Johannes Lipps studierte Klassische Archäologie (Hauptfach), Alte Geschichte, Papyrologie, Epigraphik und Numismatik der Antike an den Universitäten Marburg (2000–2002), Rom (2002–2003), Köln und Bonn (2003–2006). Nach Abschluss seiner Dissertation „Die Basilica Aemilia am Forum Romanum. Das kaiserliche Bauwerk und seine architektonische Ausstattung“ in Köln im Jahr 2008 erhielt er das „Reisestipendium“ des Deutschen Archäologischen Instituts und bereiste weite Teile Nordafrikas und des Nahen Ostens. Es folgten Postdoc-Stellen in Rom und München. Er war Juniorprofessor für Klassische Archäologie in Tübingen und ist seit 2019 Universitätsprofessor für Klassische Archäologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Seine Forschungsschwerpunkte sind antike Architektur, Bildhauerei und Städtebau in Rom, Pompeji und den nordwestlichen römischen Provinzen. Er hat Ausgrabungen und Untersuchungen in Pompeji und Tunesien sowie Forschungsprojekte am Forum Romanum, auf dem Palatin und im Vatikan durchgeführt.

Beruf und Studium

  • 2021-2023
    Leiter des Instituts für Altertumswissenschaften, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
  • seit Nov 2019
    Univ.-Prof., Institut für Altertumswissenschaften, Arbeitsbereich Klassische Archäologie, Johannes Gutenberg Universität Mainz
  • Jul 2018
    Positive Evaluation als Juniorprofessor auf Grundlage der Arbeit: „Der oecus tetrastylus aus dem sog. Augustushaus auf dem Palatin im Kontext antiker Deckenverzierung”
  • 2014–2019
    W1 Juniorprofessor (tenure track W3) Institut für Klassische Archäologie, Eberhard Karls Universität Tübingen
  • 2009–2014
    Akademischer Rat am Institut für Klassische Archäologie / Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Jan–Mär 2009
    Wiss. Mitarbeiter des Deutschen Archäologischen Instituts der Abteilung Rom
  • Apr 2006–Jul 2008
    Promotion am Institut für Klassische Archäologie der Universität zu Köln Thema: „Die Basilica Aemilia am Forum Romanum. Der kaiserzeitliche Bau und seine Ornamentik“
  • Okt 2000–Mär 2006
    Studium der Fächer Klassische Archäologie (Hauptfach), Alte Geschichte, Papyrologie, Epigraphik und Numismatik der Antike an den Universitäten Marburg (2000-2002), Rom (2002-2003) und Köln/Bonn (2003-2006); Hochschulabschluss: Magister Artium in Köln
  • 1999–2000
    „Friedensdienst im Ausland“ über die Badische Landeskirche in einem Kulturzentrum der Waldenserkirche in Torre Pellice (Piemont) / Italien
  • 1980
    Geboren in Heidelberg

  • SoSe 2024
    Fulbright-Stipendiat an der University of Pennsylvania in Philadelphia
  • 2019–2024   
    Fellow am Gutenberg Forschungskolleg in Mainz
  • Mär–Apr 2016
    Senior-Fellow am Exzellenzcluster 264 Topoi: Berlin
  • SoSe 2012       
    Junior Researcher in Residence, Center for Advanced Studies, LMU München
  • 2009–2010       
    Reisestipendiat des Deutschen Archäologischen Instituts
  • 2008–2009
    Postdoc-Stipendiat der Fritz Thyssen Stiftung in Rom
  • 2007–2008       
    Doktorandenstipendiat der Gerda Henkel Stiftung in Rom
  • 2006–2007       
    DAAD-Doktorandenstipendiat in Rom

