördert (s. oben „Forschungsförderung“).

1. Das Handschriftenmaterial

Bei den alttestamentlichen Schriften ist infolge der von Hieronymus vorgenommenen Neuübersetzung aus dem Hebräischen eine klare Unterscheidung zwischen altlateinischen, d.h. aus dem griechischen Septuagintatext übersetzten Fassungen und eben der Vulgata leicht. Dagegen ist der Übergang von den altlateinischen Fassungen zur Vulgata im Neuen Testament eher fließend, ein Prozeß, der sich über einen langen Zeitraum erstreckte und selbst im 13. Jahrhundert noch nicht abgeschlossen war. Zwar hat sich im Zuge der von Hieronymus begonnenen Revision offensichtlich eine neue Textfassung konstituiert, die eine größtmögliche Nähe zum damals aktuellen griechischen Bibeltext zu erreichen suchte; sie stellt aber, da sie einen weitgehend ähnlichen griechischen Ausgangstext wiedergibt, keine radikale Neuschöpfung dar, sondern basiert ihrerseits auf älteren Übersetzungen. Die offizielle Anerkennung der Vulgata erfolgte erst 1546, die erste kirchlich anerkannte Ausgabe 1592. Bei der Rekonstruktion der lateinischen Überlieferung sind daher nicht nur die wenigen Handschriften zu berücksichtigen, die einen klar altlateinischen Charakter aufweisen, sondern eben auch diejenigen, die zwar über weite Strecken Vulgatacharakter tragen, aber eben doch immer wieder mit altlateinischen, d.h. in diesem Fall vom mittelalterlichen Vulgatatext abweichenden Einsprengseln durchsetzt sind. Alle diese Handschriften, wegen der teilweise vorhandenen Lücken je nach Textstelle zwischen 80 und 90 insgesamt, sind dem Mainzer Projekt im Jahr 2009 in Photographien vom Vetus Latina-Institut zur Verfügung gestellt worden. Sie wurden seitdem kollationiert und die Umschriften in Excel-Tabellen übertragen, die eine rasche Übersicht über die verschiedenen Fassungen erlauben. Diese wurde der Fachwelt online zur Verfügung gestellt (s. unten „Handschriftenkollationen online“). Für den Vergleich mit den griechischen Handschriften stehen die elektronischen Datenbanken des Instituts für Neutestamentliche Textforschung in Münster zur Verfügung.

2. Die Kirchenväterzitate

Da man für die Rekonstruktion der Textgeschichte der altlateinischen Actus Apostolorum, anders als bei der griechischen Überlieferung des Neuen Testaments, nur wenige altlateinischen Handschriften besitzt, sind die Zitate bei den Kirchenschriftstellern von besonderer Bedeutung. Daher müssen sämliche Zitate aus der Apostelgeschichte bei den lateinischen Kirchenvätern philologisch interpretiert und für die Rekonstruktion ihrer Vorlage ausgewertet werden. In 24-jähriger Kleinerarbeit hatte der Münchner Pfarrer Josef Denk bis 1927 eine Zettelkartei mit ungefähr 400 000 altlateinischen Zitaten zur Heiligen Schrift angelegt. In der Erzabtei Beuron wurde dieses Material vervollständigt, damit allein zur Apostelgeschichte insgesamt ca. 20 000 Kirchenväterzitate gesammelt. Das vollständige Belegmaterial wurde vom Leiter des Vetus Latina-Instituts zur Verfügung gestellt. Der Wortlaut dieser Zitate muß nach den neuesten kritischen Ausgaben überprüft, ihr Kontext im Hinblick auf mögliche bewußte Textänderungen analysiert werden. Dabei zeigt sich schon jetzt eindeutig, daß die daraus zu rekonstruierenden Textfassungen in ihrer Vielfalt über die handschriftlich bezeugten Fassungen hinausgehen. Wo sie identisch sind, bieten sie die Möglichkeit einer genaueren Datierung und Lokalisierung der von den meist späteren Handschriften bezeugten Textfassungen.

Die vom Vetus Latina-Institut auf CD-ROM (Bild-Dateien) zur Verfügung gestellten Zitatbelege wurden zunächst in benutzbare Datenbanken (WORD-Dateien) überführt und, soweit möglich, um wichtige Informationen (Datierung und Lokalisierung) ergänzt. Da die Sammlung der Belege in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts erfolgte, mußte in jedem einzelnen Fall eine Überprüfung des Wortlauts anhand der neuesten kritischen Ausgabe der jeweiligen Schrift, sowie eine neue Angabe des Fundorts nach Seite und Zeile erfolgen. Um eine Überprüfung des Zitats im Kontext der jeweiligen Schrift zu ermöglichen, wurden Kopien der Fundstellen und ihres Umfelds in den entsprechenden Ausgaben erstellt, sofern die Ausgabe nicht in der Bibliothek des Seminars für Klassische Philologie vorhanden war. Dies war in der Regel bei späteren Autoren der Fall: Hier wurde meist auf die Bibliotheken der theologischen Seminare zurückgegriffen.