Mitarbeit in der akademischen Selbstverwaltung

  • seit 2024                            
    Mitglied im Prüfungsausschuss „Altertumswissenschaften“ im FB 07 der JGU Mainz
  • seit 2022                            
    Beirat von Mainz University Press
  • 2021-2024                         
    Geschäftsführende Leitung (2021-2023) und stellvertretende geschäftsführende Leitung (2023-2024) des Instituts für Altertumswissenschaften der JGU Mainz
  • seit 2020                            
    Beirat des GICC (Gutenberg International Conference Center) für die „Mainz Ancient Studies“ der JGU Mainz
  • seit 2019                            
    Mitglied im Studien- Graduierten- und Forschungsförderungsausschuss im FB 07 der JGU Mainz
  • 2014–2019                        
    Institutsvorstand sowie Co-Leitung von Bibliothek und Sammlungen am Institut für Klassische Archäologie der EKU Tübingen
  • 2009–2014                        
    Leitung von Bibliothek, Diathek und Erasmusprogramm sowie Studienberatung am Institut für Klassische Archäologie der LMU München

  • seit 2024                            
    PI im Minigraduiertenkolleg „Fremd(e) in der Stadt“ an der JGU Mainz
  • seit 2023                            
    Federführende Leitung im Akademieprojekt „Disiecta Membra“
  • seit 2019                            
    PI von zwei Teilprojekten im SFB 1391 ,Andere Ästhetik´ (Tübingen)
  • seit 2019                            
    PI in der Plattform „Frühe Neuzeit“ (Mainz)
  • seit 2019                            
    im Vorstand und PI sowie seit 2020 Leitung der Thematic Area 3 „Urbane Verdichtung“ im Profilbereich „Challenges“ (Mainz)
  • seit 2019                            
    im Lenkungsgremium des Verbundes Archäologie Rhein-Main (VARM)
  • 2015–2021                        
    im Vorstand, der Strategiekommission und PI im SFB 1070 „RessourcenKulturen“ (Tübingen)

Mitgliedschaften in außeruniversitären Gremien

  • seit 2024                             
    Ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur I Mainz
  • seit 2020                             
    Korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts, Zentrale Berlin

  • seit 2024                             
    The Journal of Ancient Architecture
  • seit 2023                             
    Foro Romano e Palatino, Scavi e Ricerche
  • seit 2021                             
    Römische Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts
  • seit 2021                             
    Evaluation Committee of Research Projects of the Sapienza University of Rome, Area E
  • seit 2019                             
    Kongress für Provinzialrömisches Kunstschaffen
  • 2019-2023                          
    Schriftenreihen des SFB 1391 ,Andere Ästhetik´
  • seit 2018                             
    Römerstadt Cambodunum
  • seit 2017                             
    European Journal of Roman Architecture in Cordoba
  • seit 2016                             
    Jahrbuch des RGZM in Mainz

Einzelprojekte

Flankierend zu den deutsch-tunesischen Ausgrabungen unter der Leitung von Stefan Ritter und Sami Ben Tahar haben in den Jahren 2017 bis 2019 Archäolog:innen der Universitäten Mainz und Tübingen, Bauforscher:innen der Technischen Universität Berlin und Geologen:innen der Universität Bochum einen Architektur- und Skulptursurvey in Meninx durchgeführt.

Ziel der Arbeiten war es, anhand der oberirdisch sichtbaren Architekturteile des antiken Stadtareals sowie der aus Meninx stammenden unpublizierten Bauglieder und Skulpturen im Bordj el Ghazi Mustapha in Houmt Souk Einblicke in die ursprüngliche Bebauung und die Statuenausstattung der antiken Stadt zu gewinnen. Denn auch anhand von entkontextualisierten Funden lässt sich auf die Mindestanzahl, die Größe, den Reichtum und die Funktionen antiker Bauten und ihrer Ausstattung rückzuschließen. Ferner bietet eine stilistische Analyse die Möglichkeit, die Bauten und Skulpturen zu datieren sowie Werkstattfragen und damit zusammenhängend Kommunikationswege im Imperium Romanum zu beleuchten. Die durch die Dokumentation der Bauglieder gewonnenen Monumente sollen zuletzt mit den durch die geophysikalischen Untersuchungen und den Ausgrabungen gewonnen Ergebnissen abgeglichen werden. Auf dieser Basis gilt es, die architekturgeschichtliche Stellung von Meninx vor dem Hintergrund seiner Lage zwischen dem tunesischen Inland und der übrigen Mittelmeerwelt zu bestimmen.