In einem weiteren Schritt wurden die Zitate chronologisch geordnet und in ihrem Wortlaut miteinander verglichen. Hier zeigte sich bereits, daß eine frühe Textform, deren Hauptzeugen in Afrika beheimatet waren, von den späteren Textformen unterschieden werden kann. Ebenso zeigte sich aber, daß der sogenannte Vulgatatext nicht erst eine späte Erscheinungsform darstellt, sondern die einzelnen Lesarten häufig bereits von frühen Zeugen belegt werden.

In einem dritten Schritt wurden die einzelnen Zitate nach ihrem Wortlaut einander zugeordnet und in übersichtlichen Tabellen erfaßt. Entscheidend war dabei die Frage, ob die durch Zitate scheinbar belegten Textfassungen tatsächlich als in Spätantike oder Mittelalter handschriftlich existierende Texte und damit als Repräsentanten bestimmter Texttypen gelten dürfen. Dazu mußte jedes einzelne Zitat in seinem Kontext überprüft werden, da nur so klar wurde, ob Auslassungen, Zufügungen und Abweichungen in Wortwahl oder Wortstellung etwa durch syntaktische Kontextadaption hervorgerufen wurden oder gar auf bewußte Änderung seitens des Zitierenden im Interesse eines bestimmten Beweisziels zurückzuführen sind. Zu berücksichtigen sind also nicht allein die grammatischen Strukturen, in denen die Zitate begegnen, sondern die Intention bzw. Argumentation des jeweiligen Autors im Umfeld der betreffenden Textpassage. So wurden etwa allein im Fall der Verse 1 und 2 des ersten Kapitels ungefähr 200 Kirchenväterzitate in ihrem Kontext interpretiert und für die Rekonstruktion, Datierung und Lokalisierung der verschiedenen Texttypen ausgewertet.

Für die Kapitel 1-6 konnten zwar zunächst handschriftliche Kollationen des Beuroner Instituts herangezogen werden, die aber in der Auswertung erhebliche Probleme bereiteten, da der Volltext der einzelnen Zeugen nicht jeweils in übersichtlicher Weise vollständig präsentiert wurde. Die durch die Übersendung der gesamten Dokumentation im Jahre 2009 ermöglichte Erfassung in Datenbanken ließ bei den zwischen Juli und Dezember 2009 durchgeführten Teststellenkollationen sofort erkennen, daß nicht nur die bislang hauptsächlich aus den Kirchenväterzitaten rekonstruierten 5 Texttypen, sondern insgesamt erheblich mehr (je nach Materialbefund bis zu 11) Texttypen zu unterscheiden sind. Die weitere Editionstätigkeit wurde dadurch erheblich erleichtert, daß die einzelnen Texttypen nicht mehr mühsam aus den Kirchenväterzitaten rekonstruiert werden mussten, sondern in den Handschriften klare Leitzeugen für die Mehrzahl der Texttypen vorliegen, denen die Kirchenväterzitate mit wenigen Ausnahmen (vor allem Augustinus) zugeordnet werden können. Voraussetzung dafür wiederum war eine Vollkollation aller vorhandenen Handschriften.

Dieses Teilprojekt wurde ab Juli 2010 in Angriff genommen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) stellte die dafür benötigten Hilfskraftmittel zur Verfügung. Seitdem wurden die Handschriften der Apostelgeschichte kollationiert, in Excel-Tabellen erfasst und der wissenschaftlichen Fachwelt online im PDF-Format zur Verfügung gestellt (s. unter „Handschriftenkollationen online PDF“). Damit kann der Benutzer für jeden Vers der Apostelgeschichte die Lesart jeder einzelnen Handschrift ermitteln. Die als Leitzeugen für bestimmte Texttypen geltenden Handschriften wurden farblich unterlegt, damit kann auch die Gruppenzugehörigkeit der Hauptzeugen bequem verfolgt werden.

Auf der Grundlage dieser Kollationen und unter Berücksichtigung der Kirchenväterzitate wurden die Schemata der Texttypen erstellt, die in der Edition den Überblick über die verschiedenen Wortlaute der lateinischen Überlieferung gewährleisten werden. Diese Schemata bildeten die Grundlage für die Einarbeitung der lateinischen Überlieferung in die vom Institut für Neutestamentliche Textforschung (INTF) in Münster herausgegebene Editio Critica Maior (ECM) der griechischen Apostelgeschichte.

Für die Online-Publizierung des ersten Faszikels (Kapitel 1) wurden einige Änderungen in der Präsentation der Texttypen vorgenommen. Angesichts der Komplexität der Überlieferungsgeschichte und der Vielzahl der Texttypen in der Apostelgeschichte erschien das bislang verwendete System mit Anführungszeichen etc. zu unübersichtlich bei der Darbietung des Befundes. Die einfachste (und keinen zusätzlichen Platz erfordernde) Lösung war der vollständige Textabdruck in jeder einzelnen Zeile (s. unter „Die Edition der Apostelgeschichte: Kapitel 1“).

Handschriftenkollationen online (PDF)

Dem Mainzer Forschungsprojekt wurden vom Beuroner Vetus-Latina-Institut unter Leitung von Msg. Prof. Dr. Roger Gryson die für die Edition der Apostelgeschichte relevanten Handschriften in Form von Photographien oder Kopien zur Verfügung gestellt.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die notwendigen finanziellen Mittel für die Kollation der Handschriften zur Verfügung gestellt.
Seit Juli 2010 werden die Handschriften von wissenschaftlichen Hilfskräften kollationiert. Dazu wird für jeden Vers der Apostelgeschichte eine Excel-Tabelle erstellt, in die der Text aller vorhandenen Handschriftenzeugen eingetragen wird. Der Text der Vulgata bildet dabei den Ausgangspunkt: jedes Wort erhält eine Spalte, der eine Wortadresse zugeordnet wird (jeweils mit geraden Zahlen: 2, 4, 6, usw.). Die Handschriften folgen darunter: Ist ein Wort in einer Handschrift nicht vorhanden, das in der Vulgata steht, wird dies mit einem Gedankenstrich markiert; ist andererseits in einer Handschrift ein Wort (oder mehrere) vorhanden, das nicht in der Vulgata steht, wird an betreffender Stelle eine neue Spalte mit ungerader Wortadresse hinzugefügt (1, 3, 5, usw.). Bei der Kollationierung liegt das Augenmerk auf der Wiedergabe des Textbefundes, d.h. Informationen innerhalb einzelner Handschriften, die über den reinen Text hinausgehen, werden nicht berücksichtigt (z.B. Interpunktion, Groß- und Kleinschreibung). Die in den Handschriften vorgenommenen Abkürzungen werden übernommen, soweit dies unter Verwendung der Schriftarten Times New Roman und RomanOverUnder möglich ist; in den übrigen Fällen werden die Abkürzungen aufgelöst. Eine Liste der Abkürzungen und Zeichenerklärungen finden Sie unter Zeichenerklärung.
Bei einigen Handschriften werden zusätzlich bereits vorhandene Druckausgaben herangezogen und mit Kürzel unter die jeweilige Handschrift gesetzt. Weichen die Lesarten dabei voneinander ab, wird dies durch farbige Markierung („gold“) gekennzeichnet. Die Auflösung der verwendeten Kürzel finden Sie unter Handschriften, ebenso wie allgemeine Informationen zu den einzelnen Handschriften.
Die zu den einzelnen Texttypen gehörigen bzw. als Leitzeugen dienenden Handschriften sind durch verschiedene Farben markiert, was der leichteren Identifikation innerhalb der Kollationen dienen soll. Näheren Aufschluß darüber wird die Edition der Apostelgeschichte bieten. Hier ist darauf hinzuweisen, dass sich durch weitere Forschungen durchaus noch Änderungen ergeben können.
Für die hier zur Verfügung gestellten Dateien wurden die Excel-Tabellen ins PDF-Format umgewandelt, damit ein problemloser, plattformunabhängiger Zugang gewährleistet ist. Die Formatierung ist so gestaltet, dass jeder Vers vollständig auf eine Seite gebracht wurde; bei besonders langen Versen kann daher eine optische Vergrößerung (Zoom) erforderlich sein: In diesen Fällen ist ungefähr in der Mitte des Verses zur übersichtlicheren Benutzbarkeit eine zweite Spalte mit den Handschriftenbezeichnungen eingefügt.
Eine Änderung von bereits veröffentlichten Kollationen ist in Einzelfällen nicht auszuschließen, das Datum der letzten Veröffentlichung gibt daher Aufschluss über eine möglicherweise vorgenommene Aktualisierung.

Haben Sie Fragen oder Anmerkungen, schreiben Sie an: nttf.mainz@gmx.de

Eine persönliche Einsichtnahme in die Handschriftenphotographien ist nach Voranmeldung möglich.