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

Prof. Dr. Johannes Lipps (Projektleitung)

Kooperationen

  • INP (Tunesien) (Sami Ben Tahar)
  • LMU München (Stefan Ritter)
  • Universität Tübingen (Martin Kovacs)
  • Universität Bochum (Vilma Ruppiene)
  • TU Berlin (Katharina Sahm)

Finanzierung

Seit 2017 gefördert durch den SFB 1070

Bisherige Publikationen

Arndt, Robert C. / Stoeßel, L. / Gabler, Lena / Aoudi, Mekki: Trench 4 – Early Punic Occupation and Roman Forum, in: Stefan Ritter / Sami Ben Tahar (Hgg.): Studies on the Urban History of Meninx (Djerba). The Meninx Archaeological Project 2015–2019, Wiesbaden 2022 (Archäologische Forschungen 43), S. 93–104.

Kovacs, M. / Lipps, J.: Fragmentierte Skulptur: ein monumentaler Kopf des Serapis vom antiken Forum, in: Stefan Ritter / Sami Ben Tahar (Hgg.): Studies on the urban history of Meninx (Djerba). The Meninx Archaeological Project 2015–2019, Wiesbaden 2022 (Archäologische Forschungen 43), S. 266–270.

Lipps, J.: Looking over the builders’ work: foreign architects, artisans, and marble at Meninx (Djerba), in: Lybian Studies 53 (2022), S. 1–12.

Lipps, J.: Architekturhistorische Untersuchungen in Meninx: Die Bauteile im Pavillon, in: Stefan Ritter / Sami Ben Tahar (Hgg.): Studies on the urban history of Meninx (Djerba). The Meninx Archaeological Project 2015–2019, Wiesbaden 2022 (Archäologische Forschungen 43), S. 183–192.

Stoeßel, L.: Schnitt 6 – Die Forumsbasilika, in: Stefan Ritter / Sami Ben Tahar (Hgg.): Studies on the Urban History of Meninx (Djerba). The Meninx Archaeological Project 2015–2019, Wiesbaden 2022 (Archäologische Forschungen 43), S. 116–126.

Beiträge in: S. Ritter – S. Ben Tahar (Hrsg.), Studies on the Urban Historyof Meninx (Djerba): The Meninx Archaeological Project 2015–2019, Archäologische Forschungen 43 (Wiesbaden 2022)

J. Lipps, Looking over the builders’ work: foreign architects, artisans, and marble at Meninx (Djerba),  Lybian Studies 53, 2022, 1–12

Stoeßel, L.: Adaption and Autonomy in the Architecture of Roman North Africa. The Basilica of Meninx, a Case Study, in: Antonio Dell’Acqua / Orit Peleg-Barkat (Hgg.): The Basilica in Roman Palestine. Adoption and Adaption Processes, in Light of Comparanda in Italy and North Africa, Rom 2021, S. 241–264.

Das Forum von Pompeji ist seit etwa 200 Jahren zentraler Gegenstand klassisch-archäologischer Forschungen. Die Fülle und der gute Erhaltungszustand der Denkmäler sowie die Kenntnis zahlreicher historischer Zusammenhänge machen den Platz für die Archäologie besonders attraktiv. Die lange und disparate Forschungsgeschichte mit ihren vielen unpublizierten Grabungen sorgt aber auch dafür, dass grundsätzliche Fragen zur Geschichte der Platzanlage und damit verbunden zur Stadtgeschichte bis heute nicht abschließend geklärt sind.

Ein seit 2003 an der Universität Augsburg unter der Leitung von Valentin Kockel angesiedeltes Projekt hatte es sich deswegen zum Ziel gesetzt, die lange Forschungsgeschichte zum Forumsplatz und den Bauten im Süden erneut zu sichten sowie den vermeintlich gut bekannten Bestand durch Photogrammetrie und Bauaufnahme erstmals systematisch zu dokumentieren. Ergänzt wurden die Arbeiten ab 2007 durch gezielte Sondagen im südlichen Forumsbereich, die vor allem halfen, die Altgrabungen Amedeo Maiuris gründlich zu dokumentieren und besser zu verstehen. Zudem konnte durch die Erweiterung der Schnitte erstmals stratifiziertes Fundmaterial gewonnen werden, um die bauliche Entwicklung in diesem Bereich des Forums zeitlich auf abgesichertem Fundament zu skizzieren.