Handschriften

MsNameJahrhundert und HerkunftSigelAufbewahrungsort
5Bezae Cantabrigiensis4. oder Anfang 5. Jh.wohl BeyrouthdCambridge, University Library Nn. 2.41
6Colbertinus12. Jh. Südfrankreichc, ΩCParis, Bibliothèque Nationale lat. 254
32Erste Hälfte des 6. Jh.wohl Clermont-FerrandWolfenbüttel, Herzog-August-Bibliothek, Weissenburg 76 (Palimpsest, Primärtext)
50Laudianus6./7. Jh.wohl Sardinien oder RomOxford, Bodleian Library Laud. gr. 35 (1119)
51Gigas librorum13. Jh.wohl PodlažicegigStockholm, Kungliga Biblioteket A. 148
52fragmenta MedolanensiaZweite Hälfte 8. Jh.Norditalieng2, g2Milano, Bibliotheca Ambrosiana B. 168 sup.
53Bobiensis, Vindobonensis6. Jh.ItaliensNapoli, Bibliotheca Nazionale lat. 2 (früher Wien, Hofbibliothek 16)
54PerpinianensisZweite Hälfte des 12. Jh.RoussillonpParis, Bibliothèque Nationale lat. 321
55Palimpseste de Fleury5. Jh.wohl AfrikahParis, Bibliothèque Nationale lat. 6400 G fol. 113-130
56Comes SilensisMitte des 11. Jh.Silost, τ56Paris, Bibliothèque Nationale nouv. acq. lat. 2171
578. Jh.wohl NorditalienSélestat, Bibliothèque Municipale 1 (Alte Signatur 1093)
58WerningerodensisZweite Hälfte 14. Jh.Böhmen (Tepl?)wPraha, Komenského Evangelická Bohoslovecká Fakulta s.n. (früher Wernigerode/Harz, Schlossbibliothek der Grafen Stolberg Z.a. 81)
59DemidovianusZweite Hälfte 13. Jh.Burgund, wohl Lyondemverschollen
6013. Jh.KatalonienVerschollen, vormals Sarriá (Barcelona), Colegio Máximo S. J. s. n. fol. 112-113
61Book of Armagh9. Jh.IrlandDDublin, Trinity College 52
62Biblia de RosasMitte 11. Jh.Ripoll (Katalanien)Santa Maria de Ripoll (Diözese Vich-Katalanien)κPParis, Bibliothèque Nationale lat. 6, 4
63Wohl erste Hälfte 12. Jh.EnglandAnn Arbor (Mich.), University of Michigan Ms 146
67Palimpsestus LegionensisWohl 7. Jh.Vielleicht ToledolLeón, Archivo Catedralicio 15
69Comes Legionensis11. Jh.Vielleicht Leónτ69León, Archivo Catedralicio 2
70Comes Aemilianensis11. Jh.San Millán de la Cogolla (La Rioja-Spanien)τ70Madrid, Real Academia de la Historia Aemil. 22
72Liber misticusum 1200 Toledoτ72Toledo, Catedral, Biblioteca del Cabildo 35-4
73Liber misticus10./11. Jh.vielleicht Silosτ73London, British Library Additional 30846
74Anfang 10. Jh.vielleicht Naher Osten oder NordafrikasinSinai, St. Katharina Arab. 455 fol. 1 und 4
159E14. Jh.wahrscheinlich SpanienZaragoza, Biblioteca capitular de la Seo 11/52 (Nr. 653 des Registers)
251Lectionnaire de Luxeuilum 700 (Gryson)LuxeuilParis, Bibliothèque Nationale lat. 9427
262Liber misticus13. Jh.ToledoToledo, Catedral, Biblioteca del Cabildo 35-5
271Liber misticusUm 1000ToledoToledo, Catedral, Biblioteca del Cabildo 35-6
GSangermanensis9. Jh.Saint- Germain-des-Prés#7g1Paris, Bibliothèque Nationale lat. 11553 (früher Sangermanensis 15)(Typ: Norditalien)
ACodex Amiatinus8. Jh.Wearmouth/JarrowFirenze, Biblioteca Mediceo-Laurenziana Amiatino 1
IIuvenianusAnfang 9. Jh.Rom oder UmgebungRoma, Biblioteca Vallicelliana B. 25II
FCodex Fuldensis6. Jh.wahrscheinlich Capua-SüditalienFulda, Hessische Landesbibliothek Bonifatius 1
SZweite Hälfte 8. Jh.St. GallenSt. Gallen, Stiftsbibliothek 2, p. 301-568
NAnfang 9. Jh.NonantolaRoma, Biblioteca Nazionale Vittorio Emanuele Sess. 96
Π^FAnfang 11. Jh.S. Maria di AlbanetaMonte Cassino, Archivo della Badia 521 AA
ρ^WComes WirziburgensisMitte 8. Jh.England oder RomWürzburg, Universitätsbibliothek M. p. th. f. 62
ρ^PComes ParisinusUm 800Norditalien#183DParis, Bibliothèque Nationale lat. 9451
ρ^VLectionnaire romainErste Hälfte 9. Jh.Verona#183FVerona, Biblioteca Capitolare LXXXII (77)
ρ^ALectionnaire romainZweite Hälfte 9. Jh.Bobbio#183GMilano, Biblioteca Ambrosiana C. 228 inf.
ρ^SLectionnaire romainZweite Hälfte 9. Jh.St. Gallen#183HSt. Gallen, Stiftsbibliothek 365
ρ^DMitte 9. Jh.Saint-DenisVerona, Biblioteca Capitolare LXXXVIII (83), fol. 9-80