Daran knüpft sowohl inhaltlich und methodisch als auch personell ein inzwischen an den Universitäten Kiel und Mainz angesiedeltes Folgeprojekt an. Ausgangspunkt für dieses Projekt sind Probleme und Fragestellungen, die sich im Zuge der Augsburger Forschungen ergeben haben. Im Zentrum steht das sog. Comitium, das 2015 geophysikalisch untersucht wurde und in den Jahren 2017 bis 2019 in Teilen ergraben werden konnte. Das führte zu einer neuen Rekonstruktion und Datierung des Baus mit Auswirkungen auf unser Verständnis der Forumsentwicklung insgesamt.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Prof. Dr. Johannes Lipps (Projektleitung)

Dr.  Manuel Flecker (Projektleitung)

Kooperationen

Soprintendenza di Pompei (Massimo Osanna und Francesco Muscolino)

Universität Kiel (Manuel Flecker)

Finanzierung

Seit 2015 gefördert durch die Bayerische Akademie der Wissenschaften

Publikationen

M. Flecker – J. Lipps – M. Broisch, Geophysikalische Untersuchungen im sog. Comitium am Forum von Pompeji, Kölner und Bonner Archaeologica 5, 2015, 153–165

Die Berichte bei Fasto online: http://www.fastionline.org/excavation/micro_view.php?item_key=fst_cd&fst_cd=AIAC_4627

V. Kockel – M. Flecker, Pompeji – Forum. Vorbericht über die Ausgrabungen der Universität Augsburg 2007/2008, RM 114, 2008, 271–303

Das Museo Gregoriano Profano beherbergt ca. 1000 römische Architekturteile. Ihre wissenschaftliche Bedeutung liegt zum einen in ihrer vielfach hervorragenden Qualität, zum anderen aber insbesondere darin, dass sie sich zum Teil bekannten Kontexten aus Rom, Ostia und Tivoli zuordnen lassen. Ungeachtet ihres wissenschaftlichen Wertes sind sie bis heute in weiten Teilen nicht publiziert. Aufbauend auf jahrzehntelanger Zusammenarbeit zwischen dem Forschungsarchiv für Antike Plastik der Universität Köln und den Vatikanischen Museen wurden alle Bauteile in den Jahren von etwa 1980 – 1990 photographisch dokumentiert. Ziel des vorliegenden Projektes ist es nun, die Architekturteile des Museo Gregoriano Profano durch ein internationales Expertenteam zu studieren und die Objekte damit erstmals in vollem Umfang der Forschung zugänglich zu machen.

Hierfür wurde ein neues Konzept entwickelt und ein Kollektiv an Autoren:innen gebildet, das sich aus Experten für die jeweilige Kategorie der Bauteiltypen zusammensetzt. Die Beteiligten haben im Jahr 2016 eine durch die Fritz-Thyssen-Stiftung unterstütze Studienreise nach Rom unternommen und das Material gesichtet.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Prof. Dr. Henner von Hesberg (Projektleitung)

Prof. Dr. Johannes Lipps (Projektleitung)

Kooperationen

  • Vatikanischen Museen (Giandomenico Spinola, Claudia Valeri und Daniele Battistoni)
  • Forschungsarchivs für antike Plastik der Universität zu Köln (Dietrich Boschung, Thoralf Schröder und Philipp Groß)
  • Autor:innen: u.a. Sara Bozza, Sabina De Luca, Ulrich-Walter Gans, Carlo Hofmann, Kristine Iara, Dominik Maschek, Marion Mathea-Förtsch, Christiane Nowak, Georg Plattner, Charlotte Schreiter

Finanzierung

Seit 2016 gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung

Bisherige Publikationen

  • Die meisten Bauglieder befinden sich inzwischen in der Datenbank Arachne
  • Eck – H. von Hesberg, Ein wiederverwendeter Beckenuntersatz mit Inschrift in den Vatikanischen Museen, ZPE 210, 2019, 263–266
  • von Hesberg, Eine Gruppe von Rundbasen aus der Zeit der Republik, in M. Fuchs (Hrsg.), Ahoros. Gedenkschrift für Hugo Meyer von Weggefährten, Kollegen und Freunden (Wien 2018) 51–58

In Ladenburg, dem römischen Lopodunum, im Rheinneckarraum wurden seit dem 19. Jahrhundert immer wieder einzelne Architekturfragmente – meist aus Sandstein – gefunden, die zu verschiedenen Bauten der römischen Stadt gehören und eine große Zahl bis heute unbekannter Monumente bezeugen. Ziel der seit 2016 laufenden Arbeiten ist es, diese Bauteile zeichnerisch und photographisch zu dokumentieren, historisch auszuwerten und zu publizieren

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Prof. Dr. Johannes Lipps (Projektleitung)

Kooperationen

  • Lobdengau-Museum Ladenburg (Andreas Hensen)
  • Landesdenkmalamt Baden-Württemberg (Sara Roth)

Finanzierung

2016-2019 finanziert durch das Zukunftskonzept der Universität Tübingen (ZUK 63); seither durch die Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Bisherige Publikationen

J. Lipps – St. Ardeleanu – J. Osnabrügge – Ch. Witschel (Hrsg.), Die römischen Steindenkmäler in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim. Mannheimer Geschichtsblätter Sonderveröffentlichungen 14 (Mannheim 2021) ISBN 9783955052164

J. Lipps, Lopodunum in Farbe: Bemerkungen zur Architekturpolychromie in den Nordwestprovinzen, in: A. Binsfeld – A. Klöckner – G. Kremer – M. Reuter – M. Scholz (Hrsg.), Stadt – Land – Fluss. Grabdenkmäler der Treverer in lokaler und überregionaler Perspektive. Akten der Internationalen Konferenz Neumagen und Trier 2018, TrZ Beih. 37 (Trier 2020) 187–195

J. Lipps, Ein monumentaler Tempel im römischen Ladenburg?, in: B. Porod (Hrsg.), XV. Internationales Kolloquium zum provinzialrömischen Kunstschaffen. Der Stifter und sein Monument, Kolloquium 14. –20. Juni 2017 Graz (Graz 2018) 250–261

J. Lipps, Transfer und Transformation römischer Architektur in den Nordwestprovinzen, J. Lipps (Hrsg.) zusammen mit K. Kortüm – C.S. Sommer, Transfer und Transformation römischer Architektur in den Nordwestprovinzen, TAF 22 (Rahden 2017) 13–31

Ziel des Forschungsprojektes ist, den Zeitpunkt und die Gründe der spätantiken Zerstörung der Basilica Aemilia am Forum Romanum in Rom zu untersuchen. Im Zentrum des Projekts steht das aus einem einheitlichen, spätantiken Brandhorizont stammende Fundmaterial des Baus, bei dem es sich mit seinen ca. 2600, bislang ungelesenen Münzen um einen Schlüsselbefund der spätantiken Archäologie Roms handelt. Bisher gilt die Basilica Aemilia durch die Verbindung ihrer Zerstörung mit der Plünderung Roms durch den Goten Alarich im Jahr 410 n. Chr. als eines der wenigen Beispiele, die barbarische Zerstörungen konkret archäologisch nachvollziehbar machen. Diese Interpretation ist durch die Reinigung und Bestimmung der übrigen Münzen zu überprüfen. Neben den konkreten Ergebnissen zur Ereignis- und Wirtschaftsgeschichte wird dadurch ein Panorama für die spätantike Forumschronologie und die Datierung der anschließenden Baumaßnahmen an der Basilica Aemilia und angrenzenden Bauten neu eröffnet. Die Einbeziehung der übrigen Funde soll ferner Hinweise auf die Nutzung des Baus geben, die allgemein bei antiker, profaner Basilicaarchitektur aufgrund fehlender Funde bisher fast ausschließlich anhand literarischer Quellen diskutiert wird.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Johannes Lipps (Projektleitung)