Γ^ABibel von Biasca10. Jh.NorditalienMilano, Biblioteca Ambrosiana E. 53 inf.
Γ^M11. Jh.NorditalienMilano, Biblioteca Ambrosiana E. 51 inf.
μ^BSakramentar von BergamoMitte 9. Jh.NorditalienBergamo, Curia Vescovile s. n. (vormals Biblioteca di S. Alessandro in Colonna 242)
μ^ASakramentar von BiascaErste Hälfte 10. Jh. NorditalienMilano, Biblioteca Ambrosiana A. 24 bis inf.
OZweite Hälfte 8. Jh. bis erste Hälfte 9. Jh.WürzburgOxford, Bodleian Library Laud. Lat. 108 (Abschrift der korrigierten Handschrift V [Würzburg, Universitätsbibliothek M. p. th. F. 69])
Z^M Ende 8. Jh.Metz#145ZMetz, Bibliothèque Municipale 7
Z^WEnde 8. Jh.Rheinland oder OstfrankreichWarszawa, Biblioteka Narodowa akc. 12400 (vormals Braunsberg, Lyceum Hosianum Ms. 2° 5)
Z^C9. Jh.Corbie oder UmgebungParis, Bibliothèque Nationale lat. 11533
Z^P9. Jh.Paris#150PParis, Bibliothèque Nationale lat. 11504-11505 (vormals Sangermanensis 4)
QZweites Viertel 9. Jh. Argenteuil/Saint-Denis#148Paris, Bibliothèque Nationale lat. 93
MZweite Hälfte 10. Jh.FreisingMünchen, Bayerische Staatsbibliothek Clm 6230
Θ^AAniciensisum 800Wahrscheinlich OrléansLe Puy, Trésor de la Cathédrale s. n.
Θ^MMesmianusAnfang 9. Jh.Wahrscheinlich OrléansParis, Bibliothèque Nationale lat. 9380
θ^VZweites Quartal 9. Jh.NorditalienVercelli, Archivio Capitolare XI (57)
θ^BEnde 10. Jh.NorditalienBern, Burgerbibliothek A. 9
Φ^EUm 800ToursParis, Bibliothèque Nationale lat. 8847
Φ^TAnfang 9. Jh.ToursSt. Gallen, Stiftsbibliothek 75
Φ^MFrühes 9. Jh.ToursMonza, Biblioteca Capitolare g–1/1
Φ^ZErste Hälfte 9. Jh.ToursZürich, Zentralbibliothek Car. C. 1
Φ^GCodex CarolinusErste Hälfte 9. Jh.ToursLondon, British Library Additional 10546
Φ^RRorigo-BibelErste Hälfte 9. Jh.ToursParis, Bibliothèque Nationale lat. 3
Φ^BErste Hälfte 9. Jh.MarmoutierBamberg, Staatliche Bibliothek Bibl. 1 (A. I. 5)
Φ^VVallicellianusMitte 9. Jh.Vielleicht Reims-NordfrankreichRoma, Biblioteca Vallicelliana B. 6
Ψ^L11. Jh.ItalienCittà del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana Pal. lat. 3-5
σ^WErste Hälfte 9. Jh.St. GallenStuttgart, Württembergische Landesbibliothek HB. II,54
σ^RErste Hälfte 9. Jh.Wohl ReichenauFulda, Hessische Landesbibliothek Aa. 11
σ^HZweite Hälfte 9. Jh.St. GallenSt. Gallen, Stiftsbibliothek 83
σ^UZweite Hälfte 9. Jh.St. GallenLondon, British Library Additional 11852
λ^MDrittes Quartal 9. Jh.ReimsDouai, Bibliothèque Municipale 14
λ^PMitte 9. Jh.LyonParis, Bibliothèque de l’Assemblée Nationale (Chambre des Députés) 1 (A. 20)
Λ^LCodex Gothicus Legionensis 2Zweite Hälfte 10. Jh.wohl León#133León, Biblioteca de la Real Colegiata de San Isidoro 2
Λ^H12. Jh.San Millán de la Cogolla (La Rioja-Spanien)#95Madrid, Academia de la Historia Aemil. 2-3
CCodex CavensisBiblia de Danila9. Jh.AsturienLa Cava dei Tirreni, Archivio della Badia della SS. Trinità 1 (14)
Σ^TCodex ToletanusMitte 10. Jh.AndalusienMadrid, Biblioteca Nacional Vitr. 13-1
Σ^CAnfang 10. Jh.SevillaMadrid, Biblioteca de la Universidad Complutense 32
Σ^OOscensisBibel von HuescaAnfang 12. oder 13. Jh. Nordspanien#134Madrid, Museo Arqueológico Nacional 485
Δ^LCodex Legionensis 1Biblia de Vimara10. Jh.Albeares (Nordspanien)#193León, Archivo Catedralicio 6
Δ^MBible de Quisius Bible visigothique de San MillánAnfang 10. Jh.San Millán#194Madrid, Academia de la Historia Aemil. 20 (vormals F. 186)
Δ^ΒBible de CardeñaErste Hälfte 10. Jh.San Pedro de Cardeña(?)#194ABurgos, Seminario de San Jerónimo s. n.
XComplutensisErste Bibel von Alcalá10. Jh.Arabisches Gebiet Spaniens#109Madrid, Biblioteca de la Universidad Complutense 31
κ^VBible de RipollErste Hälfte 11. Jh.Ripoll (Katalanien)#159BCittà del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana lat. 5729
Ω^WSarisburiensis1254EnglandWLondon, Brit. Library Royal 1. B. 12

Zeichenerklärung

1) Aus den Handschriften übernommene Abkürzungen

Überstriche über einzelnen Buchstaben zur Abkürzung von Wörtern finden sich sehr häufig, hier nur einige Beispiele:

ē          =          est

s̄          =          sunt

ih̄s       =          Ihesus

xp̄s̄      =          christus

ds̄        =          deus

Eine Besonderheit bilden die verschiedenen Varianten der Abkürzung einer Silbe im Anschluss an den Buchstaben „p“, die in der Regel (aber nicht immer!) folgendermaßen aufgelöst werden müssen:

𝓹         =          pro

p̄          =          post

p          =          per

andere Abkürzungen:

÷          =          est

・i ・      =          id est

i’          =          igitur

g°        =          ergo

v°/u°    =          vero

2) Textkritische Abkürzungena) In der Spalte der Handschriftenbezeichnungen

2) Textkritische Abkürzungena) In der Spalte der Handschriftenbezeichnungen

[HS]*manus prima: Zeile mit dem Text aus der 1. Hand, d.h. mit der ursprünglichen Lesart.
Das Zeichen findet sich nur, wenn auch eine Zeile mit einer 2. Hand existiert.
[HS]^2manus secunda: Zeile mit dem Text aus der 2. Hand. Dabei wird nicht differenziert, ob die Korrektur von einem anderen Schreiber als dem aus der 1. Hand vorgenommen wurde. Der Text, der nicht verändert wurde, steht in Kursivschrift.
[HS] superscr.superscriptum: Text, der in der Handschrift über die Zeile geschrieben wurde.
[HS] in marg.in margine: Text, der als Randbemerkung in der Handschrift steht.
[HS] ed.edidit:  Text, den ein Editor einer Ausgabe verändert hat.

b) Innerhalb der Kollationen

Innerhalb der Kollationen werden zusätzliche Informationen in spitze Klammern gesetzt, damit nicht zum Handschriftentext gehörige Zeichen eindeutig als solche markiert sind:

<ras.>rasura: Text wurde entfernt.
<illeg.>illegibile: Text ist nicht lesbar.
Falls möglich, werden Informationen über die Länge des entfernten bzw. nicht lesbaren Teils durch entsprechende Zahlenangaben geboten:< 5 litt.> = 5 Buchstaben
<2 lin.> = 2 Zeilen
<p.a.>pagina abscissa: Das Blatt ist abgerissen oder weist andere Beschädigungen auf.
<lac.>lacuna: Im Text ist eine Lücke vorhanden.
<k.u.>Kopie unvollständig: Unsere Kopie der Handschrift ist unvollständig, sodass möglicherweise Informationen verloren gegangen sind.
< || >Markiert den Beginn einer neuen Seite innerhalb der Handschrift.
<?>Markiert eine Unsicherheit im Befund, sei es in Bezug auf das Vorhandensein einer Rasur oder auf gelesene Buchstaben.
<!>Markiert eine auffällige, sicher so gelesene Stelle.
<t.n.>Tironische Noten. Nur in Handschrift G zu finden.
*Zu dieser Stelle existiert eine Randbemerkung, die am Ende des Verses oder unter der betreffenden Stelle zu finden ist.

c) Farbige Markierungen

Farbig markierte Zeilen weisen Handschriften aus, die einem bestimmten Texttypen als Leitzeugen zugeordnet worden sind.

Abweichungen zwischen den eigenen Kollationen und bereits vorhandenen Druckausgaben von Handschriften werden mit der Farbe „gold“ markiert.

Kollationsdateien

Die kritische Edition der altlateinischen Apostelgeschichte wird ein unverzichtbares Fundament für theologische, historische und philologische Forschungen bieten. Durch die Möglichkeit, die verschiedenen Texttypen anhand der sie zitierenden Autoren zu datieren und zu lokalisieren, sind weitreichende Erkenntnisse nicht nur über die Entwicklung des Bibeltexts zu erwarten, sondern auch über die Beziehungen der Autoren bzw. der von ihnen geleiteten Institutionen untereinander.