Philipp von Rummel (Projektleitung)

Suzanne Frey-Kupper (Projektleitung)

Kooperationen

  • Soprintendenza autonoma di Roma (ehemals Roberto Egidi)
  • Comune di Roma (ehemals Fiorenzo Catalli)
  • Deutsches Archäologisches Institut der Abteilung Berlin (Philipp von Rummel)
  • University of Warwick (Suzanne Frey-Kupper)

Finanzierung

Seit 2013 gefördert durch die DFG

Bisherige Publikationen

S. Frey-Kupper – J. Lipps – S. Ranucci – Ph. von Rummel, Münzen aus der BasilicaAemilia als Zeugnisse der Zerstörung Roms durch die Goten 410 n. Chr.?, in: Der Untergang des Römischen Reiches. Begleitband zur Ausstellung in Trier 2022. Rheinisches Landesmuseum Trier, Museum am Dom Trier, Stadtmuseum Simeonstift Trier. Schriftenreihe des Rheinischen Landesmuseums Trier (Darmstadt 2022) 101–105

J. Lipps – C. Machado – P. von Rummel, The Sack of Rome in 410 AD: an Introduction, in: J. Lipps – C. Machado – P. von Rummel (Hrsg.), The Sack of Rome in 410 AD. The Event, its Context and its Impact. Proceedings of the Conference held at the German Archaeological Institute at Rome, 4.–6. November 2010, Palilia 28 (Wiesbaden 2013) 11–15

J. Lipps, Alarichs Goten auf dem Forum Romanum? Überlegungen zu Gestalt, Chronologie und Verständnis der spätantiken Platzanlage, in: J. Lipps – C. Machado – P. von Rummel (Hrsg.), The Sack of Rome in 410 AD. The Event, its Context and its Impact. Proceedings of the Conference held at the German Archaeological Institute at Rome, 4.–6. November 2010, Palilia 28 (Wiesbaden 2013) 103–122

S. Frey-Cupper – J. Lipps – S. Ranucci, Le monetedallostrato di distruzionedella Basilica Aemilia nelForo Romano, in: G. Pardini (Hrsg,), Preatti del I Workshop Internazionale di Numismatica. Kolloquium Rom 2011 (Rom 2011) 157–159