Da die Übersetzungen in der Regel weitgehende Rückschlüsse auf den Text des zugrundeliegenden griechischen Originals erlauben, ermöglicht die Rekonstruktion der lateinischen Texttypen zugleich auch Teilerkenntnisse über das Alter und die Verbreitung der jeweiligen griechischen Vorlage. Der Vergleich der griechischen und lateinischen (aber auch der in Münster bearbeiteten syrischen, koptischen, armenischen) Versionen kann Einblicke in Übersetzungstechnik und Bedeutungsentwicklungen eröffnen.

Die systematische Aufarbeitung der Kirchenväterzitate aus dem (griechischen wie lateinischen) Neuen Testament ermöglicht aufgrund der enormen Materialfülle und der breiten Textüberlieferung fundierte Untersuchungen zur Zitierpraxis der spätantiken Autoren. Damit ergeben sich interessante Vergleichsmöglichkeiten hinsichtlich des Umgangs anderer Autoren mit anderen autoritativen Texten.

Die einzelnen Rekonstruktionen der altlateinischen Bibel werden von der Erzabtei Beuron herausgegeben. Veröffentlich werden die Ausgaben vom Herder Verlag (Freiburg im Breisgau). Ein Teil ist bereits erschienen.

[BE = bereits erschienen]

1 Grundlagen und Quellen [BE] – 2 Genesis [BE] – 3 Exodus; Leviticus

4/1 Numeri – 4/2 Deuteronomium – 4/3 Josue 4/4 Judicum – 4/5 Ruth [BE]

5 1–4 Regum – 6 1–2 Paralipomenon; Esdras; Nehemias; 3–4 Esdras

7/1 Tobit [BE] – 7/2 Judith [BE] – 7/3 Hesther [BE] – 8 Job – 9 Psalmi

10/1 Proverbia – 10/2 Ecclesiastes – 10/3 Canticum Canticorum [BE]

11/1 Sapientia [BE] – 11/2 Sirach (Ecclesiasticus) [BE]

12/1 Esaias 1–39 [BE] – 12/2 Esaias 40–66 [BE]

13 Jeremias (Lamentationes, Baruch), Ezechiel

14 Daniel, XII Prophetae – 15 I–II Macchabaeorum

16 Matthaeus – 17 Marcus – 18 Lucas

19 Johannes – 20 Actus Apostolorum – 21 Ad Romanos [BE]

22 Ad Corinthios I [BE] – 23 Ad Corinthios II, Galatas

24/1 Ad Ephesios [BE] – 24/2 Ad Philippenses, Colossenses [BE]

25/1 Ad Thessalonicenses, Timotheum [BE]

25/2 Ad Titum, Philemonem, Hebraeos [BE]

26/1 Epistulae Catholicae [BE] – 26/2 Apocalypsis Johannis [BE]

27 Agrapha, Unbestimmbares; Zusammenfassung der Nachträge; Autoren- und Handschriftenregister

An dieser Stelle werden nach und nach die bisher edierten Kapitel der altlateinischen Apostelgeschichte im pdf-Format zur Verfügung gestellt. Diese spiegeln den momentanen Stand der Arbeit wider. Bis zur endgültigen Veröffentlichung der Edition ist daher stets damit zu rechnen, dass die einzelnen Dokumente weiteren Aktualisierungen unterliegen.

Mit Blick auf die bisher erschienenen Bände aus der Vetus Latina-Reihe sind folgende Änderungen zu beachten:
Die Komplexität der Überlieferungsgeschichte der Actus Apostolorum mit ihrer Fülle verschiedener Texttypen hat es erforderlich gemacht, bei der Darbietung des Befundes innerhalb der Schemata von dem bisherigen Verweisschema (mit >> etc.) Abstand zu nehmen und jeweils für die einzelnen Texttypen den gesamten Wortlaut abzudrucken.
Eine weitere Änderung besteht in der geringfügig veränderten Anlage bzw. Gewichtung des orthogra-phischen Apparats. Hier sind gegenüber den älteren Vetus Latina-Ausgaben die Verhältnisse durch die Onlinestellung der Kollationen insofern anders, als ja die genaue Schreibweise jeder einzelnen Handschrift an jeder einzelnen Stelle online ermittelt werden kann. Insofern war hier vor allem auf die Frage der Lesbarkeit der Hss. einzugehen und auf orthographische Besonderheiten aufmerksam zu machen.

Für Anregungen und Kritik sind wir jederzeit dankbar (s. unter „Kontakt“).

Artikel

Blümer, Wilhelm

  • Zur Überlieferung der Apostelgeschichte in griechisch-römischer Tradition, in: Stefan Heid (Hg.), Petrus und Paulus in Rom. Eine interdisziplinäre Debatte, Freiburg u.a. 2011, S. 405-421.
  • Wer kennt die Zeiten? Zur lateinischen Übersetzung und Überlieferung von Act. 1,7, in: Traditio et Translatio. Studien zur lateinischen Bibel zu Ehren von Roger Gryson (Vetus Latina Bd. 40), hrsg. von Thomas Johann Bauer (Freiburg [Herder] 2016), 199-212.
  • Die Vetus Latina-Edition der Apostelgeschichte: Überlegungen zu Chronologie, Konstituierung und Disposition der ‘Texttypen’, in: The New Testament in Antiquity and Byzantium. Traditional and Digital Approaches to its Texts and Editing. A Festschrift for Klaus Wachtelhrsg. von H.A.G. Houghton, David C. Parker und Holger Strutwolf (Arbeiten zur neutestamentlichen Textforschung 52) 2019, 449-466.

Schirner, Rebekka

Dissertationen

Cibis, Anna Theresa: Lucifer von Calaris. Studien zur Rezeption und Tradierung der Heiligen Schrift im 4. Jahrhundert (= Studien zur Geschichte und Kultur des Altertums N.F. Reihe 1, Bd. 28.), Paderborn 2014.

Der Bischof Lucifer von Calaris († 370/71) bietet mit seinen Lehrschriften, die er im Exil gegen Kaiser Constantius II. verfasst hat, eine wertvolle Quelle für die Rekonstruktion altlateinischer Bibeltexte.

Seine Zitate aus der Apostelgeschichte stimmen in hohem Maße mit dem Text des Codex Gigas (einer im frühen 13. Jahrhundert in Böhmen erstellten lateinischen Bibelhandschrift) überein. Gegenstand der Untersuchung ist sowohl Lucifers Umgang mit der Heiligen Schrift als auch die Entstehung und Ausbreitung der von Lucifer und dem Codex Gigas überlieferten altlateinischen Apostelgeschichtenversion, die bis in das Mittelalter hinein als eigenständige Textform neben dem allgemein gültigen Vulgatatext erhalten blieb.

Schirner, Rebekka: Inspice diligenter codices. Philologische Studien zu Augustins Umgang mit Bibelhandschriften und -übersetzungen (= Millennium-Studien Bd. 49) Berlin/München/Boston.

Der Kirchenvater Aurelius Augustinus (354-430 n.Chr.) ist durch das hohe Aufkommen an Bibelzitaten innerhalb seiner Werke einer der wichtigsten Zeugen für die Überlieferung(sgeschichte) des altlateinischen Bibeltextes. Ein in diesem Zusammenhang relevantes Selbstzeugnis Augustins ist dabei die oft zitierte Passage aus dem zweiten Buch seiner Schrift Über die christliche Bildung (De doctrina christiana), in der er von der „unendlichen Mannigfaltigkeit lateinischer Übersetzer“ spricht und den methodisch richtigen Umgang mit verschiedenen Textlauten einer Bibelstelle sowie den sich aus einem Vergleich verschiedener Sprachversionen ergebenden hermeneutischen und interpretatorischen Gewinn thematisiert. Doch auch sonst begegnen in Augustins Werken immer wieder Passagen, in denen sich der Kirchenvater normativ oder deskriptiv über die Vielzahl verschiedener Bibelübersetzungen äußert und erkennen lässt, welche Konsequenzen sich daraus u.a. für Exegese und homiletisches Wirken, aber auch für innerkirchliche oder gar antihäretische Auseinandersetzungen sowie die Kultur theologischer Diskurse insgesamt ergeben. Oftmals aber können die Rezipienten auch, zum Teil im Konnex mit den eben beschriebenen Aussagen, zum Teil von ihnen losgelöst, mitverfolgen, wie Augustin selbst beim Vergleich mehrerer Bibeltextversionen abwägt, ob einer und wenn ja welcher der Vorzug zu geben sei, wobei eine Vielzahl von Darstellungsmodi, aber auch von Vergleichskriterien zur Anwendung kommt.

Das hierbei sich ergebende Bild eines Kirchenvaters, der trotz seiner primär exegetischen Intentionen im Umgang mit Bibeltextvarianten auch philologisch-textkritische Methoden anzuwenden versteht, hat auch für die Bewertung der bei ihm überlieferten altlateinischen Bibeltextlaute – und somit auch für die Vetus-Latina-Forschung – weitreichende Konsequenzen.

Kommentare zu einzelnen Versen der Vetus Latina-Edition

Rollnik, Karina (2021): Die Textgestalt der Apostelgeschichte 4,12.

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  • Prof. Dr. Wilhelm Blümer (Projektleitung)
  • Dr. Anna Theresa Loehrer (geb. Cibis)
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