Verbundprojekte


  • 3. Dez 2025
    Mogontiacum und die römischen Noerdwestprovinzen (2025)
    III Workshop des SFB 1391 „Andere Ästhetik“ und des Akademieprojekts disiecta membra, JGU Mainz
  • 11. Dez 2024
    Mogontiacum und die römischen Nordwestprovinzen (2024)
    Workshop des SFB 1391 „Andere Ästhetik“ und des Akademieprojekts disiecta membra unter Leitung von Johannes Lipps, JGU Mainz
  • 4.–6. Jul 2024
    Tagung „Kanonisierung und Revision. Historische Prozesse ästhetischer Autoritätsbildung“ gemeinsam mit Anna Pawlak, Annette Gerok-Reiter und Katharina Fezer, Jahrestagung des SFB 1391 Andere Ästhetik, Tübingen
  • 20. Dez 2023
    Mogontiacum und die römischen Nordwestprovinzen (2023)
    Workshop des SFB 1391 „Andere Ästhetik“ und des Akademieprojekts disiecta membra unter Leitung von Johannes Lipps, Fakultätssaal, JGU Mainz
  • 18.–20. Okt 2023
    Tagung „Roman Architecture as Living Cultural Heritage“ im Rahmen des Projekts disiecta membra. Steinarchitektur und Städtewesen im römischen Deutschland, gefördert durch die Akademie der Wissenschaften und der Literatur/Mainz, in Kooperation mit Gutenberg International Conference Center, Wasem Kloster Engelthal, Ingelheim
  • 7.–9. Nov 2022
    Konferenz „Colour Schemes and Surface Finish oft he Roman Architectural Orders“ gemeinsam mit Matthias Grawehr, in Kooperation mit Gutenberg International Conference Center, Wasem Kloster Engelthal, Ingelheim
  • Dez 2021
    Workshop Architektur und Skulptur aus Meninx. Das römische Forum als ästhetischer Wirtschaftsraum unter der Leitung von Johannes Lipps in Kooperation mit dem Sonderforschungsbereich 1391 „Andere Ästhetik“ der Eberhard Karls-Universität Tübingen
  • Apr 2019
    Kolloquium „People Abroad“ XVI. Internationales Kolloquium zum Provinzialrömischen Kunstschaffen in Tübingen gefördert durch ZUK 63 Tübingen
  • Nov 2018
    Kolloquium „Rezeptionsprozesse antiker Statuenschemata in den Provinzen des römischen Reiches“ (gemeinsam mit Martin Dorka Moreno und Jochen Griesbach) in Tübingen gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
  • Mai 2018
    Panel „The aesthetics of urban production and trade“ bei dem Kongress der Associazione Internazionale di Archeologia Classica 2018 (gemeinsam mit Annette Haug) in Bonn
  • Feb 2016
    Kolloquium „Römische Steindenkmäler im Nordteil der Germania Superior“ (gemeinsam mit Christian Witschel) in Mannheim gefördert durch ZUK 63 Tübingen
  • Dez 2015
    Kolloquium „150 Jahre Klassische Archäologie in Tübingen“ in Tübingen (gemeinsam mit den DozentInnen des Instituts für Klassische Archäologie) in Tübingen
  • Nov 2015
    Kolloquium „Transferprozesse römischer Steinarchitektur zwischen Italien und den Nordwestprovinzen“ (gemeinsam mit Klaus Kortüm und C. Sebastian Sommer) in Tübingen gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung
  • Okt 2014
    Kolloquium „Augustus ist tot. Lang lebe Augustus“ (gemeinsam mit Manuel Flecker, Richard Posamentir und Thomas Schäfer) in Tübingen
  • Dez 2012
    Kolloquium: „Urbanitas – Urbane Qualitäten“ (gemeinsam mit Alexandra Busch und Jochen Griesbach) in München gefördert durch die Volkswagenstiftung
  • Sep 2012
    Kolloquium „Aktuelle Forschungen zum Haus des Augustus auf dem Palatin“ in München gefördert durch das Center for Advanced Studies der LMU-München
  • Okt 2011
    Kolloquium „Antike Bauornamentik: Möglichkeiten und Grenzen ihrer Erforschung“ (gemeinsam mit Dominik Maschek) in München gefördert durch die Gerad Henkel Stiftung
  • Nov 2010
    Kolloquium “410 AD. The Sack of Rome, its-context-and-its-impact?” (gemeinsam mit Carlos Machado und Philipp von Rummel) in Rom gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung


  • Mär 2016
    Theoriekurs „Transkriptionsprozesse antiker Statuenschemata“ am Exzellenzcluster 264 Topoi in Berlin
  • Aug 2015
    Kurs „Die Stadt als Wahrnehmungs- und Erlebnisraum“ in La Villa für die Studienstiftung des Deutschen Volkes (mit Annette Haug)
  • Sep 2012
    Seminar „Individualität in Bild und Text“ an der Venice International University in Venedig (mit Andreas Grüner, Annette Haug und Urte Krass)


  • seit 2023 Herausgabe von „disiecta membra“ Propylaeum with Kerstin P. Hofmann und Aline Deicke
  • seit 2021 Herausgabe von „Material Appropriation Processes in Antiquity (MAPA)“ gemeinsam mit Dominik Maschek
  • 2017–2020 Co-Herausgabe der „Tübinger Archäologischen Forschungen” gemeinsam mit Richard Posamentir und Thomas Schäfer



  • Rom und Pompeji
  • Antike Architektur, Bauornamentik und Urbanistik
  • Transkriptionsprozesse antiker Skulptur
  • Römische Steindenkmäler nördlich der Alpen
  • Rezeptions- und Forschungsgeschichte